Wie funktioniert eine Heißluftpistole?

Mit der Heißluftpistole kann man nicht schießen, mit dem Heißluftfön sollte man sich besser nicht frisieren: Nichts als heiße Luft – diese allerdings in Geschwindigkeit und Temperatur genau regelbar – schießt aus Heißluftgeräten, von denen hier die Rede ist. Wir erklären wie ein Heißluftfön aufgebaut ist und geben Tipps zur Temperaturkontrolle und Anwendung.

Mit diesen „Turbo-Föns“ können Sie zum Beispiel Kunststoff verschweißen, alte Farb- und Furnierschichten ablösen, Elektroisolationen anschrumpfen, gelötete Verbindungen lösen, Klebevorgänge beschleunigen, Rohre und Gegenstände enteisen oder sogar ohne weitere Hilfsmittel Ihren Grill anzünden. Damit bei den extrem hohen Temperaturen im Inneren des Heißluftföns die Hitze keinen Schaden anrichtet, sind spezielle Isolatoren und eine Elektronik nötig. Erstere schützen die Außenwandung vor zu starker Hitze, die Elektronik begrenzt darüber hinaus die Maximaltemperatur der Heizung – sorgt aber auch dafür, dass der Heißluftfön die vom Anwender gewünschte Luftmenge in der vorgewählten Temperatur erzeugt.

Holzwerkstatt
Arbeiten mit Heißluft

Mehr als heiße Luft: Sehen Sie, wie vielseitig Heißluftgebläse in der Anwendung sind

 

Aufbau: Heißluftfön

Beginnen Sie stets mit einer niedrigen Anfangstemperatur, um empfindliche Gegenstände nicht mit einem zu heißen Luftstrom zu schädigen – immerhin sind meist Temperaturen von mehr als 600 °C möglich. Die Anwendungen an Lebewesen ist mit diesen Geräten deshalb auf jeden Fall tabu, dazu immer nur einen Haarfön verwenden. Für die meisten Heißluftgeräte sind Vorsatzdüsen zum Anstecken an den Luftauslass erhältlich. Sie ermöglichen eine gezielte Konzentration oder Ablenkung des Luftstroms, um das Anwendungsspektrum zu erweitern. Um bei feinen Arbeiten mit der Heißluftpistole beide Hände frei zu haben, kann der Heißluftfön auf die Rückseite gestellt werden.

 

Heißluftfön: Temperatur

Das "selbst ausprobiert"-Fazit: Heißluftpistolen-Thermometer
  • + Gute Ergonomie, einfache und stufenlose Temperaturvorwahl
  • + Schnelle Aufheizzeit
  • + Mit – leider teurem – Zubehör exakte Temperaturkontrolle
  • + Stationärbetrieb möglich
  • + Viele Düsenvorsätze nutzbar

Bei der Arbeit mit der Heißluftpistole ist die Kontrolle der Temperatur bislang schwer gewesen. Mit neuer Heißluft-Technik wird die Hitze der Heißluft-Pistole nicht nur erzeugt, sondern auch überwacht. Wir haben das Thermometer für die Heißluftpistole selbst ausprobiert (siehe Bildergalerie oben).

Bis rund 600 Grad heiß wird es mit dem elektronisch steuerbaren Modell HL 1920 E von Steinel. Mit stufenloser Regelung und drei Luftmengen ist dieses rund 72 Euro teure Gerät der Allrounder unter den Heißluftgeräten. Als Clou kann der aufsteckbare HL Scan (rund 60 Euro) die Oberflächentemperatur des Werkstücks direkt erkennen – damit wird eine Überhitzung vermieden. Auf Wunsch signalisiert das Gerät, wenn die Wunschtemperatur unter- und überschritten wird, so sind optimale Arbeitsergebnisse an empfindlichen Bauteilen möglich – etwa beim Verformen eines Kabels.

Mini-Heißluftpistole von Steinel

Hobby-Elektroniker und Modellbauer werden die Mini-Heißluftpistole von Steinel mit der Bezeichnung HL Stick gut gebrauchen können: Mit der kleinen Heißluftpistole können auch engere Bereiche gezielt erhitzt werden. Geeignet ist das Werkzeug zum Beispiel beim Entlöten oder dem Lösen von Heißkleber-Nähten. Denn die Mini-Heißluftpistole besticht durch eine handliche Größe und das geringe Gewicht. Sie kommt selbst an schwer zugänglichen Stellen überall hin.

Mini-Heißluftpistole von Steinel
 Gerade bei filigranen Arbeiten ist die Mini-Heißluftpistole von Steinel praktisch. 

Die Mini-Heißluftpistole von Steinel bietet dem Heimwerker zudem eine integrierte LED-Arbeitsleuchte. Die "Pistole" für den Modellbauer oder den Hobby-Elektroniker wird mit vier Aufsatz-Düsen verkauft. Zwei Reflektordüsen (10 mm und 40 mm), eine Präzisionsdüse (4,5 mm) und eine Reduzierdüse (7 mm) sind im Set des Herstellers enthalten. Das Design der Mini-Heißluftpistole von Steinel wurde 2013 sogar mit dem reddot product design award ausgezeichnet. Sie kostet rund 60 Euro.

Dank der großen Stellfläche ist ein sicherer stationärer Betrieb der Mini-Heißluftpistole möglich. Dann bleiben beide Hände frei, um Werkstücke an die Düse heranzuführen. Mit den mitgelieferten Aufsatz-Düsen können unter anderem Schrumpfschläuche in allen gängigen Größen bearbeitet werden. Eine LED am Kopf der Mini-Heißluftpistole beleuchtet dabei immer den Arbeitsbereich. Die "Pistole" für den Heimwerker erreicht im Gebrauch Temperaturen bis rund 500 °C.

Quelle: selbst ist der Mann 1 / 2013

Beliebte Inhalte & Beiträge
Mehr zum Thema
Copyright 2021 selbst.de. All rights reserved.