Schornstein dämmen

Im Dach schlummert meist die letzte ungenutzte Platzreserve. Gerade bei Siedlungshäusern der 30er bis 60er Jahre durchstößt aber ein mächtiger Schornstein den luftigen Dachraum. Um auch den Dachraum zu nutzen, müssen Sie den Schornstein dämmen.

Dachausbau: Schornstein dämmen?

Wie muss der Mauerschlauch beim Dachausbau behandelt werden? Muss er gedämmt werden? Wird ein Mauerwerk-Kamin einfach verputzt oder besonders ummantelt? Hier erfahren Sie, wann Sie den Schornstein dämmen müssen.

Zunächst einmal ist ein Schornstein ein Schacht aus Mauer- oder Mantelsteinen, die eine größere Stärke und somit bessere Dämmung aufweisen als die Dacheindeckung. Hinzu kommt, dass sie je nach Innenleben (z. B. mit Dämmung ummanteltes Abgasrohr bei nachgerüsteten modernen Brennwertheizungen) kaum der direkten Witterung ausgesetzt sind. Wenn Sie den Schornstein dämmen müssen und nicht schon eine Gipsplattenverkleidung reicht – was eben von der Bauart des Schornsteins abhängt –, dann mit dünneren Dämmplatten als zwischen den Sparren. Und mit nicht brennbaren Dämmplatten (z. B. Steinwolle)! Eine Dampfbremse hat dort nichts zu suchen. Entsprechende Dämmplatten können dann direkt verputzt werden.

 

Warum muss man einen Schornstein dämmen?

Durch den Schornstein werden die Verbrennungsgase der Heizungsanlage abgeführt. Bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe (Kohle, Gas, Holz) enthält die Abluft auch immer (unterschiedlich viel) Wasserdampf (gasförmiges Wasser). Ist der gemauerte Kamin nun besonders kalt (weil ungedämmt) schlägt sich das im Rauchgas enthaltene Wasser an den kalten Kaminschachtwänden ab und kondensiert. Die Folge ist ein durchfeuchteter Kamin – außen (also auf der Wohnraumseite) wird das Phänomen in Form von Feuchteflecken und Verfärbungen sichtbar, der sogenannten Versottung. Hiergegen helfen besondere Schornsteinabdichtungen oder die Verlegung von schlanken, isolierten Abgasrohren im Inneren des Kaminschachtes.

Diese Abgasrohre sind heute ohnehin Standard, denn moderne Brennwert-Thermen entziehen dem Rauchgas Wärme, um ihre Effizienz zu steigern. Die Folge ist deutlich kältere Verbrennungs-Abluft als bei einer klassischen Heizungsanlage oder gar einem Kaminofen. Ohne das isolierte Abgasrohr würde der Kamin in kürzester Zeit versotten.

Ist der Kamin stillgelegt, weil z.B. die Beheizung des Hauses auf Fernwärme oder Solarthermie umgestellt wurde, ist es sinnvoll den Schornstein zu dämmen, da ihn kalte Außenluft durchströmt. Damit der angrenzende Raum dort keine Kältebrücke erhält, sollte der Kaminschacht raumseitig wärmegedämmt werden. Grundsätzlich empfiehlt es sich, bei einem Dämmstoffhersteller nachzufragen, denn alle haben spezifische Produkte für derartige Anwendungen und können dann konkret sagen, welche davon sich eignen und wie sie verarbeitet werden. Bei Fragen rund um den Schornstein sollte auch der Schornsteinfegermeister gefragt werden. Reinigungsöffnungen z. B. müssen zugänglich bleiben. In der Regel werden Schornsteine innen mit Gipsplatten verkleidet.

Quelle: selbst ist der Mann

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