Feuerlöscher für Zuhause

Wie sinnvoll ist ein Wasser-Feuerlöscher für Zuhause?

Aus der Serie: Welcher ist der beste Feuerlöscher für Ihr Zuhause?

(Noch) keine Pflicht, aber dringend zu empfehlen – jeder sollte für den Notfall einen Feuerlöscher im eigenen Haus haben. Aber welcher Feuerlöscher eignet sich am besten für Zuhause?

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Wasserlöscher
Foto: iStock/mara_lingstad
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Wenn es brennt, schreien unsere Instinkte zuerst: Wasser! Und das zurecht. Schließlich ist es das älteste Löschmittel der Menschheit und aufgrund seiner hohen Wirksamkeit, Verfügbarkeit und Transportfähigkeit auch noch immer das am häufigsten verwendete. Aber Achtung: In vielen Fällen birgt ein Löschversuch mit Wasser mehr Gefahren als der eigentliche Brand.

Was enthält ein Wasser-Feuerlöscher?

Wasser verfügt als Löschmittel über einige Nachteile. Um diese auszugleichen, werden dem Löschwasser im Feuerlöscher zusätzliche löschaktive Substanzen, Gefrierschutz- und Benetzungsmittel zugesetzt. Diese Stoffe sorgen dafür, dass sich der Wasserlöscher lagern lässt (auch wenn er weiterhin nicht total frostsicher ist), die Verbreitung des Löschmittels erhöht und die Kontaktaufnahme zum Brennmaterial verbessert werden. Als Treibmittel kommt meistens Kohlenstoffdioxid zum Einsatz. 

Wer Rücksicht auf die Umwelt nehmen möchte, sollte beim Kauf eines Wasserlöschers darauf achten, dass der Inhalt frei von Tensiden und Fluorzusätzen ist.

Wie löscht der Wasserlöscher einen Brand?

Seine Löschleistung verdankt Wasser dem Kühleffekt. Auf den Brandherd aufgebracht, fordert es dem Feuer beim Verdampfen jede Menge Energie ab, sodass sich die Temperatur verringert. Zudem behindert der aufsteigende Wasserdampf die Sauerstoffzufuhr. 

Für welche Brandklassen eignet sich ein Wasserlöscher?

Der wohl größte Nachteil des Wasserlöschers: Er eignet sich nur für Entstehungsbrände der Brandklasse A – also zum Löschen fester Stoffe wie Holz, Papier, Textilien und vereinzelten Kunststoffen. Bei allen flüssigen oder gasförmigen Brennmaterialien, Ölen, elektrischen Anlagen oder Metallen ist die Löschwirkung nicht nur gering; ein Löschversuch wird wegen des Explosionsrisikos zur lebensbedrohlichen Gefahr. Eine Ausnahme machen Niederspannungsanlagen, denn für Brände dieser Art müssen laut DIN EN3 schließlich alle in Deutschland zugelassenen Feuerlöscher geeignet sein. Wichtig ist hierbei jedoch, dass Sie beim Löschen den Mindestabstand von einem Meter einhalten.

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Spezielle sogenannte Wassernebel-Löscher sind dank des sanft austretenden Löschmittels darüberhinaus zur Brandbekämpfung der Brandklasse F geeignet, was jedoch auch mit höheren Kosten zu Buche schlägt.

Wie viel kostet ein Wasser-Feuerlöscher?

Einen einfachen Dauerdrucklöscher mit Wasser erhalten sie ab etwa 40 Euro – dazu kommen zweijährlich die Wartungskosten von etwa 20 bis 50 Euro. Nach Benutzung muss der Löscher ausgetauscht werden. Wer sich für einen Wasser-Aufladelöscher entscheidet, investiert zunächst etwa 90 Euro, dafür kann das Gerät nach dem Einsatz jedoch kostengünstig nachgefüllt werden.

Lohnt sich ein Feuerlöscher mit Wasser für Zuhause?

Im Brandfall zählt jede Sekunde: Schnell noch einen Eimer mit Wasser befüllen, um den Brand zu löschen? Eher unrealistisch. Ein Feuerlöscher mit Wasser hängt idealerweise griffbereit am Wandhalter und ist damit sofort einsetzbar. Wegen seiner eingeschränkten Verwendbarkeit, bietet sich der Wasserlöscher nur in Räumen mit festem Brennmaterial an – das sind Archive, Bibliotheken und Textillage, aber bestimmt nicht Ihr Wohnraum. Für Ihr Zuhause raten wir Ihnen daher nicht zur Anschaffung eines Wasser-Feuerlöschers – zu hoch ist das Risiko, reflexartig im falschen Moment zum Löscher zu greifen.

>>> Ist ein ABC-Pulverlöscher der beste Feuerlöscher für Zuhause?

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