Grundofen

Kaum wird es kalt, denkt der eine oder andere wieder an ein knisterndes Feuer und angenehme Strahlungswärme – was die konventionelle Heizanlage einfach nicht zu bieten hat. Wir zeigen, wie der Einbau eines Grundofens erfolgt, der Abhilfe schafft.

Nichts ist unmöglich: Unser Kamin sollte exakt zwischen Wohnzimmer und Küche platziert werden, wo weder ein Schornstein noch eine durchgehende Wand bestand. Jedoch konnte man auf die Tür an dieser Stelle verzichten und verfügte über ein Treppenhaus, in dessen Mitte genug Platz für einen neuen Schornstein war. Im Treppenherz verläuft nun die Abgasstrecke.

Checkliste Werkzeug

Zunächst jedoch muss klar sein, dass alle Wünsche und Vorstellungen nicht nur einem selbst entsprechen müssen, sondern auch demjenigen, der die Anlage abnimmt. Ganz zu schweigen davon, dass sie ja auch gut funktionieren sollte. Da die Abnahme und Genehmigung der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger übernimmt, sollte dieser also von vorneherein in die Planung und später in die Ausführung eingebunden sein.

Bei der Wahl des Kamins kann man ruhig neben die üblichen Kaminöfen blicken. So gibt es zahlreiche Grundöfen, wie in unserem Beispiel, die von Elementen umschlossen sind. Das sieht nicht nur schick aus, sondern spendet Strahlungswärme, da die Elemente aus wärmespeichernder Masse bestehen. Sehr angenehm!

Praxistipp: Gute Kamine wiegen! Berücksichtigen Sie, dass ein entsprechender Zugang vorliegt. Direkt nach Anlieferung der Einzelteile auspacken und auf Schäden überprüfen! Transportschäden sollten Sie unmittelbar dem Lieferanten melden.

 

Grundofen: Einbaulage bestimmen

Grundofen PlanungUnser Kamin hat eine eher ungewöhnliche Einbaulage. Und zwar wurde er nicht an eine Wand plat­ziert, in der ein Schornstein verläuft oder an dessen Außenseite ein neues Abgasrohr montiert werden kann. Nein, dieser Kamin wurde fast mittig im Haus aufgestellt, dort, wo vorher eine Tür zwischen Wohnzimmer und Treppenhausflur bestand. Für den Aufbau des Grundofens wurde der notwen­dige neue Schornstein dafür in der Treppenhausmitte errichtet. Hier war in unserem Fall genug Platz für Mantelsteine, in denen das Abgasrohr verläuft. Wie man rechts in der Zeichnung erkennt, wurde der Schornstein vom Kellerboden aus aufgebaut und in den jeweiligen Decken des Hang­hauses verankert. Der Anschluss des Kamins erfolgte unterhalb der Decke im Erdgeschoss. Das Abgasrohr wurde hierfür in einer Abkas­tung unterhalb der Decke vom Schornstein bis zum Kamin im Wohnzimmer gezogen.

Aufbau des Schornsteins

SchornsteinteileDie Schachtelemente dieses Schornsteins bestehen aus mineralischen Wärmedämmplatten, die Abgasrohre aus Edelstahl. Dank der Leichtbauweise ist die Montage verhältnismäßig einfach. Für den Dachaustritt ist es besser, einen Profi miteinzubinden. Insgesamt dauert der Aufbau etwa einen Tag. Das System Schräder Future Therm LAS-DW, FB, mit Dachdurchführung inkl. Zubehör kostet ca. 5000 Euro. Für die Montage kommen ggf. 2500 hinzu.
Neben etlichen Kleinteilen gehört in unserem Beispiel Folgendes zum Schornsteinsystem: Grundelement mit Reinigungstür/Kondensatschale (links im Bild), das auf die Bodenplatte im Keller gesetzt wird. Es folgen die Schachtelemente (rechts im Bild) aus Vermiculit (Tonmineral), die man wie die Längenelemente inkl. Dämmung (zwischen Reinigungstür und Schachtelementen in Bildmitte) bis unters Dach setzt. Mit Brandschutzkleber (unten vorne im Bild) werden die einzelnen Elemente untereinander verklebt.

Kaminbausatz ausrichten

Zur Bauanleitung

Der Bausatz besteht aus einem Kamineinsatz und einer Verkleidung aus Speicherbetonsteinen, die mit Acryl verklebt werden. Der Hersteller empfiehlt, die Teile zuerst lose zusammenzusetzen. So lässt sich der Kamineinsatz korrekt ausrichten. Insgesamt benötigen Sie hierfür etwa einen Tag. Das Modell Camina S14 kostet zusammen mit dem Bauteilset aus Speicherbeton etwa 8000 Euro. Möchten Sie es montieren lassen, müssen Sie mit zusätzlichen Kosten in Höhe von ca. 1000 Euro rechnen.

Komplex
über 1000 €
1-2 Tage
2

Verordnung für Altanlagen

Für Anlagen, die nach dem 01.02.2010 erworben wurden, gilt die Bundesimissionsschutzverordnung (BlmSchV) in zwei Stufen: Die erste Stufe seit Inkrafttreten der BlmSchV am 22.03.2010, die zweite Stufe seit 01.01.2015. Geräte, die die erste Stufe der BlmSchV erfüllen (maximal 75 mg/m³ Feinstaub) und bis zum Inkrafttreten der zweiten Stufe am 31.12. 2014 installiert wurden, haben lebenslangen Bestandsschutz!

Quelle: selbst ist der Mann 12 / 2015

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