Pollenallergie Heuschnupfen durch Frühblüher und Gräser-Pollen

Mit den ersten Frühlingsboten hat es vielen AllergikerInnen bereits in der Nase gekitzelt. Neben den Frühblühern lösen vor allem Gräser- und Getreide-Arten Pollenallergien aus!

Pollenallergie
Foto: iStock / Sabine Hortebusch
Inhalt
  1. Welche Pollen fliegen jetzt?
  2. Frühblüherallergie: 5 frühe Pollen
  3. Wenn Gräser Pollenallergien auslösen
  4. Getreidepollen mit Allergie-Risiko

Früher war alles besser? Zumindest für Heuschnupfen-Geplagte ist an diesem gern dahingesagten Spruch durchaus was dran. Gehörten verstopfte Nase und tränende Augen aufgrund einer Pollenallergie für Sie in den warmen Monaten nun mal irgendwie dazu, gönnte ihnen wenigstens der Winter eine Verschnaufpause. Doch inzwischen kribbelt es den gut zwölf Millionen Pollen-Allergikern in Deutschland unter Umständen schon nach der Schneeballschlacht in der Nase. Alles Einbildung?

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Nein, denn mittlerweile fliegen die Pollen fast ganzjährig. Haselpollen schweben bereits ab Dezember umher, unmittelbar danach verbreitet die Erle ihren Pollen über die Luft. Eine pollenfreie Zeit gibt es inzwischen fast gar nicht mehr. Ein Grund dafür ist der Klimawandel.

 

Welche Pollen fliegen jetzt?

Vor allem acht Pflanzen-Arten lösen starke Pollenallergien aus: Hasel, Erle, Birke, Roggen, Gräser, Esche, Beifuß und Ambrosia. Der Pollenflug-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienst zeigt, wann hier die Belastung besonders hoch ist. Die ersten davon sind schon im Winter unterwegs.

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Die stetig steigenden Temperaturen lassen die Pflanzen früher blühen, darunter die für viele Allergiker besonders schwierigen, da aggressiven Sorten wie Hasel, Birke und Gräser. Welche Pollen jetzt gerade fliegen und wann die Pflanze blüht, die bei Ihnen eine Pollenallergie auslöst, haben wir in unserem kostenlosen Pollenflug-Kalender zum Download zusammengefasst.

Gleichzeitig ist auch der Pollenflug viel stärker geworden. Laut Studien etwa dreimal stärker als auf dem Land. Schuld ist wahrscheinlich die steigende CO2-Konzentration. Zusammen mit der zunehmenden Feinstaub-Belastung in der Stadt entsteht eine gefährliche Kombination. Die Pollen heften sich an die feinen Staubkörnchen und reizen die Atemwege dadurch besonders stark. Die Folge: Auch die Symptome werden stärker. Aber das Video zeigt, was jeder einzelne tun kann, um die Symptome seiner Pollenallergie zu mildern:

 

Praxistipp: Welche Möglichkeiten zur Heuschnupfen-Behandlung Ihnen offen stehen, hat praxisVita ausführlich zusammengetragen >>

 

Frühblüherallergie: 5 frühe Pollen

  1. Mit seinen Nüssen mag er viele erfreuen. Für Allergiker ist der Haselstrauch oft ein Graus. Die Pollen zählen zu den acht, auf die die meisten Deutschen allergisch reagieren. Vorkommen: November bis Mai, Hauptblütezeit: Januar bis März.
  2. Bei Pollen-Geplagten fahren die schönen Kätzchenblüten ihre Krallen aus. Auch sie zählen zu den Pollen mit dem größten Allergiepotenzial. Vorkommen: November bis Juli, Hauptblütezeit: Februar bis März.
  3. Wenn die weißen Samen durch die Luft wirbeln, scheint es im Frühling zu schneien. Bei Heuschnupfen ist diese Pappelwolle kein Problem: Sie enthält keine Pollen. Die fliegen früher, sind aber nicht besonders aggressiv. Vorkommen: Februar bis Juni, Hauptblütezeit: März bis April.
  4. Auch die Weide lässt ihre Pollen schon sehr früh im Jahr vom Winde verwehen. Für viele Allergiker sind Weidenkätzchen aber nicht der Hauptgrund für juckende Augen und Schniefnase. Vorkommen: Februar bis Juli, Hauptblütezeit: März bis Mai.
  5. Die Pollen der Esche haben dagegen ein sehr hohes Allergiepotenzial. Auch wenn die Blüten des Baums eher unscheinbar sind, produzieren sie doch eine Menge des aggressiven Staubs. Vorkommen: Januar bis Juli, Hauptblütezeit: April.
 

Wenn Gräser Pollenallergien auslösen

Wenn Gräserpollen die Heuschnupfen-Allergie auslösen, ist der Betroffene schwer getroffen. Denn seine Leidenszeit dauert unter Umständen viele Monate: Die Flugsaison von Gräserpollen kann bereits Ende April / Anfang Mai erste Beschwerden verursachen und dauert bis Ende September an. Der heimische Rasen ist meist ungefährlich, weil er immer wieder gemäht wird und so nie zur Blüte kommt. Kritischer für Gräserpollen-Allergiker sind Weiden und Wiesen (auch Stadtparks), auf denen das Gras frei wächst, selten gemäht wird und so seine Pollen ungehindert absondern kann.

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Getreidepollen mit Allergie-Risiko

Bei den Getreidepollen besitzt vor allem der Roggen ein hohes allergenes Potenzial – Weizen, Gerste und Hafer sind weniger allergieauslösend. Beim Roggen ist zudem das Problem, dass der Wind die Getreidepollen über sehr weite Strecken trägt. Auch hat wildes Aussäen (z. B. durch Vögel) dazu geführt, dass Roggen praktisch überall wächst: an Feld- und Waldrändern, entlang der Autobahn und sogar auf den Grünstreifen mitten in der Stadt. Durch Züchtung verschiedener Getreidesorten, die sich vor allem in ihrer Erntezeit unterscheiden (vgl. Sommerweizen und Winterweizen), ist heute über einen langen Zeitraum (April bis September) mit einer Getreidepollen-Belastung der Luft zu rechnen.

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