Hausbau Massivhaus oder Fertighaus – was sind die Unterschiede?

Fertighäuser, die in 48 Stunden aufgebaut sind, versprechen den schnellen Weg ins Eigenheim. Jedoch ist ein Fertighaus nur scheinbar in zwei Tagen errichtet. Der Mythos vom schnellen Einzug in einer Woche ist eher ein Werbemythos. Das Massivhaus bietet ebenfalls Vorteile. Wir vergleichen die beiden Bauweisen miteinander und liefern Fakten zur Entscheidungsfindung beim Hausbau!

Hausbau Unterschiede Bauweise
Foto: Hersteller / Town & Country Haus
Inhalt
  1. Experten bestätigen: Massivhäuser sind günstiger, ökologischer, wertbeständiger
  2. Massivhäuser gegenüber Fertighäusern technisch im Vorteil
  3. Holzfertighaus – unterschiedliche Anbieter und Qualitäten
  4. Genau hinsehen, nicht nur bei der Bauweise
  5. Sichere Entscheidung: Massivhaus mit Rundum-Sorglos-Paket

Auch für ein Fertighaus muss der Bauplan erstellt, der Bauantrag gestellt und genehmigt werden, der Baugrund vorbereitet, eine Bodenplatte errichtet und nicht zuletzt die Haus-Fertigteile produziert werden. Insgesamt beträgt die Produktionszeit von Fertighäusern bis zum Einzug ebenfalls ein paar Monate. Fertighäuser haben zudem den Ruf, dass sie günstiger als Massivhäuser sind, die Stein auf Stein errichtet werden.

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Liegt der Unterschied zwischen einem Fertighaus und einem Massivhaus tatsächlich nur im Preis? „Um sich für eine Bauweise zu entscheiden, sollten mehrere Faktoren betrachtet werden. Denn für ein Haus sind nicht nur die einmalige Bauzeit und der Preis entscheidend, sondern die Leistungen rund um den Bau und der langfristige Wert“, weiß Jürgen Dawo, Gründer von Town & Country Haus.

 

Experten bestätigen: Massivhäuser sind günstiger, ökologischer, wertbeständiger

Die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. hat den Bau von Fertighäusern und Massivhäusern hinsichtlich Kosten, Bautechnik und Nachhaltigkeit verglichen. Die Studie hat Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser betrachtet und festgestellt, dass die durchschnittlichen Baukosten von Einfamilienhäusern bei Holzbau durchschnittlich 1.692 Euro pro Quadratmeter betragen und bei Mauerwerk 1.624 Euro. Bei Mehrfamilienhäusern belaufen sich die Durschnittkosten pro Quadratmeter beim Holzbau auf 1.481 Euro und bei Mauerwerk auf 1.414 Euro. Im Ergebnis ist die Massivbauweise also günstiger als Holzfertigbau und die wirtschaftlichste Konstruktionsart für alle Wohngebäude.

Bei der Herstellung belastet ein massives Einfamilienhaus zwar die Umwelt etwas stärker als ein Holzständerhaus, beispielsweise durch Treibhausgase. Wegen seines geringen Instandhaltungsaufwandes sind die Auswirkungen auf die Umwelt über die Lebensdauer aber geringer als bei einem Holzständerhaus. „Aufgrund der hohen Lebensdauer von mindestens 80 Jahren und länger sind Massivhäuser mindestens genauso umweltschonend wie Fertighäuser“, so Hausbau-Experte Dawo.

 

Massivhäuser gegenüber Fertighäusern technisch im Vorteil

Technische Vorteile sieht die Studie bei Massivhäusern darin, dass diese sich weniger leicht überhitzen, formbeständig sind, thermische Speicherfähigkeit sowie hohe Brandschutzeigenschaften besitzen, wenig witterungsanfällig und schädlingsresistent sind, eine gute Abschirmung vor Elektrosmog und eine einfach herstellbare Luftdichtheitsebene zeigen. Der Grundriss von Massivhäusern ist langfristig flexibel und kann im Laufe der Zeit geändert werden, solange die Statik gesichert ist. Dadurch ergibt sich ein hoher Werterhalt und gutes Wiederverkaufspotenzial von Massivhäusern, was bereits bei der Finanzierung durch Kreditgeber als vorteilhaft bewertet wird. Ebenso stufen auch Immobilienmakler den Wiederverkaufswert eines Massivhauses höher ein als den von Fertighäusern.

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Holzfertighaus – unterschiedliche Anbieter und Qualitäten

Aufgrund des hohen Vorfertigungsgrades von Fertighäusern sind diese zeitlich gesehen leicht im Vorteil gegenüber Massivhäusern. Durch die trockene industrielle Fertigung der einzelnen Teile lassen sich Schwachstellen, wie zum Beispiel Baufeuchte, vermeiden, kontert die Fertighaus-Branche die Ergebnisse der aktuellen Studie.

Häuser aus dem Baustoff Holz zu bauen ist ebenso wie die Massivbauweise auch regional bedingt. In Skandinavien wie den USA ist Holz traditionell ein beliebtes Baumaterial mit einem angenehmen Wohnklima. Historisch sind in Deutschland die meisten Fertighausunternehmen aus Schreinereien entstanden und finden sich in Gegenden mit viel Wald wie zum Beispiel dem Schwarzwald. Die heutigen Fertighäuser bestehen aus mehreren Komponenten und nicht nur aus Holz. Dadurch entsprechen sie den aktuellen Energiestandards und sind sicherer vor Brand. Insgesamt hat sich die Qualität der Fertighäuser in den vergangenen Jahren stark gebessert, jedoch gibt es nach wie vor starke Unterschiede.

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Genau hinsehen, nicht nur bei der Bauweise

„Bauwillige sollten nicht nur auf die Bauweise achten. Mindestens genauso wichtig sind die Vertragsbedingungen eines Haus-Anbieters. Am Bau sind Werkvertrag und Kaufvertrag üblich. Sie unterscheiden sich durch die Zahlungs- und Gewährleistungsregeln“, so der Tipp von Jürgen Dawo. Werkverträge werden zum Beispiel für die Errichtung eines Rohbaus geschlossen. Kaufverträge gelten für fertige Teile, wie Fenster oder das Grundstück, die sofort bezahlt werden müssen. Bei einem Bau-Werk wird nach der Abnahme gezahlt. D. h. mögliche Mängel müssen erkannt und beseitig werden. Wenn es zum Streit über den Schaden kommt, wird dies meist für die Bauherren teuer. Daher sollten Bauwillige genau die Verträge der Bauunternehmen prüfen und klären, welche Leistungen inbegriffen sind und welche hinzukommen. Kritisch wird es meist, wenn Bauherren mehrere Verträge für die einzelnen Leistungen unterzeichnen. Übernimmt beispielsweise das Bauunternehmen die Errichtung des Fertighauses, jedoch nicht die Bodenplatte und werden Fehler in der Bodenplatte nicht rechtzeitig erkannt, so kann das Haus gravierende Mängel haben. Die Gewährleistung wird dann schnell zum Streitthema.

 

Sichere Entscheidung: Massivhaus mit Rundum-Sorglos-Paket

Auf der sicheren Seite sind Bauwillige, wenn sie sich für ein Massivhaus von einem Baupartner entscheiden und das Haus samt Grundstück mit einem Vertrag notariell erwerben. Ein Massivhaus ist zudem eine solide Geldanlage. Ein faires Bauunternehmen bietet alle Leistungen aus einer Hand: von der Grundstückssuche, über die Finanzierung, ein Bodengutachten, Planung und Bau des Hauses zum garantierten Festpreis. Praxistipp: Fragen Sie nach einem fangreichen Hausbau-Schutzbrief, der im Kaufpreis jedes Haustyps inklusive sein sollte. Er minimiert Risiken vor, während und nach dem Bau.

Quelle: Town & Country Haus

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