Kellerlüftung

Aus selbst ist der Mann 7/2021

Keller sind oft anfällig für einen muffigen Geruch. Eine Kellerlüftung ist daher die erste Maßnahme, die Hausbesitzer durchführen. Gerade bei warmen Wetter bietet sich daher vermeintlich an, den Keller ordentlich zu lüften. Doch damit verschlimmern sie das Problem nur noch! Warum, das erklären wir Ihnen hier.

Kellerlüftung
Unbedingt beachten: Eine Kellerlüftung ist im Sommer nur bei kühler Witterung gut!
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Im gesamten Haus und gerade im Keller sollten die Bewohner darauf achten, warme feuchte Luft aus dem Gebäudeinneren abzuführen und durch nachströmende kühle möglichst trockene Luft zu ersetzen. So werden die Bildung von Kondensat und daraus resultierende Stockflecken oder Schimmelpilze vermieden. Am besten zweimal täglich etwa drei bis fünf Minuten quer durch den gesamten Keller stoßartig lüften, damit die Luft ausgetauscht wird, aber Wände und Einrichtungsgegenstände nicht auskühlen.

An feucht-warmen Tagen oder bei Nebel sollte hingegen nur sehr verhalten gelüftet werden, um die Luftfeuchtigkeit auf einem wohngesunden Niveau von etwa 50 bis 60 Prozent zu halten. Die ideale Temperatur in einem Nutzkeller beträgt 10 bis 15 Grad Celsius, bei Wohnkellern darf es gerne wärmer sein.

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Wenn im Frühjahr die Außentemperaturen steigen oder im Sommer Temperaturen von über 30 Grad Celsius keine Seltenheit sind, wächst die Gefahr, dass es bei der Kellerlüftung zu Feuchteschäden kommt. Der Grund: Der Keller ist kalt, die hereingelassene Außenluft im Sommer warm und feucht. Diese warmfeuchte Luft kühlt sich an den Kellerwänden ab und „schwitzt“. Weil kältere Luft weniger Wasserdampf enthalten kann als warme, kommt es zu Tauwasserniederschlag an allen kalten Bauteilen. Dieses Kondenswasser bildet dann feuchte Flecken im Putz.

Kellerlüftung

Ein Beispiel verdeutlicht den Prozess, der beim Keller lüften abläuft: Eine Flasche beschlägt, wenn sie im Sommer aus dem Kühlschrank genommen wird. Genau so entstehen feuchte Keller. Beim typischen Wasserdampfgehalt der Sommerluft genügen 12 bis 14 Grad kalte Oberflächen im Keller und es kann bereits zu Feuchteflecken kommen. „Optimal wird der Keller im Sommer nur in kühlen Nächten oder an kühleren Tagen gelüftet. Dies ist auch an kühlen Regentagen möglich, denn Regen befeuchtet die Luft nicht, der Wasserdampf in der Luft ist hingegen unsichtbar“, so Werner Eicke-Hennig, Leiter der Hessischen Energiespar-Aktion. Und das wissen die wenigsten: „An einer alten Klosterkirche fand ich im Sommer das Schild: ‚Tür bitte wegen Lüftung offen halten’. Der Küster sagte mir, sie hätten unerklärlicherweise jeden Sommer Feuchteschäden in der Kirche und deshalb lüfteten sie.“ Wie Sie jetzt wissen, ist das genau der falsche Weg, um Feuchteschäden zu vermeiden!

Keller richtig lüften

Wenn Sie den Keller lüften wollen, ist der richtige Zeitpunkt das Maß der Dinge: Idealerweise lüften Sie Ihren Keller, wenn die rel. Luftfeuchte (außen) niedrig ist. Ein Hygrometer gibt darüber zuverlässig Auskunft. Fühlt sich die Außenluft bereits schwül an, bleiben die Kellerfenster besser geschlossen! Wie auch bei Ihren Wohnräumen sollte bei der Kellerlüftung das Stoßlüften (besser noch ein Querlüften = Durchzug durch gegenüberliegende Kellerfenster oder Kellertüren) selbstverständlich sein.
Praxistipp: Kellerräume mit einer hohen Feuchelast (wie z. B. Weinkeller, Wasch- und Trockenräume, Kellersauna oder Tiefgaragen) können mit einem Abluftventilator bedarfsgerecht gelüftet und entfeuchtet werden.

Tipps, wie Sie im Keller schlechte Luft vermeiden

  • Für Kellerwände empfiehlt sich ein möglichst offenporiger Anstrich wie Naturdispersions- oder Kalk-, Silikat- oder Lehmfarbe. Dadurch kann Feuchtigkeit besser abtrocknen, zusätzlich zum Heizen und Lüften.
  • Möbel, Umzugskartons & Co. mit Bedacht im Untergeschoss lagern. Bei ausreichend großem Abstand von mindestens 5 cm zur Wand ist eine Zirkulation der Luft an der Wandfläche gewährleistet und das Risiko von Feuchteschäden wird minimiert.
  • Wandbilder sollten mit kleinen Korkscheiben auf Distanz angebracht werden.
  • In Räumen mit wenig Luftzirkulation senken Luftentfeuchter den Wasserdampfgehalt der Raumluft!

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Fotos: sidm / Archiv, Hersteller

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