Dachbodenausbau: Trockenestrich selbst verlegen

Schnell, praktisch und einfach zu verlegen: Trockenestrich wird als Alternative zur flüssigen Variante immer beliebter. Möchten Sie beim Dachausbau den Trockenestrich selbst verlegen, dann finden Sie hier eine Anleitung und Materialübersicht.

Im Gegensatz zu dem in Deutschland am häufigsten verwendeten Zementestrich, werden nun auch Trockenestrich-Varianten immer beliebter. Besonders bei Sanierungsarbeiten in Altbauten oder aber bei der Konstruktion von Fertighäusern wird der Trockenestrich mittlerweile aufgrund der Zeitersparnis (Trockenzeit entfällt!) im Vergleich zum Fließestrich bevorzugt.

Fließestrich hat den Vorteil einen unebenen Boden selbst auszugleichen, bei den Trockenestrich-Varianten sollte zuvor eine Nivellierung mittels Trockenschüttung erfolgen. Diese dient gleichzeitig auch als Trittschall- uund Wärmedämmung sowie als Schutz vor Feuer und Feuchtigkeit.
Der große Vorteil der Bauplatten ist, dass der Boden nach Verlegen von Trockenestrich sofort begeh- und belastbar ist. Fließestrich dagegen muss teilweise bis zu sieben Tage austrocknen, bevor der Boden belastbar ist und kann bis zu 30 Tage in Anspruch nehmen, bevor der gewünschte Bodenbelag montiert werden kann. In unserem Verlegebeispiel haben wir die Trockenestrichplatten Brio von Knauf (18 mm), sowie den Knauf Brio Falzkleber und die Knauf Brio Schrauben (17 mm) verwendet.

Fußboden
Unebene Holzbalkendecke mit Schüttung ausgleichen

Mit einer Trockenschüttung und stabilen Estrichplatten erhält man schnell einen gut schallgedämmten, ebenen Untergrund für den Bodenbelag. Weil eine...

 

Materialübersicht: Trockenestrichplatten im Vergleich

Wie beim Fließestrich, gibt es auch bei Trockenestrich unterschiedliche Materialien, die unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Bevor Sie sich für ein Trockenestrich-Material entscheiden, sollten Sie sich genau informieren und die Entscheidung ihren individuellen Maßnahmen anpassen.

Gips

Gipsfaserplatten

Gipskarton besteht aus Gips, Fasern zur Armierung und einer Kartonummantelung aus Kraftpapier. Diese äußere Ummantelung trägt wesentlich zur Stabilität der Platten bei. Gipsfaserplatten wie in unserem Verlegebeispiel kommen dagegen ohne eine schützende, aber empfindliche Ummantelung aus. Sie bestehen komplett aus einem Gips-Zellulosefaser-Gemisch und sind robuster als Gipskarton. Meist sind sie werkseitig imprägniert. In Feuchträumen empfiehlt sich dennoch ein abdichtender Anstrich vorm Fliesenlegen, bei Gipskarton ohnehin. In Wohnräumen reicht eine Grundierung, die den Gipsstaub bindet. Gipstrockenestrich an sich ist nicht brennbar (A2) und wird schwimmend verlegt. Die Verklebung und Verschraubung untereinander erfolgt am Falz.

Zement

Zementbauplatten

Zementfaserplatten bestehen aus Zement, Füllstoffen und Faserrn zur Armierung. Sie sind feuchteunempfindlich und nicht brennbar (A1). Deshalb bilden sie zum Beispiel einen idealen Unterboden im Badezimmer. Sie sind allerdings schwer; rund 34 kg pro Quadratmeter. Zur Verlegung von Platten in den Maßen von zum Beispiel 600 x 900 x 22 mm ist also Kraft erforderlich. Die glatte, feste Oberfläche ist ein bisschen saugfähig und sollte grundiert werden. Der Untergrund muss eben sein und das hohe Gewicht tragen können, gegebenenfalls ist vorher eine Trockenschüttung aufzubringen. Die Zementplatten werden dann schwimmend verlegt, die Verklebung und Verschraubung erfolgt nur untereinander am Falz.

Span

Spanplatte

Als Bodenverlegeplatte kommen reine Spanplatten und zementgebundene Spanplatten zum Einsatz. Letztere werden nicht mit Harzen gebunden, sondern mit Zement. Das macht sie sehr robust, relativ feuchteunempfindlich und es verbessert den Brandschutz. Normale Holzspanplatten bestehen in ihren äußeren Schichten aus feinen, dicht liegenden Holzspänen, in der Mitte aus gröberen, eher locker liegenden Spänen. Empfehlenswert sind Platten der Emissionsklasse E1( am Boden etwas feuchtebeständig) sowie der Typ P3 oder P5 (statisch etwas belastbarer). Spanplatten weisen Nut und Feder auf, man verschraubt sie kraftschlüssig mit dem Untergrund. Auf Hartschaum aufgebrachte Spanplatten werden dagegen schwimmend verlegt.

OSB

OSB-Platten

OSB steht für Oriented Strand Board. Dabei handelt es sich um kustharzgebundene, dreischichtig aufgebaute Flachpressplatten aus Strands beziehungsweise groben Spänen. Die Späne der Deckschicht sind rechtwinklig zu denen der Mittellage orientiert. Die groben Späne sorgen für eine rauere Oberfläche und höhere mechanische Belastbarkeit als bei Spanplatten. Auch der Gehalt an Bindemitteln kann dadurch geringer ausfallen. Zum Einsatz kommen entrindetes Kiefernholz, je nach Qualität auch Fichte, Tanne und sogar Laubhölzer. Geeignet im Trocken- (OSB/2) und im Feuchtebereich (OSB/3, OSB/4), sowie als Oberboden (lackiert). Nut-Feder-Profile sorgen für eine sichere Verlegung (kraftschlüssig durch Verschraubung mit dem Untergrund).

Quelle: Sonderheft 3 / 2019

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