Wasseraufbereitung Wasseraufbereiter für kalkarmes Trinkwasser

Endlich kalkfrei: Produkte zur Wasseraufbereitung versprechen Schutz vor Verkalkungen in Rohren und Geräten und mehr Trinkwassergenuss. Was gibt es und was ist sinnvoll?

Kalk ist ein Geschäft. Vom separaten Aktivkohlefilter bis zur zentralen Wasserenthärtungsanlage stellt der Markt Mittel und Geräte zur Verfügung, die dem Kalk zu Leibe rücken. Leider wird in der Werbung oft dramatisch übertrieben. Denn bis sich Rohre komplett zusetzen oder Wärmetauscher total verkalken, muss schon viel Kalk entlanggeflossen und viel falsch gemacht worden sein.

Wirft man einen Blick in den Haushalt, begegnen einem ohnehin auf allen Wegen serienmäßige Entkalker. In der Spülmaschine sind sie verbaut und werden regelmäßig mit Salz regeneriert, in Waschmitteln befinden sich entsprechende Substanzen, die sich bei sehr kalkhaltigem Wasser noch mit separaten Entkalkertabs verstärken lassen. Und der Kaffeevollautomat meldet sich meist auch automatisch, wenn ein Kohlefiltertausch oder eine Reinigung erforderlich sind.

 

Wasseraufbereiter entfernen nicht nur Kalk

Sicherlich, eine zentrale Wasseraufbereitungsanlage greift das Problem an der Wurzel und sorgt in allen Bereichen für Kalkfreiheit. Was neben den Geräten auch dem Putzaufwand zugutekommt – Kalk auf Keramik ade! Und sogar der Tee schmeckt vielleicht besser. Bei jedem Wasseraufbereiter muss man aber die Verkeimung im Auge behalten! Enthärtungsanlagen erhöhen außerdem die Natriumkonzentration im Trinkwasser und in Gewässern. Gleichfalls schmeckt das Leitungswasser dann vielleicht nicht mehr so frisch und gut (weshalb es nach der Aufbereitung zum Teil wieder „vitalisiert“ wird). Vorsicht ist auch bei verzinkten Stahlrohren und ggf. bei Kupferrohren geboten, die beim Ionentauschverfahren zu Korrosion neigen können.

 

Vielleicht ist es deshalb etwas interessengeleitet, wenn der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches DVGW eine Enthärtung ab 14 Grad deutscher Härte (°dH) empiehlt (die Schweizer „Kollegen“ raten z. B. erst ab über 18 °dH dazu). Und selbst die Stadtwerke München winken ab, obwohl hier Härtegrade zwischen 14,3 und 18 °dH vorliegen. Sie geben nur Tipps zur Waschmitteldosierung und sagen klar, dass eine separate Wasserbehandlung im Haushalt nicht notwendig sei. Ein Blick auf die Internetseiten der jeweiligen Wasserversorger oder ein Anruf sei deshalb dringend angeraten, bevor man in Wasseraufbereitung investiert.

Quelle: selbst ist der Mann 6 / 2019

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