Graffiti entfernen

Ist das Kunst oder sind es doch nur Schmierereien? Wenn es um Graffitis geht, ist man sich oft uneinig. Aber gerade an der weißen Fassade möchte man dann doch eher das Graffiti entfernen.

Graffiti entfernen
Graffiti sieht nicht schön aus. Und die Entfernung ist auch nicht immer ganz einfach. Foto: iStock / schfer
Inhalt
  1. Graffiti entfernen: Schnell reagieren
  2. Die besten Bedingungen für die Graffiti-Entfernung
  3. Wie kann man Graffiti entfernen?
  4. Was kostet die Graffitientfernung?
  5. Graffiti-Schutz: Wie schütze ich mich vor Sprayern?

Wände, Mauern und Bahnsteige werden des öfteren Graffitis ausgesetzt. Dadurch entstehen im Jahr Schäden um mehrere Millionen Euro. Und mittlerweile machen manche Sprayer auch bei Hauswänden oder Briefkästen keine Ausnahme. Wenn Sie die Bilder und Schriftzüge dann erst mal entdecken, müssen Sie beim Graffiti entfernen schnell handeln. Womit Sie Graffiti entfernen können und wie Sie dabei hohe Kosten vermeiden, erfahren Sie hier.

 

Graffiti entfernen: Schnell reagieren

Wer morgens aufwacht und ein Graffiti an seiner Hauswand, dem Garagentor oder dem Briefkasten entdeckt, wird sich zuerst ärgern. Denn das Entfernen kann viel Mühe und Geld kosten. Daher ist es am besten, wenn Sie sich nicht zu lange ärgern, sondern schnell handeln. Das Problem besteht sonst darin, dass Sie nicht nur eine Schmiererei entfernen müssen. Denn ist die Wand erstmal mit kleineren Graffitis besprayt, werden schon bald weitere von Nachahmern folgen. 

 

Die besten Bedingungen für die Graffiti-Entfernung

Bei der Graffiti-Entfernung helfen nicht nur die richtigen Reiniger. Auch die Umwelteinflüsse können den Erfolg beim Entfernen erhöhen. Um die perfekten Bedingungen zu erhalten sollten Sie auf die Temperaturen, den Untergrund und auf die Einwirkzeit achten. Temperaturen von min. 15°C werden von Experten empfohlen. Warmes und trockenes Wetter ist auch für den Untergrund optimal. So ist dieser trocken und die Reinigungsmittel lösen sich nicht auf. Bei der Einwirkzeit sollten Sie sich an die Herstellerangaben halten. Denn die meisten Mittel dürfen nicht zu kurz, aber auch nicht zu lang einwirken. Empfehlenswert ist auch die Verwendung von Schutzfolien. Weiterhin wichtig ist, dass das Abwasser richtig abgeleitet wird. 

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Praxistipp: Sie sind sich unsicher, ob der Reiniger Ihren Untergrund angreift? Testen Sie die Verträglichkeit an einer unauffälligen Stelle.

 

Wie kann man Graffiti entfernen?

Wie gut sich das Graffiti entfernen lässt, ist von der Oberfläche abhängig. Gerade bei einem eher groben und offenporigen Untergrund dringt die Farbe tief ein. Deshalb ist die Graffiti-Entfernung dann deutlich schwerer. Außerdem ist es wichtig, die passende Reinigung für die Farbe zu verwenden. Graffitis bestehen meist entweder aus Lack oder aus Farbstiften. Diese bestehen aus verschiedenen Lösungsmitteln und können daher oft nicht mit dem selben Reinigungsmitteln entfernt werden. Durch die enthaltenen Lösungsmittel kann ein empfindlicher Untergrund auch beschädigt oder sogar angelöst werden. Dadurch kann es sein, dass Sie nach dem Graffiti entfernen noch Schatten sehen. Des weiteren ist auch die Temperatur ein wichtiger Faktor. Wenn die Sonne drauf scheint, lässt sie sich schwerer entfernen. Auch besonders alte Graffitis lassen sich nur schwer entfernen. Ebenfalls aus diesem Grund sollten Sie die betroffene Stelle schnell reinigen.

Womit Graffiti entfernen?

Bei der Graffitientfernung gibt es hauptsächlich fünf verschiedene Möglichkeiten. Die chemischen Mittel, das abrasive Entfernen (Abschleifen), die Entfernung mit einem Laser, Graffiti-Entferner und das Überstreichen. Das Entfernen von Graffiti durch Überstreichen und speziellen Graffiti-Entferner können Sie auch selber vornehmen. Die anderen beiden Optionen sollten Sie besser einem Profi überlassen. 

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Praxistipp: Auf manchen Oberflächen wird Aceton, Reinigungsknete oder Carnaubawachs empfohlen. Diese helfen aber nur wenig bei großen Flächen oder auf der Fassade.

Wie Graffiti entfernen?

Eine einfache und schnelle Art, Graffiti zu entfernen, ist das Streichen. Dafür können Sie mit einem Farbmessgerät den exakten Farbton ermitteln. Es wird dabei der Verschmutzungsgrad und auch die Struktur der Fläche gemessen. So kann der Farbton perfekt angepasst werden. Das Überstreichen funktioniert auf glatten Oberflächen wie Metall aber auch auf gröberen Flächen wie Putz. Auf empfindlichen Oberflächen wie z.B. Naturstein, können Sie diese Möglichkeit nicht anwenden. Mit einer Grundierung hält der neue Lack besser und es wird verhindert, dass das Graffiti noch durchscheint.

Die besten Tipps zum Streichen der Fassade, hält das Video für Sie bereit:

 

Es gibt chemische Graffiti-Entferner, die Sie meist im Baumarkt enthalten. Diese sind entweder als Paste oder als Sprühmittel zu erhalten. Bei der Reinigung sollten Sie sich an die Herstellerangaben halten und sich schützen. Besonders Ihr Gesicht und die Hände sind wichtig. Da die Reinigungsmittel meist für die Umwelt schädlich sind, dürfen Sie das Abwasser und die verwendeten Lappen oft nicht einfach wegwerfen. Sie können sich vorher bei der Stadtverwaltung informieren. 
Praxistipp: Im Baumarkt finden Sie auch biologische Alternativenzum Graffiti entfernen, welche die Umwelt weniger belasten. Dabei ist auch die Entsorgung einfacher.

Wenn Sie die Schmierereien nicht selber entfernen können, können Sie auch Fachbetriebe mit dem Graffiti entfernen beauftragen. Diese können mit chemischen Mitteln oder dem so genannten abrasiven Verfahren die Fassade reinigen. Bei der Graffiti-Entfernung mit chemischen Mitteln wird zuerst das Reinigungsmittel aufgetragen. Bei porösen Oberflächen wie z.B. Klinkern wird das Mittel meist mit einer weichen Bürste eingerieben. Dann muss es min. 15 Minuten einwirken. Anschließend wird es mit heißem Wasser aus einem Hochdruckeiniger gereinigt. Dann wird die Oberfläche noch mit einem Schattenentferner bearbeitet. Nach der Einwirkzeit wird auch dieses mit dem Hochdruckreiniger gereinigt.

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Nach dem Graffiti entfernen folgt eine Angleichung an die Wand.  Ebenfalls von einem Profi wird das abrasive Verfahren verwendet. Hierbei wird die Farbe quasi abgeschliffen. Der Strahl der dafür benutzt wird, kann aus Kalk, Glas, Walnussschalen oder auch Trockeneis bestehen. Teilweise werden auch Systeme mit einer Saugglocke verwendet. Dabei wird die Farbe direkt im Gerät aufgefangen. Das Positive an dem Verfahren ist, dass es biologisch und keine chemischen Substanzen oder Arbeitsmittel gesondert entsorgt werden müssen. Der Nachteil dieser Methode, Graffiti zu entfernen, ist, dass man nicht immer bis in tiefe Schichten kommt und so das Graffiti manchmal nicht ganz entfernt werden kann. Außerdem ist es nicht schonend und kann somit nicht auf allen Flächen verwendet werden. Ohne zusätzliche Mittel kommen Laser aus. Das Licht trägt die Graffitis vorsichtig ab. Dieses Verfahren ist sehr schonend und beschädigt den Untergrund nicht. Es wird daher häufig für Denkmäler genutzt.

Reinigung auf verschiedenem Untergrund

Nicht auf allen Untergründen ist die Reinigung einfach. Denn manche Untergründe sind empfindlich. Um diese nicht zu beschädigen, sollten Sie daher vorsichtig sein. Besondere Vorsicht ist bei beschichteten Oberflächen geboten. Denn gerade bei chemischen Substanzen werden alle Schichten angegriffen. Somit wird nicht nur die Graffiti-Farbe entfernt, sondern auch die drunterliegende Beschichtung. Unbeschichtete Untergründe sind meist unproblematisch. Auch glatte Flächen wie etwa Fliesen, Metall oder Glas lassen sich gut reinigen. Hier kann die Farbe nicht so tief eindringen. In Wänden aus Beton oder Klinkern kann der Lack dafür besonders gut eindringen. Hier ist das Entfernen von Graffiti etwas problematischer. Oft muss mehrmals Bleichmittel oder Schattenentferner verwendet werden.

 

Was kostet die Graffitientfernung?

Wer die Entfernung selber übernimmt, spart natürlich viel Geld. Denn dann muss man nur den richtigen Reiniger finden. Um sich Mühe und Zeit zu sparen, kann man aber auch einen Profi engagieren. Dieser kennt sich auch besser aus und weiß, welche Mittel er nutzen muss. Für den Profi fallen natürlich höhere Kosten an. Dabei kommt es aber auch auf die Methode an, mit der das Graffiti entfernt werden soll. Außerdem spielen natürlich die Zeit und die Größe eine Rolle. Wenn sich die Farbe nur schwer lösen lässt, braucht auch der Profi mehr Zeit. Und eine größere Fläche dauert auch länger als ein kleines Bild. Man kann also nur grob sagen, wie teuer die Graffitientfernung ist. Die Kosten können etwa zwischen 20-100 Euro pro Quadratmeter liegen.
Praxistipp: Einige Firmen bieten auch Pauschalpreise an. 

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Und wer zahlt, wenn man von Profis das Graffiti entfernen lässt? Wenn der Übeltäter erwischt wird, kann der Eigentümer das illegale Graffiti als Sachbeschädigung anzeigen. Dann kann er einen Schadensersatzansprüche geltend machen. Doch meistens werden die Graffiti-Sprayer nicht geschnappt. Mit der richtigen Versicherung können Sie das Geld von Ihrer Gebäudeversicherung zurück bekommen. Oft muss man 150€ selbst bezahlen, aber alles darüber hinaus übernimmt die Versicherung. Übrigens: In manchen Fällen können Vermieter die Kosten sogar auf die Mieter umlegen. Dafür müssen diese Kosten aber regelmäßig anfallen. Wird die Bausubstanz durch das Entfernen der Graffiti beschädigt oder angegriffen, muss der Vermieter die Kosten übernehmen. 

 

Graffiti-Schutz: Wie schütze ich mich vor Sprayern?

Damit Sie sich gar nicht erst mit der Entfernung beschäftigen müssen, können Sie sich gegen Sprayer schützen. Damit diese sich nicht trauen zu sprayen, können Sie z.B. Alarmanlagen installieren oder dunkle Ecken beleuchten. Außerdem kann auch eine Wandbegrünung helfen. So ist kein Platz für ein Graffiti.

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Sie können aber auch ein legales Graffiti auf Ihre Wand sprühen lassen. Denn es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass Kunstwerke von anderen Sprayern nicht übersprüht werden dürfen. Sind diese Möglichkeiten nichts für Sie, können Sie sich auch noch für einen Schutzanstrich entscheiden. Diesen gibt es als temporäre, semipermanente und permanente Variante. Die temporäre Schutzschicht hält etwa zwei Jahre und muss dann erneut aufgetragen werden. Die semipermanente hält deutlich länger, sollte aber nach einer Entfernung neu gemacht werden. Die permanente Schicht ist vor allem für Bereiche geeignet, die häufig besprüht werden. Sie soll bis zu 10 Jahren vor ungewollten Schmierereien schützen.

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