Orchideen schneiden

Als wohl beliebteste Zimmerpflanze der Deutschen, wirft die Orchidee immer wieder Fragen auf – besonders in puncto Orchideenschnitt: Soll ich meine Orchideen überhaupt schneiden? Wenn ja, was darf geschnitten werden und was nicht? 

Orchidee schneiden
Ein Rückschnitt dient nicht immer nur der Pflege – auch als Schnittblumen sind Orchideen sehr beliebt. Foto: iStock/wachira aekwiraphong
Inhalt
  1. Orchideen: Blütentriebe schneiden
  2. Orchideen: Luftwurzeln kürzen
  3. Orchideen: Blätter abschneiden
  4. Womit Orchideen schneiden?

In der Regel müssen Orchideen nur recht selten zurückgeschnitten werden. Die Stängel Ihrer Orchidee schneiden Sie möglichst erst dann, wenn sie sie komplett abgeblüht ist. Eine Ausnahme bilden nur vertrocknete, faulige oder kranke Pflanzenteile – diese sollten Sie möglichst umgehend entfernen, damit sich Schädlinge und Pilze nicht auf den Rest der Orchidee übertragen. Der ideale Zeitpunkt für den Rückschnitt der Wurzeln ist beim Umtopfen Ihrer Pflanze.

 
 

Orchideen: Blütentriebe schneiden

Wann, wie und ob Sie die Triebe Ihrer Pflanze zurückschneiden sollten, hängt vorrangig von der Orchideen-Art ab. Die Zimmerpflanzen lassen sich in eintriebige und mehrtriebige Arten unterteilen. Zu den eintriebigen Arten zählen zum Beispiel Dendrobien oder die Paphiopedilum-Orchideen (Venusschuhe), die beliebte Phalaenopsis ist dagegen mehrtriebig.

Eintriebige Orchideen zurückschneiden

Bei einer eintriebigen Orchidee wird der abgeblühte Stängel am Ansatz abgeschnitten, da keine weiteren Blüten oder neue Seitentriebe zu erwarten sind. Für eine neue Blüte entwickelt die Pflanze einen neuen Trieb. Ist der radikal gekürzte Stängel nach einer Weile vertrocknet, ziehen Sie diesen bestenfalls komplett aus der Erde, um keine Reste in der Pflanze zu hinterlassen.

Mehrtriebige Orchideen zurückschneiden

Der richtige Schnitt einer mehrtriebigen Orchidee unterscheidet sich insofern von den eintriebigen Arten, als Sie die Blütenstängel in der Regel nur bis knapp über dem dritten Auge kürzen. Die Meinungen über den richtigen Zeitpunkt des Schnitts gehen hier auseinander. Einige Orchideen-Liebhaber schneiden die grünen Stängel direkt nach der Blüte auf etwa 2-3 cm über dem dritten Auge zurück, um damit die Ausbildung eines neuen Blütentriebs am schlafenden Auge anzuregen. Andere dagegen schwören darauf, der Pflanze zuerst einmal etwas Ruhe zu gönnen und abzuwarten, ob sich am abgeblühten Trieb nicht eine weitere Blüte entwickelt. Die schlafenden Augen können nämlich auch ohne Rückschnitt blühende Seitentriebe ausbilden. 

Orchidee schneiden
Die Nodien einer Orchidee – auch Augen genannt – erkennen Sie an den Verdickungen am Zweig. Foto: iStock/fermate

Unser Tipp: Warten Sie nach der Blüte noch einige Zeit ab, bevor Sie den Trieb kürzen. Manchmal benötigt die Orchidee nur eine kleine Ruhephase, bevor sie erneut in üppiger Blüte erstrahlt. Sollte der Trieb jedoch anfangen auszutrocknen, ist es an der Zeit, den Stängel über dem dritten Nodium abzuschneiden und auf einen Austrieb zu hoffen. Vertrocknet der Trieb erneut, können Sie ihn wie bei den eintriebigen Pflanzen bis auf den Ansatz kürzen und seine vertrockneten Reste nach einer Weile komplett entfernen. 

 

Orchideen: Luftwurzeln kürzen

Kreuz und quer – Orchideen sind mitunter für ihr chaotisches Luftwurzel-Wachstum bekannt. Viele Orchideen-Besitzer fragen sich, ob sie diese wild wuchernden Wurzeln kürzen oder gar ganz abschneiden dürfen. Kurz gesagt: Nein! 
Die Luftwurzeln stellen für die Orchidee einen sehr wichtigen Teil der Pflanze dar, über den sie Nährstoffe und Wasser aus der Luft aufnimmt. Werden gesunde Wurzeln aus rein optischen Gründen geschnitten, fügen Sie Ihrer Pflanze unnötig Schäden zu und schwächen sie. 

Orchidee schneiden
Wenn einzelne Wurzeln von Schädlingen befallen, krank oder abgestorben sind, sollten Sie sie umgehend kürzen, um Ihre Pflanze zu schützen und zu schonen. Foto: iStock/CemSelvi

Kranke oder abgestorbene Wurzeln und Wurzelteile sollten Sie dagegen unbedingt abschneiden. Ist eine Wurzel abgestorben, erkennen Sie dies meist daran, dass sie komplett vertrocknet sind. Wenn Sie beim Umtopfen statt grüner Wurzeln eher braune und matschige Wurzeln entdecken, sind diese faulig und sollten vor dem Eintopfen mit einer scharfen und sauberen Schere entfernt werden. 

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Orchideen: Blätter abschneiden

Auch wenn die Blätter Ihrer Orchidee braune Stellen – zum Beispiel einen Sonnenbrand – aufweisen oder gelb werden, sollten Sie nicht zur Schere greifen. In der Regel entscheidet Ihre Pflanze selbst, wann es an der Zeit ist, die Blätter abzuwerfen. Warten Sie bis es soweit ist, dann können Sie die verwelkten Blätter ganz einfach abziehen. Das Schneiden der Blätter sollten Sie unbedingt vermeiden, um Bakterien, Viren, Pilzen und Schädlingen keine Angriffsfläche zu bieten. Eine Ausnahme bilden faulende oder stark von Schädlingen befallene Blätter – diese entfernen Sie am besten möglichst schnell, um eine Ansteckung der gesamten Pflanze zu vermeiden. Geben Sie als Schutzbarriere anschließend ein wenig Zimt auf die Schnittstelle.

Oft sind es Pflegefehler, die einen rettenden Orchideen-Schnitt nötig machen. Lesen Sie, wie Sie Ihre Orchidee vor Krankheiten schützen und sie im Notfall retten können >>>

 

Womit Orchideen schneiden?

Ihre Zimmerpflanze sollten Sie ausschließlich mit scharfem und sauberem Werkzeug zurückschneiden. Je nach Präferenz und Geschick können Sie dazu ein scharfes Messer oder eine Schere verwenden. Wir empfehlen Ihnen eher, eine geeignete Schere zu verwenden, denn bei der Verwendung eines Messers ist das Risiko höher, die Blütenstängel zu quetschen oder abzureißen und die Pflanze damit zu verletzen.

Achtung: Wenn Sie mehrere Pflanzen oder faulige beziehungsweise kranke Pflanzenteile schneiden, desinfizieren Sie Ihr Schneidewerkzeug zwischendurch immer mal wieder, um Übertragungen zu vermeiden. Verwenden Sie dazu zum Beispiel hochprozentigen Alkohol, Spiritus oder kochendes Wasser.

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