Friesenwall Natursteinmauer im friesischen Stil selber bauen

Ein Friesenwall weckt Träume vom Urlaub an der Nordsee und romantischen Naturgärten. Dabei sind die naturbelassenen Trockensteinmauern nicht nur für unsereins ein Traum, sondern auch für die heimische Tierwelt.

Friesenwall mit Rosen bepflanzt
Foto: I, Southgeist, Oldenswort-friesenwall, CC-BY-SA-3.0
Inhalt
  1. Friesenwall selber bauen
  2. Friesenwall: Welche Pflanzen?
  3. Wie teuer ist ein Friesenwall?

Ein Friesenwall ist im Grunde nichts weiter als eine Natursteinmauer, für die runde Findlinge ohne den Einsatz von Mörtel aufgeschichtet werden. Wie der Name schon vermuten lässt, stammt die Mauer ursprünglich aus Friesland. Dort gibt es weder Steinbrüche noch viel Holz, sodass die Menschen sich beim Bau ihrer Grenzwälle mit den Findlingen behelfen mussten, die sie beim Pflügen der Felder fanden. Aufgrund ihrer einzigartigen Optik machte man jedoch schon bald aus der Not eine Tugend und die Friesenwälle breiteten sich schnell in deutschen Gärten aus.

Friesenwall mit Böschung
Eine Variante des Friesenwalls: Hinter der Natursteinmauer geht die Mauerkrone in eine Böschung über. Foto:  Friedrich Haag, Kulturdenkmaeler Utersum Lung Jaat 18 (Friesenwall) 003 2016 05 25, CC BY-SA 4.0

Kleinere Friesenwälle können Sie selber bauen und dadurch eine Menge Geld sparen. Der Bau ist auch für Laien nicht schwer, da die Steine nicht verfugt werden und je nach Größe auch kein Betonfundament nötig ist. Der Friesenwall besteht üblicherweise aus zwei Trockenmauern, die sich im Abstand von 80 Zentimeter gegenüberliegen – der Hohlraum wird mit Sand und Erde aufgefüllt, die Mauerkrone wird bepflanzt – oder schlicht mit abgestochenem Grassoden abgedeckt. Durch die Kombination von Natursteinen und Bepflanzung bietet der Friesenwall vielen Insekten, Reptilien und Amphibien einen Lebensraum und fügt sich daher nicht nur optisch ideal in einen Naturgarten ein.

Gartengestaltung
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Friesenwall selber bauen

Friesenwälle sind traditionell etwa 80 cm hoch und in etwa genau so tief. Das trifft sich gut, denn bis zu einer Höhe von einem Meter können Sie den Friesenwall selber bauen und benötigen dafür nicht einmal ein richtiges Betonfundament. Soll der Friesenwall höher werden, sollten Sie hingegen einen Fachmann beauftragen. Für einen Sichtschutz reicht es jedoch meist, die Mauerkrone mit hohen Pflanzen zu bestücken. Den Friesenwall bauen Sie in nur sieben Schritten selbst:

  1. Fundament ausheben: Heben Sie ein 20 Zentimeter tiefes Loch aus mit einer Breite von 80 bis 100 Zentimetern. Heben Sie die Erde auf. Sie kann später zwischen den beiden Mauern als Füllung verwendet werden.
  2. Sand einfüllen: Füllen Sie das Loch komplett mit Sand auf und stampfen Sie es mit einem Handstampfer gut fest.
  3. Steine sortieren: Die Steine sollten von unten nach oben immer kleiner werden, auch sollten die Steine, die ganz unten liegen, auf der einen Seite möglichst breit sein und auf der anderen spitz zulaufen.
  4. Neigungswinkel: Spannen Sie eine Schnur in 80 cm Höhe mit einem Neigungswinkel von 10 bis 15 Grad zur Außenseite der untersten Steine. So weit muss sich die Mauer nach innen verjüngen, damit sie später stabil ist.
  5. Steine verlegen: Für die erste Lage nehmen Sie die größten Steine. Die breite Auflagefläche kommt nach oben, die spitzere Seite wird in den Boden gedrückt. Die weiteren Lagen bauen sie nun immer versetzt ein, sodass die Fugen nicht von oben nach unten durchlaufen. Die Steine sollten dabei immer ihre Nachbarsteine berühren.
  6. Zwischenräume füllen: Die Zwischenräume zwischen den Mauern und den einzelnen Steinen füllen Sie Lage für Lage mit auf. Drücken Sie das Sand-Erde-Gemisch immer wieder fest.
  7. Mauerkrone bepflanzen: Auf die Mauerkrone kommt eine Schicht aus magerer Erde, die Sie nun nach Herzenslust bepflanzen können.
 

Friesenwall: Welche Pflanzen?

Die Mauerkrone eines Friesenwalls ist ständig der Sonne ausgesetzt, während das Wasser schnell im Wall versickert. Die Pflanzen sollten daher idealerweise mit Trockenheit und viel Sonne zurechtkommen. Gut eignen sich etwa Gräser, Hauswurz, Sauerampfer, Lavendel oder Gewürzkräuter. Der Klassiker auf dem Friesenwall ist allerdings die Rose. Diese benötigt dann allerdings auch etwas mehr Pflege.

Friesenwall mit Rosen bepflanzt
Auf einem Friesenwall werden traditionell Rosen gepflanzt. Foto: Piroschka
 

Wie teuer ist ein Friesenwall?

Für einen Friesenwall benötigen Sie Steine, Sand, Erde und Pflanzen. Hinzu kommen noch Handwerkskosten, falls Sie den Wall professionell errichten lassen. Für einen Meter eines 0,8 Meter hohen Friesenwalls müssen Sie mit folgenden Kosten rechnen.

  • Steine: Je nach Art kosten Sie zwischen 20 bis 50 Euro pro Meter Mauer. Am günstigsten ist Porphyr, teurer wird es mit Granit, Dolomit und Basalt.
  • Sand und Erde: Zum Auffüllen des Erdaushubs und zum Füllen des Walls kostet Sie das gut 5 bis 7 Euro pro Meter. Die Erde aus dem Aushub können Sie wiederverwenden, kaufen Sie daher nicht sofort säckeweise Erde.
  • Pflanzen: Je nach Pflanzenart kosten sie gut 15 bis 40 Euro pro Meter Mauerkrone.
  • Transport: Für einen Transporter oder Lieferung des Materials rechnen Sie mit 20 bis 30 Euro pro Meter Material
Friesenwall
Foto: Friedrich Haag, Kulturdenkmaeler Midlum An de Marsch 81 - 81a (Friesenwall) 005 2016 05 30, CC BY-SA 4.0
  • Handwerker: Kommen noch Handwerkskosten hinzu, kostet Sie das 30 bis 50 Euro pro Meter Friesenwall.
  • Gärtner: Bepflanzt ein Gärtner Ihren Friesenwall kostet das noch einmal 5 bis 10 Euro pro Meter.

Wenn Sie den Friesenwall selber bauen, kostet Sie das daher zwischen 60 und 130 Euro pro Meter Mauer. Lassen Sie den Wall professionell errichten, müssen Sie für die gleiche Mauer zwischen 95 und 190 Euro pro Meter einrechnen. 100 Meter Friesenwall können daher zwischen 6000 und 19000 Euro kosten.

Foto, Aufmachen: I, Southgeist, Oldenswort friesenwall, CC BY-SA 3.0

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