Kabel verbinden

Kabel verbinden - so geht's richtig

Eben mal ein Kabel verlängern oder reparieren? Diese Verbindungsmöglichkeiten gibt es und was dabei zu beachten ist.

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Beim Kabel verbinden müssen einige Dinge beachtet werden - wie zeigen, wie es klappt. Foto: i Stock / dolgachov
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Sehen Sie jetzt im Video, wie Sie Kabel richtig miteinander verbinden:

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Eines gleich vorweg: Elektroinstallationen sollen laut Gesetz nur von ausgebildeten Elektronikern ausgeführt werden. Die hier vorgestellten Tipps geben lediglich einen Überblick zur Verbindung von flexiblen Kabeln, welche Schritte dafür erforderlich sind und welche Sicherheitsvorkehrungen im Allgemeinen zu beachten sind. Sie können die Arbeit eines ausgebildeten Elektronikers nicht ersetzen und wir übernehmen keine Haftung.

Wie kann man Kabel verbinden?

Bevor zwei Kabel miteinander verbunden werden können, muss sichergestellt sein, dass sie nicht mehr ans Stromnetz angeschlossen sind. Sie müssen also von der Batterie getrennt sein, der Stecker muss gezogen oder die Sicherung herausgenommen werden. Danach werden die Kabelenden, die miteinander verbunden werden sollen, abisoliert. Die Ummantelung wird dafür vorsichtig mit einer Abisolierzange abgezogen. Zum Vorschein kommen die Kupfer- oder Aluminiumdrähte, die sonst im Inneren verborgen sind (einfach oder gebündelt). Die Kabelenden (Litzen) müssen nun miteinander verbunden werden. Dies kann durch Löten, Quetschen, Stecken oder Schrauben erfolgen. Vom Verdrillen der Drähte wird unbedingt abgeraten. Wir stellen sonstige Möglichkeiten und das nötige Zubehör vor.

Wichtig: Stromkabel, z.B. für Deckenlampen, bestehen aus drei Kabeln (Phasen), die jeweils andersfarbig ummantelt sind. Sie dürfen nur mit gleichfarbig ummantelten Kabeln verbunden werden. Der stromführende Außenleiter (Phase) ist schwarz oder braun. Der Neutralleiter, in dem der Strom wieder zurückfließt, ist blau oder grau. Das rot bzw. grün-gelbe Kabel (Schutzleiter) soll elektrische Schläge verhindern. 

Kabel mit Steckklemme verbinden

Eine der einfachsten Kabelverbindungen sind mit sogenannten Steckklemmen möglich. Dafür werden die Drähte des Kabels in die Klemme eingeführt und mit einem Hebel festgeklemmt. Je nachdem, wie das Kabel verlegt werden soll, gibt es Steckklemmen, bei denen die zu verbindenden Kabelenden nebeneinander oder gegenüberliegend eingesteckt werden. 

Bei der Compact Verbindungsklemme der Serie 221 von Wago werden sie nebeneinander eingesteckt. Es gibt die Verbindungsklemme mit Anschlüssen für 2, 3 oder 5 Kabel (Leiter), die je nach Modell einen Querschnitt von 0,14 bis 6 mm² haben können. Sie werden einfach mit einem Hebel festgeklemmt. Die seitlichen Griffmulden verhindern das Abrutschen der Finger beim Zudrücken. Die Klemme kann für eine elektrische Spannung im Normalbetrieb bis 450 V (Nennspannung) benutzt werden. Praktisch: Für die Prüfung der Spannung hat sie gleich zwei Öffnungen für alle gängigen Spitzen eines Prüfgeräts. 

Die SPL-1-Drahtverbinder von Flintronic eignen sich hingegen, wenn nur ein schmaler Platz für die Kabelverbindung vorhanden ist. Bei ihnen werden die Kabelenden gegenüber eingesteckt und mit je einem Hebel festgeklemmt. Durch eine Klickverbindung können die Klemmen auch noch untereinander verbunden werden. Das Gehäuse ist aus flammenhemmendem Plastik, ebenso ist das vernickelte Kupfer im Inneren flammenhemmend, korrosions- und alterungsbeständig sowie für Spannungen bis 250 Volt geeignet. 

Kabel verbinden mit Schraubkabelverbinder

Für Stromkabel, die wasserdicht verbunden werden müssen, bietet sich der 10 cm lange Kabelverbinder von Willingood an. Er eignet sich für die schnelle Anbindung an die Außenbeleuchtung sowie andere externe Verkabelung und um Leitungsschäden zu beheben oder Leitungen zu verlängern. Auch er kann ganz ohne zusätzliches Werkzeug verwendet werden und hat 3-polige Einschuböffnungen, also für Phase, Neutralleiter und Schutzleiter. Damit auf der gegenüberliegenden Seite auch die richtige Litze eingeführt wird, sind die Öffnungen entsprechend markiert. Seine Verbindungsmuffe ist für einen Kabeldurchmesser von 1 bis 13 mm geeignet. Für eine optimale Kabelverbindung werden die Kabelenden nach der Abisolierung mit Aderendhülsen ausgestattet.

Kabel verbinden durch Löten

Eine weitere Möglichkeit Kabel miteinander zu verbinden ist das Löten. Allerdings ist dies nicht für Anfänger geeignet. Es sollte schon Erfahrung im Löten vorhanden sein. Der Gallunoptimal Lötkolben kommt inklusive einer Ablage für den Kolben und mit digitaler Temperaturanzeige. Die Temperatur kann je nach Bedarf variiert werden. Das Lötzinn ist ebenfalls im Set enthalten. Es wird mit der heißen Spitze des Lötkolbens verflüssigt und auf die Verbindungsstelle der beiden Kabelenden getropft. Ausgehärtet hält es sie dauerhaft zusammen. Wichtig: Ein Schrumpfschlauch muss vorher über eines der Kabelenden gezogen werden. Ist das Lötzinn erkaltet, wird der Schlauch als neue Isolation über die Verbindungsstelle der Kabel gezogen.  

Kabel mit Gelverbindungsmuffen verbinden

Wer Kabelenden nicht löten möchte, aber dennoch eine dauerhafte Verbindung braucht, für den kommt der selbstlötende Schrumpfverbinder von Kuject infrage. Er ist sogar wasserdicht und einfach in der Anwendung. Lediglich eine Heißluftpistole (400 bis 450 °C) wird als weiteres Werkzeug benötigt. Der Schlauch mit dem integrierten Lötmetall und den beiden Plastikringen wird über eines der abisolierten Kabelenden geschoben. So weit, dass die Kupferdrähte vollständig herausschauen und mit den Kupferdrähten des anderen Kabel verzwirbelt werden können. Der Schlauch wird nun über diese Verbindungsstelle geschoben, bis das Metallelement direkt über den Kupferdrähten liegt. Jetzt wird der Schlauch mit der Heißluftpistole erhitzt und das Lötmetall beginnt zu schmelzen. Ebenso schmelzen die Plastikringe und der Schlauch schrumpft. Er legt sich wie eine Ummantelung um die Verbindungsstelle der beiden Kabel. 

Ähnlich funktionieren die Doppeldichtungen der 5-poligen Gel-Verbindungs- und Abzweigmuffe GTQ 6. Das Gel im Inneren der Muffe dichtet und isoliert die Verbindungsstellen sicher ab. Sie ist für die Verbindung von Kabeln ab 1 cm Durchmesser in Wasser, Erde, Garten und in Installationskanälen geeignet. Ihre Formschale ist UV-beständig, schlagfest und temperaturbeständig von –40 °C bis +140 °C.

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Die wichtigsten Fragen zum Kabel verbinden

Das hängt davon ab, ob die Verbindung der Kabel dauerhaft bestehen bleiben soll. In einem solchen Fall können sie fest miteinander verlötet werden. Diese Stelle wird jedoch steifer als das übrige Kabel. Soll die Verbindung der Kabel eventuell später wieder gelöst werden, ist eine Klemmverbindung besser geeignet. Ebenso, wenn die Verbindung schnell hergestellt werden soll. Die Kabel werden einfach in die Steckklemme eingeführt und mit dem Hebel festgeklemmt. Wird der Hebel häufig wieder geöffnet und leiert deshalb aus, kann sich das Kabel lockern. Beide Methoden haben also ihre Vor- und Nachteile und hängen von den Anforderungen des Projekts ab.

Je nachdem wie aufwendig die Elektroarbeiten sind, unterscheidet sich auch der Preis. Soll nur eine Steckdose erneuert werden, ist dies günstiger als die Arbeit an Kabeln, die bereits unter Putz verlegt worden sind, oder wenn es sich um Starkstromkabel handelt. Auch sind bei der Installation von Spezialleitungen, wie bei einer Schwimmbadbeleuchtung, mehr Arbeitsschritte und gesetzliche Vorgaben zu beachten. Um den Preis vorab einschätzen zu können, bieten einige Elektriker kostenlose Vor-Ort-Schätzungen an und erstellen dann einen Kostenvoranschlag. Darin aufgeführt werden neben dem Stundenlohn für den Elektriker (ca. 50 bis 100 Euro) noch die Anfahrt, die Materialkosten und die Mehrwertsteuer.