Fensterdichtung Anleitung: Fenster abdichten

Nur eine intakte Fensterabdichtung schützt vor Zugluft und Heizwärmeverlusten. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Fenster abdichten und welche Fensterdichtung die beste ist.

Inhalt
  1. Fenster abdichten
  2. 2 Arten der Fensterabdichtung
  3. Undichte Fensterdichtung erkennen & ersetzen
  4. Fensterrahmen abdichten

Mit bis zu 35 Prozent Energieeinsparung werben Hersteller, wenn man Fensterspalten von 1 bis 5 mm abdichtet – mit einer praktischen Gummidichtung fürs Fenster. Das Abdichten der Fenster zeigt das Video weiter unten am Beispiel eines Kunststofffensters. Wie Sie das Dichtband am Holzrahmenfenster anbringen, beschreibt die Schritt-für-Schritt-Anleitung oben.

 

Fenster abdichten

Fenster mit Kunststoff- oder Metallrahmen sind weniger verformungsanfällig als Holzfenster. Bei diesen muss schon einmal häufiger die Fensterabdichtung erneuert werden, um Zugluft auszusperren und die Dichtigkeit des Fensters zu erhalten.
Womit Fenster abdichten? Wenn es darum geht, das Fenster gegen ungewollten Luftzug abzudichten, gibt es im Handel viele praktische selbstklebende Fensterdichtungen zu kaufen.
Wie Fenster abdichten? Haben Sie sich für eine Dichtung entschieden, muss das Dichtungsband nur noch auf die Innenseite des feststehenden Fensterrahmens aufgeklebt werden. Das Video zeigt im Detail, wie Sie moderne Fenster abdichten:

 

Wie pflegt man eine Fensterdichtung?

Damit die Fensterdichtungen lange halten, sollten das Dichtungsband regelmäßig gesäubert und gepflegt werden. Diese einfachen Handgriffe genügen, um die Dichtung am Fenster zu pflegen:

  • Dichtungen möglichst trocken halten
  • Beim Fensterputzen Dichtband mit weichem Schwamm von Staub und Schmutz befreien
  • Verzichten Sie auf Gummi-Pflegeprodukte: Je nach Dichtband-Zusammensetzung Ihrer Fensterdichtung schaden die Mittel mehr als sie nutzen!
  • Praxistipp: Massive Sonneneinstrahlung vermeiden! Fenster, die lange in der Sonne liegen, sollten zum Schutz der Dichtungsgummies beschattet werden. Die aggressive UV-Strahlung und die hohe Hitze schädigen das Material dauerhaft. Außerdem: Auch für das Raumklima hinter dem Fenster ist es besser, die Mittagssonne auszusperren!
 

2 Arten der Fensterabdichtung

Undichte Fenster sorgen für Energieverluste, wobei eben nicht nur Gas, Rahmen und die Fensterdichtung eine Rolle spielen. Wichtig sind auch die Anschlussfugen ans Mauerwerk – ringsum! Wie kann man also seinen Fensterrahmen abdichten?

Fensterabdichtung am Bauwerk

Die Fensterabdichtung am nackten Mauerwerk erfolgt in der Regel nur beim Neubau oder einer grundlegenden Sanierung.
Wer macht die Fensterabdichtung? Die Fensterabdichtung ist Aufgabe des Fensterbauers.
Womit Fensterrahmen abdichten? Er befestigt das Fenster mit Rahmendübeln am Mauerwerk und dichtet die Anschlüsse zur Wand rund um den Fensterrahmen mit modernen Butyl- und Kompribändern, etwas Montageschaum und einer Hinterfüllschnur ab.
Welches Silikon für Fensterabdichtung? Am besten gar keins! Die Fensterabdichtung erfolgt mit Kompressionsdichtbändern, die sich selbstständig im Spalt verpressen. Sie werden auf der Innen- wie Außenseite des Fensterrahmens eingesetzt und werden erstmal nicht verfugt. Erst wenn das Fenster mit allen anderen Bauteilen (etwa Fensterbank, Blendleisten, Rolladenkasten, etc.) verbaut ist, werden ggf. noch sichtbare Fugen mit Acryldichtstoff verfugt. Silikon kommt auf der Innenseite eher nicht zum Einsatz.

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Wir geben Tipps zur Materialwahl und zeigen, wie Sie Ihre Fenster einbauen können

Praxistipp: Was Sie selbst beim Einbau neuer Kunststofffenster beachten sollten und wie Sie einen Fensterrahmen selbst abdichten, haben wir weiter unten im Artikel für Sie zusammengestellt.

Fensterabdichtung: Dichtungsband im Rahmen

Eigentlich verfügt jedes (moderne) Fenster über eine integrierte Fensterabdichtung: Meist sind die Dichtungen gut als schwarze Gummidichtungen erkennbar. Als Glashalteleisten dichten einerseits die Glasscheiben zum Fensterflügel ab und verhindern innerhalb des Rahmens, dass Luft oder Feuchtigkeit von außen ins Innere dringen. Etwa zwei bis drei Dichtungsebenen besitzen moderne Kunststofffensterrahmen.
Wo muss ich solche Fensterabdichtung anbringen? Gar nicht! Denn das macht der Hersteller. Die ab Werk fest verbauten Fensterdichtungen müssen in der Regel auch nicht ausgetauscht werden. Sie haben eine so hohe Lebensdauer, dass ein Wechsel der Dichtung nur selten notwendig wird – und wenn doch, erledigt das am besten der Fensterbauer.
Wer zahlt die Fensterdichtung? Wenn es sich um ein Fenster-Abdichtungssystem handelt, die fest im Rahmen verbaut sind, zahlt das der Hauseigentümer (auch den Austausch bei Verschleiß). Wenn Sie als Mieter zusätzliche Fensterdichtungen einbauen wollen – etwa um Zugluft zu reduzieren – dann tragen Sie die Kosten in der Regel selbst (vgl. Geringfügigkeitsklausel im Mietvertrag).

     

    Undichte Fensterdichtung erkennen & ersetzen

    Wann sollte ich die Fensterdichtung erneuern? Die Antwort können Sie sich selbst geben:
    Sind die Thermostate voll aufgedreht und die Heizung ist heiß? Doch trotzdem will sich eine wohlige Wärme nicht so recht einstellen? Dann ist es Zeit, die Dichtung zu ersetzen.
    Bereits durch kleinste Fugen zwischen Dichtungsband und Rahmen bahnt sich die eisige Kälte von außen ihren Weg: Zugluft und Wärmeverluste sind die Folge. Hier erfahren Sie, wie Sie Leckagen am Fensterband orten und mit welchen einfachen Maßnahmen man unangenehmer Zugluft vorbeugen kann.

    Im ersten Schritt gilt es, herauszufinden, wo die Zugluft genau herkommt. Wer sich regelmäßig in seinen Wohnräumen aufhält, kann das verantwortliche undichte Fenster sicher schnell lokalisieren. Um nun exakt die Stelle auszumachen, an der es liegt, bietet sich der gute alte Kerzentrick an: Halten Sie eine brennende Kerze vors geschlossene Fenster. Dort, wo die Flamme am stärksten flackert, sitzt die undichte Stelle.

    Fenster abdichten
    Mit einer Kerzenflamme spürt man zuverlässig undichte Stellen am Fenster auf! Foto: Hersteller / Fensterbau Ratgeber

    Praxistipp: Bevor ambitionierte Heimwerker mit selbstklebenden Dichtungen oder Acrylmasse an die Schadensbegrenzung gehen, sollten sie prüfen, ob es nicht vielleicht schon genügt, die Stellschrauben am Fenster nachzuziehen, damit das Fenster wieder richtig schließt.

    Fenster und Türen Fenster einstellen
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    Lässt sich ein Fenster schlecht bis gar nicht mehr schließen, kann das richtige Einstellen des Fensters helfen

    Denn aufgrund von Temperaturschwankungen kann es passieren, dass sich Rahmen und Materialien im Laufe der Jahre verziehen.

    Welche Fensterabdichtung brauche ich?

    Im Baumarkt gibt es vorgefertigte Fensterdichtungen aus Kunststoff oder Schaumstoff, die einfach aufgeklebt werden. Wichtig ist, dass die gewählte Dichtung nicht zu dick ist und die Lücken zwischen feststehendem und beweglichem Fensterrahmen passgenau füllt, damit das dichte Fenster noch schließt.
    Praxistipp: Die Frage nach dem Profil der Dichtung ist eher nebensächlich. Ob P-, B- oder D-Profil – egal welche Form das Dichtungsband besitzt, entscheidend für die Dichtigkeit ist die Dicke, die zur gemessenen Spaltbreite des Rahmens passen muss.

    tesamoll Dichtstreifen für Fenster und Türen gibt es aus Gummi (robust), Silikon (flexibel) und Schaumstoff (flexibel, weniger robust). Foto: sidm / CK

    Messen Sie die vorhandene Spaltbreite am Fensterrahmen also genau aus (wie in der Galerie oben im Detail gezeigt), um die benötigte Dicke der Fensterdichtung zu ermitteln.
    Praxistipp: Dichtstreifen, die sich auch wieder lösen lassen, eignen sich jeweils für verschieden breite Spalten (Standard und E-Profil 1 bis 3,5 mm, P-Profil 2 bis 5 mm, Premium Flexible 1 bis 7 mm).

    Was kostet eine neue Fensterdichtung?

    Ein einfaches selbstklebendes Dichtungsband ist bereits ab einem Euro pro laufendem Meter Dichtung erhältlich. Das selbstklebende Schaumstoffband muss auch nicht UV-beständig sein, da das Dichtungsprofil ja im Inneren des Fensterrahmens verklebt wird und damit nur selten/kurzzeitig im Sonnenlicht liegt.
    Die Ersatzdichtungen zum Einclipsen in Falzen der Fensterrahmen kosten je nach Hersteller etwas mehr (als Ersatzteile beim Fensterbauer bestellen). Hier sollten Sie die Modell-Nummer Ihres Fensters kennen, um die passende Dichtung zu bestellen!

    Wie muss ich die Fensterdichtung anbringen?

    Wenn Sie nachträglich eine Fensterdichtung anbringen wollen, sind in der Regel diese Arbeitsschritte nötig:

    1. Bei der Montage sollten mindestens 5 °C herrschen.
    2. An der Scharnierseite die Gummidichtung an der weiter innen liegenden Kante des Rahmens aufkleben ...
    3. ... alle weiteren dann in der Scheibenflucht befestigen.

    Eine detaillierte Montageanleitung neuer Fensterdichtungen finden Sie oben in der Bildergalerie >>

    Wo klebt man die Fensterdichtung auf?

    Dichtungsbänder zum Nachrüsten werden immer auf der feststehenden Anschlagseite des Fensterrahmens aufgeklebt. Nur das verhindert dauerhaft, dass die Dichtung beim Schließen des Fensterflügels nicht gequetscht wird oder verrutscht.

    Wer sich nicht selbst an das Projekt wagt, kann mithilfe von dicken Vorhängen und Zugluftstoppern aus Wolle, die einfach vor die Fensterspalte gelegt werden, erste Vorkehrungen gegen ungesunde und unangenehme Zugluft treffen.
    Praxistipp: Im Video stellen wir weitere Maßnahmen gegen ungesunde Zugluft an Fenstern und Türen vor:

     
     

    Fensterrahmen abdichten

    Beim Neubau erfolgt die Fensterabdichtung in der Laibung heute mit Kompressionsdichtungsbändern, die in die schmale Fuge zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk gestopft werden. Sie werden zusammengedrückt und dehnen sich dann erst in der Bauwerksfuge aus und verschließen den Spalt zwischen Fensterrahmen und Mauerwerksöffnung. Der Zwischenraum wird in der Regel mit einem flexiblen Dämmstoff (etwa Mineralwolle) ausgestopft.
    Von innen wird die Fuge zwischen Fensterrahmen und Fensterbank dann mit einem Acryl-Dichtstoff oder mit einer kleinen Blendleiste verschlossen.

    Von außen verfügen moderne Fensterrahmen meist über angeklebte Dichtfolien, die auf die Außenseite der Fassade geklebt werden – bevor etwa die Dämmstoffplatten für das WDVS auf die Fassade geklebt werden oder ein zweischaliges Mauerwerk vorgemauert wird.
    So wird absolute Luftdichtigkeit hergestellt, die auch einen Blower-Door-Test nicht scheuen muss!

    Dachbau
    Blower-Door-Test

    Mit dem Blower-Door-Test können Sie überprüfen, ob Ihr Haus luftdicht ist und Schäden vermeiden

    Denn nur, wenn keine Zugluft (durch Ritzen und Spalten) möglich ist, bleiben die Wärmeverluste gering und die Dämmebene des Hauses dauerhaft vor Feuchteschäden durch kondensierende Feuchtigkeit geschützt. Nur wenn der Fensterrahmen dicht in der Maueröffnung sitzt, ist auch die Fensterabdichtung insgesamt dicht.

    Fensterlaibung abdichten mit PU-Schaum

    Rund 80 Prozent der Fensterfugen werden in Deutschland mit PU-Schaum abgedichtet. Dabei sollte die alte Faustformel befolgt werden: Innen dichter als außen, dampfdiffusionsoffen und schlagregendicht.

    PU-Schaum gilt als gut geeigneter Baustoff, um die Fugen rund ums Fenster abzudichten. Vor Lichteinwirkung geschützt ist PU-Schaum verrottungs- und fäulnisfest und dämmt jahrzehntelang zuverlässig.
    Dennoch sollten Sie beim Abdichten der Fensterlaibung mit PU-Schaum einige wichtige Dinge beachten, damit die Dichtung lange hält.

    PU-Schaum
    VORSICHT: Normalen PU-Schaum nicht bei unter 5 °C verarbeiten. Foto: Hersteller / pu-schaum.center

    Führt man die Arbeiten nicht sofort aus, vergilbt der lichtempfindliche PU-Schaum, wird spröde und ist leicht abzukratzen. Das wirft die Frage auf, ob er so noch seine Dämmfunktion erfüllen kann?

    Unproblematisch ist es, wenn die Abdichtung innerhalb weniger Wochen nachgeholt wird. In diesem Zeitraum ist die Veränderung noch sehr oberflächlich und eher ein kosmetisches Problem. Unter der obersten Schicht ist der Schaum noch vollständig intakt. Praxistipp: Bevor die Fugen endgültig abgedichtet werden, sollte man allerdings die verfärbte PU-Schaumschicht abtragen.

    Ist der Schaum jedoch länger als einige Wochen der Sonneneinstrahlung ausgesetzt, wird er spröde und verliert nach und nach seine guten Dämmeigenschaften. Nach mehreren Jahren am Licht kann er sich sogar fast vollständig auflösen. Die Fensterabdichtung ist dann nicht mehr gewährleistet.

    Quelle: selbst ist der Mann 2 / 2014

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