Kleister selber machen

Tapetenkleister gibt es in jedem Baumarkt zu kaufen: Dass man aber auch günstigen Kleister selber machen kann, wissen die wenigsten Heimwerker. Wir erklären, wie Sie Kleister selber machen und worauf beim Kleister-Kochen zu achten ist!

Kleister selber machen
© martaposemuckel / pixabay

Kleister braucht man nicht nur zum Tapezieren – auch fürs Pappmaschee-Basteln ist er unverzichtbar. Mit klassischem Knochenleim arbeitet auch noch der Buchbinder! Wer eine natürliche Alternative zum Methylcellulose-Kleister haben will, findet hier die passenden Anleitungen, wie man aus Mehl oder Speisestärke einen kraftvollen Kleister selber machen kann.

Selbst gemachter Kleister hat mehrere Vorteile: Zum einen wissen Sie genau, welche Inhaltsstoffe er enthält – lediglich Wasser und ungefährliche Lebensmittel (Wasser, Mehl, Stärke). Zum anderen können Sie selbst hergestellten Kleister auch in der benötigten Wunsch-Menge herstellen. Bei industriellem Tapetenkleister müssen Sie immer die gesamte Packung anrühren, egal wie viel/wenig Kleister Sie tatsächlich benötigen.

Tapezieren
 

Kleister anrühren

Kleister klebt Tapeten an Wand und Decke: Lesen Sie, wie Sie Kleister klumpenfrei anrühren

 

Anleitung: Kleister selber machen

Wurden bis zum Ende des 18. Jahrhunderts noch Tierknochen ausgekocht, um klebefähigen Kleister herzustellen, revolutionierte der Malermeister Ferdinand Sichel 1888 den Tapetenkleister, in dem er die Klebekraft pflanzlicher Stärke (wie in Getreide oder Kartoffeln enthalten) nutzbar machte. Wegen seiner Unbedenklichkeit wird der selbst gekochte Mehl-Kleber auch "Kinder-Kleister" genannt.

Kleister aus Mehl kochen

  • Basismenge für fünf Liter Kleister ist ein Kilo Mehl.
  • Erhitzen Sie das Wasser auf dem Herd ...
  • ... und rühren Sie das Mehl ein, noch bevor das Wasser kocht.
  • Damit das Mehl nicht klumpt, sollten Sie es durch ein Sieb einrieseln lassen!
  • Den Mehl-Kleister stetig rühren, bis eine sämige Flüssigkeit entsteht.
  • Wichtig: Der Kleister darf nicht sieden!
  • Dann den Kleister vom Herd nehmen und in einen sauberen Eimer umfüllen.

Beste Klebeeigenschaften erhält der Kleister, wenn Sie ihn nach dem Kochen noch kanpp zwei Tage ziehen lassen! Praxistipp: Kochtopf sofort reinigen, ehe die im Mehl enthaltene Stärke anbackt!

Kleister mit Stärke selber machen

Die Herstellung von Stärke-Kleister erfolgt analog zum oben genannten Rezept. Da die Speisestärke konzentrierter ist, benötigen Sie hiervon weniger: 400 Gramm pro fünf Liter reichen. Auch der Stärke-Kleister wird mit warmem Wasser angesetzt. Unter Rühren die Stärke auflösen, selbst gemachten Kleister umfüllen und abkühlen lassen. Stärke-Kleister hat eine höhere Anfangshaftung und kann schneller zum Tapezieren von Papiertapeten eingesetzt werden!

 

Selbst gemachten Kleister lagern

Selbst hergestellter Tapetenkleister klebt ähnlich gut wie gekaufter Kleister. Seine Klebekraft steigt in den ersten zwei Tagen nach der Herstellung noch etwas an (rechtzeitig vorbereiten!). Luftdicht verschlossen hält der Kleister mehrere Tage. Praxistipp: Reste können Sie im Kühlschrank noch ca. 2 Wochen aufbewahren – so haben Ihre Kinder immer einen ungefährlichen Bastelkleber zur Hand.

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