Dachgaube dämmen

Wenn Hauseigentümer nachträglich eine Dachgaube dämmen wollen, müssen sie sich den spezifischen Problemen der Dachkonstruktion widmen. Gerade beim Thema Gaube dämmen gibt es keine Universalantworten. Wir greifen zwei Problematiken auf: Was tun, wenn nur wenig Platz für Dämmmaterial ist und wie geht man bei alten Gauben vor, die beispielsweise aus den 30er Jahren stammen?

Dachgaube dämmen

Will ein Hauseigentümer nachträglich eine Dachgaube dämmen, stellt sich unter anderem die Frage, wie das am besten zu bewerkstelligen ist. Ein Problem könnte sein, dass nicht bei jeden Haus zwischen Gaubenseite und Fenster viel Platz ist, eher nur wenige Zentimeter; eine Dämmung muss aber trotzdem eingebaut werden.

Eines ist klar: Wird die Dachgaube nicht komplett erneuert, muss sie möglichst genauso gut gedämmt und ebenso abgedichtet werden wie die Dachschrägen, sonst entstehen Wärmebrücken und im schlimmsten Fall auch schnell Schimmel. Ist nur wenig Einbautiefe vorhanden, muss man einen besser dämmenden Dämmstoff verwenden als zwischen den Sparren, also Dämmstoff mit niedrigerer Wärmeleitfähigkeit. Kommt in der Schräge zum Beispiel Mineralwolle der WLG 035 zum Einsatz, kann man an der Gaube dann Hartschaumplatten der WLG 025 verarbeiten. Da diese bei gleicher Plattendicke über 25 Prozent besser dämmen, kommt man bei entsprechend dünneren Platten auf ähnliche Dämmwerte. Es empfiehlt sich aber, dies von einem Fachmann durchrechnen zu lassen – in Abhängigkeit von der Gaubenbauweise und den gewünschten Dämmstoffen. Hauseigentümer sollten auch prüfen, welchem Dämmstandard die Fenster in der Gaube entsprechen. Vielleicht kann und sollte man hier auch die Fenster erneuern und baut dann neue, schmalere ein, um mehr Einbautiefe für den Dämmstoff zu erhalten.

 

Alte Dachgaube dämmen

Problematisch kann es bei sehr alten Dachgauben werden. Denn nicht immer sind sich die Dachdeckerfirmen und Bauphysiker einig, wie man bei der nachträglichen Dämmung alter Gauben vorgeht. Hauseigentümer stellt das vor ein Fragezeichen, wie das Dach nun saniert werden soll.

Eine Dämmung sollte möglichst vollflächig und einheitlich erfolgen, also am besten von außen. Nur dann ist sie effektiv und nur so werden Baufehler weitestgehend ausgeschlossen. In den Bildern ist zu sehen, dass es vor allem bei Anschlüssen im Gaubenbereich oder am Dachabschluss zu Undichtigkeiten kommen könnte. Dies lässt sich nur umgehen, wenn man alte Gauben abreißt, ggf. durch neue Gauben oder neue Dachflächenfenster ersetzt, Knicke im Kniestockbereich begradigt, also Teile des alten Dachstuhls erneuert. Die Gaube wird z.B. durch ein Flächenfenster ersetzt, der Dachstuhl unten wird begradigt, sodass eine Zwischensparrendämmung möglich ist.

Fotos: Lukarna / dormer (Krzystof Lis/Flickr, CC BY-SA 2.0), sidm, Archiv

Quelle: selbst ist der Mann 3 / 2014

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