Bonsai züchten

Wer seinen Garten im asiatischen Stil anlegen möchte, sollte auf einen Bonsai nicht verzichten. Doch wie einfach ist die Pflege? Und kann man einen Bonsai züchten?

Ein Bonsai kann drinnen und draußen wachsen.
Ein Bonsai kann drinnen und draußen wachsen. Foto: iStock / mtreasure
Inhalt
  1. Welche Bonsai-Arten gibt es?
  2. Wie kann ich einen Bonsai züchten?
  3. Bonsai züchten: Rückschnitt

Bonsai bedeutet so viel wie „kleiner Baum“. Und das beschreibt die Pflanze auch schon ganz gut. Denn die meisten werden den Bonsai nur als Zimmerpflanze in einer Schale kennen. Aber wenn Sie den Bonsai züchten, kann er auch größer werden und im Garten stehen. Mit der richtigen Pflege kann er dann sogar über 300 Jahre alt werden. Wie Sie den Bonsai züchten und was Sie bei der Pflege beachten müssen, erfahren Sie hier.

 

Welche Bonsai-Arten gibt es?

Bevor man einen Bonsai-Baum züchten kann, sollte man sich für eine Art entscheiden. Dabei kommt es vor allem darauf an, wie das Klima in Ihrer Region ist und ob der Baum als Zimmerpflanze in einer Schale gezogen werden soll, oder ob er im Freiland stehen soll.

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Theoretisch können Sie übrigens aus jedem Baum einen Bonsai züchten. Es gibt aber Arten, die besser als Bonsai geeignet sind als andere. Von Vorteil sind vor allem Bäume, die schnell wachsen. So können sie die Pflanze innerhalb kürzerer Zeit heranziehen.

  • Außenzucht: Für die Bonsai-Zucht im Garten sind vor allem die Chinesische Ulme, Magnolien, Eichen und Apfelbäume gut geeignet. Hierbei müssen Sie aber beachten, dass sie Bäume auch zu ihrer vollen Größe heranwachsen können. Sie brauchen also viel Platz. Als Nadelbäume eignen sich auch Wacholder, Kiefer, Fichten oder Zedern. Diese sollten Sie aber auf jeden Fall draußen wachsen lassen, da sie die ganzjährig warmen Zimmertemperaturen nicht mögen.
  • Innenzucht: Für die Zucht in einer Schale oder in wärmeren Regionen sind tropische Baumarten wie Geldbaum, Junischnee oder der Olivenbaum gut geeignet.
 

Wie kann ich einen Bonsai züchten?

Wer sich nun für einen Baum entschieden hat, muss diesen pflanzen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten. So ist es möglich, einen Bonsai Baum aus Samen zu ziehen. Das ist natürlich aufwändiger und dauert deutlich länger. Dafür haben Sie aber auch einen großen Spielraum bei der Gestaltung. Eine weitere Möglichkeit sind Stecklinge. Aus diesen können Sie etwas schneller einen Baum ziehen. Ansonsten haben Sie auch die Möglichkeit, bei einer Baumschule bereits kleine Bäume zu kaufen. Diese sind zumindest vorgezogen und etwas kräftiger. Für Anfänger ist das meist die beste Option.
Praxistipp: Es gibt auch Anzuchtsets. In diesen Bonsai-Sets sind alle nötigen Utensilien bereits vorhanden.

Bonsai aus Samen züchten

Bevor Sie Ihren Bonsai aus Samen pflanzen können, müssen Sie sich die Samen besorgen. Sie können die Bonsai-Samen kaufen oder einfach selbst sammeln. Dafür können Sie beim nächsten Spaziergang im Wald einfach Ausschau halten. Da heimischen Baumarten in Ihrer Region wachsen, sollten die Bedingungen für Ihren Bonsai gut sein. Damit Sie wissen, welchen Baum Sie pflanzen, ist es sinnvoll nach Samen zu suchen, die man gut erkennt. Dazu zählen z.B. Kastanien, Eicheln und Tannenzapfen. Wer die Samen nicht sammeln möchte, kann Sie auch kaufen. Im Internet gibt es Shops, bei denen Sie Samen kaufen können. Doch auch in Baumschulen können Sie teilweise Bonsai-Samen erhalten.
Praxistipp: Manche Samen benötigen Frost zum Keimen (Stratifikation). Diesen können Sie im Gefrierfach simulieren. Bei gekauften Bonsai-Samen ist das nicht notwendig.

Bonsai: Mädchenkiefer
Die Mädchenkiefer eignet sich als Bonsai Baum.

Wer jetzt die Samen hat, fragt sich sicher: Wann sollte ich die Samen aussäen? Am besten beginnen Sie mit dem Aussäen der Samen im Herbst. Das passt zu dem Zeitplan der freien Natur und eine Stratifikation wird nicht notwendig. So können Sie bereits im darauffolgenden Jahr die ersten neuen Triebe sehen. Diese haben dann den ganzen Frühling und Sommer, um sich zu entwickeln.

Doch wie genau werden die Samen gesät? Zunächst einmal benötigen Sie noch eine passende Anzuchtschale. Wenn Sie bereits einen passenden Topf für die Pflanze haben, können Sie auch diesen verwenden. Wichtig ist, dass der Topf ein Ablaufloch hat. Zusätzlich benötigen Sie Anzuchterde (oder Bonsaierde), Drainagematerial (z.B. Kies, Lavastein, Tonscherben, …) und ein (Zimmer-)Gewächshaus (Alternative: transparente Kunststofffolie). Und dann können Sie die Samen auch schon säen:

  1. Zuerst legen Sie das Drainagematerial in den Topf. So kann das Wasser später gut abfließen.
  2. Dann folgt darauf eine erste Schicht Anzuchterde.
  3. Nun können Sie die Samen verteilen. Die Bonsai-Samen sollten dabei nicht in die Erde gedrückt werden und sie benötigen etwas Abstand (min. 2 cm).
  4. Darauf folgt dann noch eine dünne Schicht Erde (etwa 1 cm dick).
  5. Als nächstes die Erde ganz leicht andrücken und ordentlich angießen.

Praxistipp: Um die Keimzeit der Samen zu reduzieren können Sie sie die Nacht vor dem Einpflanzen in ein lauwarmes Wasserbad legen.

Jetzt müssen Sie die Erde immer leicht feucht halten. Stellen Sie die Samen an einem warmen (20 °C) und hellen Ort. Damit die Temperatur stets gleichbleibend ist, können Sie den Topf auch in ein (Zimmer-)Gewächshaus stellen. Als Alternative können Sie den Topf auch mit einer Kunststofffolie bedecken. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Folie Löcher hat. Nur so funktioniert der Luftaustausch. Und jetzt heißt es abwarten.

Die Bonsai-Azalee sieht mit ihren hübschen Blüten bezaubernd aus. Foto: div. / pixabay

Bonsai aus Stecklingen züchten

Wem das Bonsai züchten aus Bonsai-Samen zu lange dauert, der kann auch aus Setzlingen einen Baum pflanzen. Dafür brauchen Sie einen Zweig des ausgewählten Baums. Dieser Zweig sollte etwa 5-10 cm lang und etwa 2 cm dick sein. Die Stecklinge sollten Sie im Frühling oder Sommer mit einer scharfen Schere in einem 45° Winkel abschneiden. Danach können Sie den Steckling direkt etwa 2 cm tief in die Erde stecken und gut angießen. Auch hier ist es wichtig, dass der Topf ein Abflussloch und eine Drainageschicht aufweist. Wenn Sie die Pflanze jetzt an einen hellen und warmen Standort stellen und die Erde stets leicht feucht halten, sollten die Setzlinge nach etwa 6-8 Wochen Wurzeln gebildet haben. Nach etwa einem Jahr (abhängig von der Größe) können Sie den Baum umtopfen.
Praxistipp: Damit die Stecklinge nicht zu sehr gestresst werden sollten Sie nur etwa zwei Mal im Jahr sparsam düngen.

Bonsai als Anfänger züchten

Wer als Anfänger einen Bonsai züchten möchte, sollte sich einen Rohling besorgen. Diese sind bereits vorgezüchtet und weisen einen dicken Stamm auf. Hier müssen Sie dann aber auch auf die Pflege achten. Ausreichend Wasser und Nährstoffe braucht das Bäumchen. Damit die Nährstoffe gleichmäßig freigesetzt werden, sollte man dem Baum einen organischen Dünger geben. Der Standort ist aber auch bei dieser Anzucht ein wichtiger Faktor. Während einige Baumarten es sonnig mögen, bevorzugen andere es eher schattig.

 

Bonsai züchten: Rückschnitt

Egal ob als Samen, Steckling oder Anfänger: Der Baum braucht einen Schnitt. Nur so erhalten Sie die typische Form. Die Pflanze braucht etwa 2-3 Mal im Jahr einen Rückschnitt. Bevor Sie den Baum schneiden sollten Sie überlegen, welche Form er haben soll. Alle Zweige, die jetzt nicht zur Form passen oder nach innen wachsen, schneiden Sie ab.
Praxistipp: Beim Bonsai werden nicht nur die Äste geschnitten. Bei jedem Umtopfen werden auch die Wurzeln gekürzt.

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Damit der Bonsai die gewünschte Form behält, ist auch das Drahten wichtig. Dafür wickeln Sie Kupferdraht um die Äste, um sie zu formen und zu positionieren. Erst wenn die Äste von alleine in dieser Position bleiben, kann der Draht entfernt werden.

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