Blumenstrauß Schnittblumen in der Vase arrangieren

Ob Hochzeit, Geburtstag, Firmenfest oder auch Beerdigung: Der Blumenstrauß ist so vielseitig wie die Fülle an Blühpflanzen in der Natur. Heute wird der Blumenstrauß vornehmlich als Geschenk für die Angebetete begriffen – das war nicht immer so!

Frische Schnittblumen wurden ursprünglich als Opfer- oder Grabbeigaben verwendet. Ägypter, Griechen und Römer versuchten mit Blumenopfern die Götter gnädig zu stimmen oder den Toten den Übergang ins Jenseits zu verschönern.

Dass Blumen auch im Diesseits erfreuen können, erkannten die Griechen schon früh: Bei ihnen war üblich, jungen Damen Blumen und Blüten als Geschenk zu überreichen, um die weibliche Schönheit zu preisen. Zur selben Zeit am anderen Ende Europas pflegten auch germanische Mädchen und Frauen, sich zu feierlichen Anlässen mit Kränzen aus frischen Blüten zu schmückten, zum Beispiel bei Hochzeiten oder an hohen Feiertagen und Fruchtbarkeitsfesten. Wie viele Kultur-Errungenschaften verlor der Blumenstrauß im Zuge der Christianisierung Europas im Mittelalter an Bedeutung.

Blumenstrauß

 

Kleine Kulturgeschichte des Blumenstraußes

Während in Japan Ikebana, die Kunstform des Blumenbindens, bereits seit dem 6. Jahrhundert n. Chr. praktiziert wurde, kommt Europa erst in der Neuzeit wieder auf den Geschmack: Der antike Brauch, einen Blumenstrauß als Geschenk zu überreichen gewinnt erst mit der Renaissance wieder an Bedeutung: Die stark duftenden Blüten dienten dem praktischen Zweck, Körpergerüche zu überdecken.
Der Barock feiert den Blumenstrauß als leicht vergängliches Geschenk – „carpe diem – memento mori“!
Erst in zur Mitte des 19. Jahrhunderts verliert der Adel sein „Blumenstrauß-Privileg“ und die blühenden Sträuße kommen auch beim Bürgertum in Mode.
Aus viktorianischer Zeit stammt der Brauch, einer Frau bei einer Einladung zum Ball einen Ansteckstrauß zu überreichen (heute noch in Amerika praktiziert).
Vom Geschenk zum Dekorationsobjekt hat sich der Blumenstrauß erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts emanzipiert und verschönert seitdem Innenräume.

Meist wird ein Blumenstrauß als Bouquet gebunden – die Blüten liegen dabei dicht aneinander, der Strauß erhält eine symmetrische (halb-)kugelige Form. Als Gegenpart hat sich seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts die sogenannte „langstielige Bindeform“ entwickelt. Hier werden die Blumenstiele nicht (unter Blättern) versteckt, sondern „lang gebunden“. Die sichtbaren Stiele und Stängel sind Teil der Komposition und sollen das „natürliche Wesen der Blume“ zum Ausdruck bringen. Diese Art der Florisitk wird auch „deutscher Naturstrauß“ genannt (auch Feldblumenstrauß, Bauernstrauß oder Pflückblumenstrauß). Praktisch: Die langen Stiele können leichter Wasser aufnehmen, so bleibt der Blumenstrauß länger frisch.

Blumenstrauß

Schönheiten in der Blumenvase: Schnittblumen arrangieren

Wer kennt es nicht: Man bekommt einen hübschen Blumenstrauß geschenkt, aber sobald man ihn in diese Vase stellt, fallen die Blumen an den Vasenrand und der Strauß wirkt überhaupt nicht mehr schön. Die Vasenöffnung ist einfach zu groß für die Blumen – doch das lässt sich mit einem einfachen Trick beheben. Je nachdem wie groß die Vasenöffnung ist, kann man entweder ein Viereck oder sogar ein Gitter mit durchsichtigem Klebefilm auf die Vasenöffnung kleben. Die Blumen werden dann einfach in das Loch oder die Gitterlöcher gesteckt und arrangiert. Dank diesem Tipp fallen Ihre Blumen künftig nicht mehr zur Seite, sondern stehen wie magisch in der Vase. Mehr Infos dazu, wie Sie Blumen in der Vase arrangieren, finden Sie in der Galerie oben.

Blumenstrauß

 

Pflege für den Blumenstrauß

Mit diesen Tipps vom Floristen bleibt Ihr Blumenstrauß länger frisch:

  • Saubere Vasen verwenden: Kalkablagerungen oder gar Grünspan vom letzten Strauß verkürzen die Haltbarkeit von Schnittblumen. Reinigen Sie Vasen in der Spülmaschine oder mit heißem Wasser von Hand. Praxistipp: Ein paar Tropfen Chlorreiniger töten auch hartnäckige Bakterien oder Pilze in der Vase ab (danach gut ausspülen).
  • Ausschließlich Glas- oder Keramik-Vasen verwenden! In Metallgefäßen verkümmern Schnittblumen schnell. Zur Not: Glasvase in Metallgefäß stellen!
  • Täglich frisches Wasser nachfüllen – der Wasserstand sollte stets konstant bleiben. Kalkarmes, zimmerwarmes Wasser ist ideal!
  • Besser Blumenfrisch als Hausmittelchen ins Wasser geben: Kupfermünzen, Zucker und Aspirin sind wirkungslos oder werden falsch dosiert, was den Pflanzen mehr schadet als nützt.
  • Keine Blätter im Blumenwasser: Die Stiele am Blumenstrauß unbedingt „entlauben“!
  • Stiele der Blumen steil-schräg anschneiden: Verwenden Sie ein scharfes Messer, damit die Stängel nicht zerdrückt, sondern angeschnitten werden. Holzige Stiele eher steiler und weiter anschneiden.
  • Schattigen Standort wählen: Pralle Sonne stresst die Blüten im Blumenstrauß! In der Mittagszeit sollte die Vase im Schatten stehen.
  • Nähe zu Obst meiden: Dass Äpfel ein Reifegas verströmen ist hinlänglich bekannt – daher sollte der Obstkorb nicht neben dem Blumenstrauß auf dem Tisch stehen!
 

Blumenstrauß trocknen

Ein schöner Blumenstrauß macht auch getrocknet noch was her – so lässt sich die Pracht in der Vase deutlich länger genießen. Allerdings sind beim Trocknen von Schnittblumen ein paar Dinge zu beachten:


 
  • Entscheiden Sie sich frühzeitig, ob Sie den Blumenstrauß trocknen wollen: Lassen die Blüten erst einmal sichtbar die Köpfe hängen, ist es in der Regel schon zu spät, um den Strauß durch Trocknung zu konservieren.
  • Entfernen Sie alle Pflanzenteile, die faulig, matschig oder von Krankheitserregern befallen sind. Auch dickfleischige Pflanzen lassen sich schlecht trocknen!
  • Hängen Sie den Blumenstrauß zum Trocknen kopfüber an einem warmen, trockenen und gut durchlüfteten Ort auf (Wohnzimmer, Trockenkeller, im Sommer in der Gartenhütte, ...)
  • Nur kopfüber behält der Blumenstrauß seine Form – andernfalls knicken die Blüten ab und ruinieren unwiderruflich das Arrangement des Straußes.
  • Achtung: Der Trockenstrauß ist dann sehr spröde und empfindlich: Berührungen sollten danach vermieden werden, damit keine (Blüten-)Blätter abbrechen.
  • Praxistipp: Zum Abstauben von getrockneten Blumensträußen eignet sich am besten ein Fön (Kaltluft, geringer Luftstrom, draußen abpusten)!
 

Blumenstrauß verschicken

Einen Blumenstrauß kauft man viel zu selten für sich selbst – meist für andere. Und das auch viel zu selten! Oft will man den Blumenstrauß verschicken, z. B. an die Oma, die weit entfernt Geburtstag feiert, oder an Geschäftspartner in einer anderen Stadt. Gott sei Dank kann man heute übers Internet einen Blumenstrauß bestellen und ihn an jede beliebige Wunschadresse liefern lassen. Viele Blumen-Versender buhlen im Netz um Kunden – vergleichen Sie die Angebote der verschiedenen Anbieter aufmerksam: Schließlich soll der Blumenstrauß eine Freude machen und nicht schon auf den ersten Blick enttäuschen. Praxistipp: In kleineren Städten werden oft lokale Floristen als Vertragspartner gewonnen: Die binden den Blumenstrauß dann im eigenen Laden und übernehmen auch die Zustellung der Schnittblumen – frischer kann man einen Blumenstrauß nicht verschicken!

Quelle: selbst ist der Mann

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