Orchideenarten

Mit über 20.000 Arten gehört die Pflanzenfamilie der Orchideen zu den artenreichsten der Welt – der Antarktis ausgenommen, lassen sie sich auf jedem Kontinent der Erde Orchideen-Arten entdecken. Wir geben einen Überblick!

Orchideenarten
Ob groß oder klein, einfarbig oder bunt gemustert – die Familie der Orchideen begeistert mit ihrer ungewöhnlich großen Artenvielfalt. Foto: iStock/Kisa_Markiza
Inhalt
  1. Zimmerpflanzen: Die beliebtesten Orchideenarten
  2. Pflegeleichte Orchideenarten für Einsteiger
  3. Heimische Orchideenarten

Wer bei Orchideen nur an die klassische Phalaenopsis denkt, verpasst etwas: Die Pflanzenfamilie strotzt mit ihren etwa 1.000 Gattungen und über 20.000 Arten nur so vor Artenvielfalt. Warum die Orchideen-Familie so viele Arten entwickelt hat, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Sicher ist jedoch, dass die Wechselwirkung mit anderen Organismen wie Bienen und Pilzen seit über 80 Millionen Jahren einen großen Beitrag zur Entstehung neuer Orchideen-Arten beiträgt. 
Während viele Naturformen – insbesondere auch die hierzulande heimischen – in zunehmender Gefährdunge durch Veränderungen und Verlust ihrer Lebensräume leben, wächst die Anzahl gezüchteter Hybrid-Arten für die Kultivierung als Zimmerpflanzen stetig an.

Praxistipp: Nicht jede Orchideenart ist dermaßen für Anfänger geeignet wie die vielen Züchtungen der Phalaenopsis-Familie. Diese Orchideen-Art muss man im Prinzip nur richtig gießen! Dass das wirklich jeder kann, zeigt das folgende Video:

 
 

Zimmerpflanzen: Die beliebtesten Orchideenarten

Besonders als Zimmerpflanze erfreut sich die vielseitige Pflanzenfamilie der Orchideen an großer Beliebtheit. Wir geben einen Überblick über die beliebtesten Gattungen und Orchideen-Arten:

Phalaenopsis

In Deutschlands Wohnzimmern wohl am häufigsten anzutreffen sind Orchideen der Gattung Phalaenopsis, auch Nachtfalter- oder Schmetterlings-Orchideen genannt. Die meist epiphytischen Arten dieser Gattung stammen ursprünglich aus den tropischen Regenwäldern Südost-Asiens und fühlen sich dementsprechend in warmer Umgebung mit Mindesttemperaturen von etwa 15°C, einer hohen Luftfeuchtigkeit und vor direkter Sonnen geschützt wohl.

Orchideenarten
Nicht nur die klassisch weiße Phalaenopsis, auch eine endlos lange Liste diverser Natur- und Kulturhybride schmückt mittlerweile viele Wohnzimmer. Foto: iStock/ Vincent Scherer

Die Gattung der Phalaenopsis umfasst etwa 100 Arten, Unterarten, Varietäten und Naturhybride. Sehr viel verbreiteter sind jedoch die robust gezüchteten Kulturhybride, deren Anzahl jährlich um etwa 200 bis 300 neue Arten steigt. 

Dendrobium

Mit über 1200 in der Natur vorkommenden Orchideenarten ist die Gattung der Dendrobien eine der umfangreichsten der gesamten Pflanzenfamilie der Orchideen. Die Dendrobium-Arten haben sich an unterschiedlichste Standortbedingungen von Indien über Südostasien bis in das Landesinnere Australiens gewöhnt – die meisten wachsen als Aufsitzerpflanzen auf Bäumen, die Gattung umfasst jedoch ebenso litophytisch (auf Gestein wachsende) Arten. 
Die in Europa als Zimmerpflanze verwendeten Kulturhybride stehen gern an hellen, jedoch vor direkter Sonneneinstrahlung geschützten Standorten und benötigen meist eine Winterruhe, um im nächsten Jahr eine Blüte entwickeln zu können. Je nach Art sollten die Temperaturen dann zwischen 6°C und 22°C liegen. Mit ihrem dekorativen Blütenstand überzeugt die Dendrobium vom Frühling bis in den Herbst – ab Mai können Sie die Pflanzen dieser Orchideen-Art nach draußen an einen halbschattigen Standort stellen, denn die wechselnden Temperaturen regen das Blütenwachstum an!

Vanda

Vanda-Orchideen werden im Vergleich zu anderen Gattungen häufig hängend und wurzelnackt, also ohne Substrat kultiviert. Die etwa 80 natürlicherweise in Südostasien vorkommenden Orchideen-Arten imponieren bei richtiger Pflege sowohl mit gelben, orangen und roten als auch rosafarbenen, violetten oder weißen Blüten.
Zum Blühen benötigen Vanda-Arten meist einen sehr hellen und luftigen Standort, an dem die Temperaturen beständig über 15°C liegen. Im Winter kann die Pflanze an ein Südfenster ziehen, im Sommer sollte direktes Sonnenlicht vermieden werden. Anstatt die Vanda zu gießen, können Sie ihre Wurzeln alle 2-3 Tage in kalkarmes Wasser tauchen. Als Pflanzgefäße eignen sich vor allem Orchideenkörbe oder hohe Glasgefäße. 

Cattleya

Orchideen der Gattung Cattleya stammen ursprünglich aus Südamerika, wo sie epiphytisch oder litophytisch wachsen. Als Zimmerpflanze bevorzugen die meisten Arten einen hellen und warmen Standort mit möglichst hoher Luftfeuchtigkeit. Wer eine Orchideenart für das Südfenster sucht, liegt mit einer Cattleya goldrichtig, denn im Gegensatz zu anderen Orchideen vertragen diese auch direktes Sonnenlicht recht gut. Bei zu wenig Licht, bleibt die Blüte hingegen aus. 
Aufgrund ihrer eindrucksvollen, großen Blüten in allerlei Farben werden Cattleya-Orchideen hierzulande nicht nur gern als Zimmerpflanzen, sondern auch als Schnittblumen verwendet. Der Zeitpunkt der Blüte hängt sowohl von der jeweiligen Orchideen-Art als auch den Standortbedingungen ab. 

 

Pflegeleichte Orchideenarten für Einsteiger

Wer sich an der Pflege einer eigenen Orchidee versuchen möchte, greift am besten zu einer Multihybrid-Art – diese Pflanzen wurden speziell für die Nutzung als Zimmerpflanze kultiviert und sind dementsprechend robust und blühfreudig. Sowohl Naturformen als auch Primärhybride sind für gewöhnlich komplizierter in der Pflege und verzeihen Gießfehler oder falsche Standortbedingungen eher weniger. 

Zimmerpflanzen
Orchideen pflegen

Orchideen sind beliebte, aber auch eigensinnige und pflegebedürftige Zimmerpflanzen

Ob große Blüten oder kleine Blüten, eine niedrig oder hoch wachsende Art, weiße, rosafarbene oder gelbe Blüten – in der Flut der Orchideen-Hybriden lassen sich jede Menge schöne Sorten entdecken. In Baumärkten finden Sie viele Multihybride zum kleinen Preis, die sich für den Einstieg in die Orchideenpflege hervorragend eignen. 
Wer sich an Naturformen oder Primärhybride traut, findet hier verschiedene Orchideenarten für Anfänger:

  • Phalaenopsis bastianii
  • Phalaenopsis mannii
  • Phalaenopsis equestris
  • Phalaenopsis mariae
  • Dendrobium kingianum
  • Calanthe vestita

Sowohl auf Vanda-Orchideen als auch Cattleya-Arten sollte Sie als Einsteiger lieber verzichten. Auch wenn Sie sich für eine Hybrid-Form entscheiden, ist etwas Vorerfahrung bei Sorten dieser Gattungen von Vorteil!

Worauf Sie neben der Auswahl der idealen Orchideenart beim Kauf einer Orchidee noch achten sollten, erfahren Sie hier:

Zimmerpflanzen Orchideen kaufen
Orchideen kaufen

Bevor Sie bei Ihnen im Wohnzimmer landen, haben Orchideen bereits einen langen Weg hinter sich. Weite Transportwege und lange Lagerzeiten verkraften...

 

Heimische Orchideenarten

Wer an Orchideen denkt, hat womöglich zuerst eine der obenstehenden, hierzulande als Zimmerpflanzen bekannten Arten vor Augen. Und obwohl der Großteil der Orchideen-Arten in subtropischen oder tropischen Gebieten Mittel- und Südamerikas sowie Asiens vorkommen, finden sich unter den etwa 1000 Gattungen mit geschätzt bis zu 30.000 verschiedenen Arten auch einige in Europa heimische Orchideen, die sogar in Deutschland in freier Natur wachsen:

  • Gelber Frauenschuh (Cypripedium calceolus)
  • Violetter Dingel (Limodorum abortivum)
  • Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)
  • Wohlriechende Händelwurz (Gymnadenia odoratissim)
  • Grüne Hohlzunge (Coeloglossum viride)
  • Kleines Knabenkraut (Anacamptis morio)
  • Sumpf-Knabenkraut (Anacamptis palustris)
  • Fleischfarbenes Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata)
  • Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris)
  • Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia)
  • Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera)
  • Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica)
Orchideenarten
Der Gelbe Frauenschuh ist die einzige in Deutschland vorkommende Orchideen-Art der Gattung der Frauenschuhe. Bevorzugt wächst er in schattigen Laubwäldern oder an Berghängen. In Deutschland steht er auf der roten Liste gefährdeter Arten. Foto: iStock/artenex

Bevorzugt wachsen die terrestrischen Pflanzen in naturnahen Wäldern, auf magerem Trockenrasen, Feuchtwiesen oder in Mooren. Wegen der stetigen Veränderungen und des Verlusts ihrer Lebensräume – zum Beispiel durch die Nutzung der Flächen für landwirtschaftliche Zwecke und der damit einhergehenden Eutrophierung – sind die meisten der heimischen Orchideenarten in Deutschland jedoch nur noch sehr selten zu finden. Zum Schutz der abnehmenden Exemplare gibt es in vielen Bundesländern Verbände (z.B. Arbeitskreise Heimische Orchideen). 
Wenn Sie eine Orchidee im Garten pflanzen möchten, sollten Sie ausschließlich eine zertifizierte Pflanze bei vertrauenswürdigen Händlern erwerben. Besonders auf Transparenz hinsichtlich der Herkunft der Orchidee ist zu achten! 

Achtung: Die Entnahme von wild wachsenden Orchideen ist in Deutschland strafbar! Alle der heimischen Arten stehen unter Artenschutz und würden eine Umsiedlung in den Garten wohl auch nur im seltensten Fall überleben! 
Wenn Sie eine Orchidee in freier Wildbahn entdecken, freuen Sie sich stattdessen lieber, einen wohl weitestgehend unberührten und gesunden Fleck gefunden zu haben. 

Beliebte Inhalte & Beiträge
Mehr zum Thema
Copyright 2021 selbst.de. All rights reserved.