Kaminkassette

Ofen mit Kamineinsatz neu bauen

Aus selbst ist der Mann 12/2019

Leises Knistern, spektakuläres Feuerspiel und wohlige Wärme – ein Kamin ist und bleibt ein kleines Stück Luxus in den eigenen vier Wänden. Doch der nostalgische Kamin hat nicht nur Vorteile. Durch einen Ofen mit Kamineinsatz können Sie Ihre Wohnqualität verbessern.

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Foto: Klaus Erich Haun, Claudio Kalex, Peter Baruschke

Ofen mit Kamineinsatz neu bauen

Gemütlich und gefahrenlos lässt es sich neben dem neugebauten Ofen mit Kamineinsatz entspannen. 

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Als Erstes wird der Kamineinsatz platziert und mit Hilfe der Stellfüße waagerecht ausgerichtet.

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Für das neue Rauchrohr musste die alte Wandmuffe herausgestemmt werden. Später folgt eine neue.

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Hier zunächst ein provisorischer Anschluss zur weiteren Ausrichtung. Praktisch für den Anschluss: komplette Ofenrohrsets.

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Bevor der Ofenbauer mit der Ummauerung beginnt, wird die Ausrichtung nochmals kontrolliert.

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Der untere Bereich bis zum Feuerraum lässt sich gut mit Porenbeton mauern, hier zugeschnittene Planbauplatten.

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Die Steine werden zuunterst in Normalmörtel gesetzt und fluchtgerecht ausgerichtet. Auch an den Stirnseiten wird vermörtelt.

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Hinter den Kamin werden wandseits Silikatplatten gesetzt und mit speziellem Kleber der Plattenhersteller verklebt. Sie dienen zur Dämmung, zum Brandschutz und zur Schimmelprävention.

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Stoßkanten werden mit etwas Kleber versehen, Platten dicht aneinandergesetzt und austretender Kleber abgestoßen. 

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Sogenanntes Keramikvlies ist nicht brennbar und kann zum Ausstopfen schmaler Fugen hinterm Kamin verwendet werden.

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Die Silikatplatten an der Wand schließen auf Höhe der späteren Ummauerung ab.

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Der Sockelbereich wird mit Porenbeton weitergemauert; links ist ein Luftaustritt vorgesehen. Die Planbauplatten ...

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... haben genau die richtige Größe und Stärke, um sie auch quer über die Ummauerung als Abdeckung legen zu können.

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Nachdem die Silikatplatten an der Wand verklebt sind, folgt die neue Wandmuffe, die der Ofenbauer in feuerfesten Mörtel setzt.

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Dort, wo der Kamin Wärme abstrahlen kann, werden nun passende Schamotteplatten zur Ummauerung verwendet. Diese sind in zahlreichen Formaten erhältlich.

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Eine Art Sockelprofil am Kamin dient als Auflage für die weitere Ummauerung. Unter die erste Schicht folgen Streifen aus Keramikvlies.

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Die Schamotteplatten liegen so satt auf und Schallbrücken werden unterbunden. Die Platten werden an Stoß- und Lagerfugen ...

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... in feuerfesten Mörtel gesetzt und im Verband ohne Kreuzfugen gemauert. Die Mauerflucht wird mit Wasserwaage kontrolliert.

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Ziegelelemente, z.B. keramische Fassadenplatten, sind druckstabil und können als Abdeckung dienen. Auch hier wird ein ...

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... Warmluftaustritt geplant. Mit einem Nassschneidegerät schneidet man die entsprechende Öffnung in den Ziegel hinein.

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Anschließend werden die Ziegelelemente vermörtelt. Als Warmluftgitter darf man nur hitzebeständige Produkte einsetzen.

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An allen Kanten setzt der Ofenbauer nun Putzprofile/Kantenprofile (aus Metall, nicht aus Kunststoff!) in Mörtelbatzen.

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Herausquellender Mörtel wird mit der Kelle glattgestrichen. Der Kamineinsatz sollte vorher mit Kreppband abgeklebt werden.

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Zum Verputzen wird sogenannter Ofenputz verwendet. Der ist faserverstärkt und neigt nicht so zur Rissbildung.

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Ist der Putz mit einer Kelle aufgezogen, wird er mit einer Kartätsche/Abziehleiste glatt abgezogen.

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Hat der Putz etwas angezogen, reibt man ihn mit einem Moosgummibrett oder einem Schwammbrett flächig glatt ab.

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Direkt danach sollte das Kreppband am Kamin entfernt werden. Ist der Putz erst trocken, kann sonst etwas abplatzen.

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Putz- und Schmutzreste sofort vom Kamineinsatz mit feuchtem Tuch abwischen.

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Abschließende Arbeiten kann der Bauherr problemlos selbst übernehmen, zum Beispiel die Fliesenverlegung auf dem Sockel.

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Fliesenkleber mit Zahnkelle aufziehen, zugeschnittene Fliesen mit etwas Fuge zum Kamineinsatz auflegen und dann verfugen.

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Der fertig verputze Kamin, kann auf Wunsch noch farblich gestaltet bzw. gestrichen werden.

Checkliste Werkzeug

  • Bohrmaschine

  • Glättkelle

  • Hammer

  • Maurerkelle

  • Nassschneider

  • Rührquirl

  • Schwammbrett

  • Wasserwaage

  • Winkelschleifer

Besonders in den 70er und 80er-Jahren wurde der Besitz eines Kaminofens zum Statussymbol. Die Feuerstelle im privaten Wohnbereich stand für eine besondere Wohnatmosphäre und auch noch heutzutage gilt der Kamin als das Symbol für ein gemütliches Heim. Die vor Jahrzehnten in vielen Wohnhäusern eingebauten offenen Kamine zeichnen sich allerdings vielmehr durch einen hohen Holzverbrauch, eine reduzierte Heizleistung, Rauchaustritt und Schmutz aus. 
Durch den Einsatz einer Kaminkassette, können Sie die Optik Ihres nostalgischen Kamins beibehalten und gleichzeitig die Umwandlung in ein effektiveres Heizsystem vornehmen. 
Sollte bei Ihrem Kamin, wie in unserem Beispiel, ein Komplettabriss fällig sein, so können Sie einen Ofen mit Kamineinsatz neu bauen.

Vorteile eines Kamineinsatzes gegenüber des offenen Kaminofens

  • Offene Kamine sind unwirtschaftlich:
    Nur etwa 25 – 30% der im Brennstoff enthaltenen Wärmeenergie wird mit einem offenen Kaminofen im Raum wirksam. Der Rest dieser Energie geht über den Schornstein verloren, wodurch sehr viel mehr Holz verbaucht wird. Mit einem geschlossenen Kamineinsatz dagegen, können etwa 80-90% Prozent der Heizenergie genutzt werden.
  • Der Kamineinsatz erhöht Ihre Sicherheit:
    Nicht nur für Kinder ist der offene Kamin eine Gefahrenquelle. In Momenten der Unachtsamkeit kann der ausgeprägtere Funkenflug schnell zur Brandgefahr werden. Durch die Glasabdeckung der Kaminkassette wird der Funkenflug verhindert und die Brandgefahr immens verringert. Achtung: Natürlich könnnen sich Kinder auch an der Glasscheibe verbrennen.
  • Kaminumrüstung für die Umwelt:
    Neben der Unwirtschaftlichkeit eines offenen Kamins steht natürlich auch die mangelnde Umweltfreundlichkeit. Durch einen hohen Ressourcenverbrauch und eine hohe Schadstoffbelastung, entsprechen viele alte Kaminöfen nicht den gesetzlichen Forderungen für Energieeinsparung und Umweltschutz. Nach einer entsprechenden Umrüstung können Sie sich sicher sein, dass diese eingehalten werden.
  • Der offene Kamin stellt ein Gesundheitsrisiko dar:
    Dass Rauchgase gefährlich sind, wissen wir natürlich. Aber nicht nur die Gase bei einem Brand können zu Erkrankungen der Lunge führen. Durch einen offenen Kamin ist der Rauchaustritt und somit die Belastung von Schadstoffen im Innenraum hoch. Wenn Sie einen Ofen mit Kamineinsatz neu bauen, werden die Rauche nicht in den Raum geleitet.

Was bei Um- oder Neubau zu beachten ist

Bevor Sie sich zu einem Um- oder Neubau Ihres Kamins entscheiden, sollten Sie einige Dinge beachten.

Um den Bau vornehmen zu dürfen, benötigen Sie eine Genehmigung des Bezirksschornsteinfegers. Informieren Sie sich dementsprechend wie die Bedingungen für Sie aussehen. Die Nachrüstung eines offenen Kamins mit einer Kaminkassette ist aufgrund der geringeren Baumaßnahmen günstiger als ein Neubau, jedoch muss Ihr Kamin dafür in einem risikofreien Zustand sein. Außerdem muss bei einer Nachrüstung ein individuell angefertigter Einsatz verwendet werden. Lassen Sie Ihren Kamin bestenfalls von einem Profi ausmessen, um nachträgliche Änderungen und somit zusätzliche Kosten zu vermeiden. 
Generell ist zu beachten, dass es sich beim Bau eines Ofens mit Kamineinsatz um ein Fachgebiet handelt und von einem Kaminbauer übernommen werden sollte.

Weitere Informationen zum Einbau eines Kamins, finden Sie hier:

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