Mini-BHKW: Wärme und Strom

Mini-BHKW: Wärme und Strom
Inhalt
  1. Staatliche Förderung für Mini-Blockheizkraftwerke
  2. BHKW mit modulierender Leistung
  3. Mini-BHKW zu mieten
  4. BHKW: Kosten, Fördergelder, Einsparungen

Mini-BHKW, also kleine Blockheizkraftwerke, die Ein- und Mehrfamilienhäuser mit Wärme und Strom versorgen, werden dank Förderung durch den Staat immer beliebter.

Wir drehen Energiesparlampen in unsere Leuchten, achten beim Kühlschrankkauf auf „A++“ und tauschen alte Heizungspumpen gegen hocheffiziente neue – und das ist gut so. Denn Strom aus der Steckdose ist kostbar. Um eine Kilowattstunde (kWh) Strom herzustellen, verfeuert ein gängiges Kohlekraftwerk 2,7 kWh an Primärenergie. Sein Nutzungsgrad bei der Stromerzeugung erreicht also kaum 40 Prozent – der Rest geht in Form von Wärme verloren. Der Nutzungsgrad beschreibt das Verhältnis von produzierter Energie in Form von Strom und Wärme zur eingesetzten Brennstoffmenge inklusive der Verteilungsverluste.

Zentrale Heizkraftwerke (ZHKW) beweisen seit Jahren, dass es besser geht. Sie nutzen das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK): Die Wärme, die bei der Stromproduktion entsteht, wird über ein Fernwärmenetz (vor allem private Haushalte) zur Verfügung gestellt. So erreichen ZHKW Gesamtnutzungsgrade von ca. 80 Prozent.

Bei dezentralen Mini-BHKW sieht die Bilanz noch besser aus. Sie versorgen Siedlungen, Mehrfamilienhäuser, kleine Gewerbebetriebe mit Strom und Wärme und erreichen Gesamtnutzungsgrade von rund 90 Prozent – und damit eine Kohlendioxid-Einsparung bis 60 Prozent im Vergleich zu getrennter Erzeugung von Strom und Wärme. Kein Wunder, dass der Ausbau dezentraler KWK-Anlagen zurzeit einen hohen Stellenwert genießt. Denn es gehört zu den Klimaschutzzielen des Bundes, dass bis 2020 25 Prozent der deutschen Stromproduktion aus KWK-Anlagen stammen sollen.

 

Staatliche Förderung für Mini-Blockheizkraftwerke

Mit attraktiven Förderungen kann daher derjenige rechnen, der sich bis Ende 2010 für ein Mini-BHKW entscheidet. Er erhält zehn Jahre lang für jede erzeugte Kilowattstunde Strom einen KWK-Bonus von 5,11 Cent – gleich, ob er den Strom selbst verbraucht oder ins Netz des Energieversorgers einspeist. Weiterhin wird die Energiesteuer für den verbrauchten Brennstoff erstattet. Das sind zum Beispiel 0,55 Cent je kWh Erdgas. Darüber hinaus bezuschusst der Bund die Investition über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (www.bafa.de). Die Höhe richtet sich nach der elektrischen Leistung des Gerätes und den geplanten Vollbenutzungsstunden.

Je länger das Mini-BHKW jährlich läuft, desto höher ist die Stromproduktion und damit auch die Kohlendioxid-Minderung. Der maximale Zuschuss setzt mindestens 5000 Vollbenutzungsstunden voraus. Ist die Auslastung geringer, wird der Fördersatz anteilig gewährt. Anlagen mit besonders geringem Schadstoffausstoß erhalten zusätzlich einen Umweltbonus. Wirtschaftlich betriebene Mini-BHKW, die für Ein- oder Zweifamilienhäuser ausgelegt sind, werden Laufzeiten von 5000 Stunden kaum erreichen. Die in der schönen Jahreszeit anfallende Wärme könnte nicht genutzt werden – es sei denn, man hätte, z. B. durch einen Swimmingpool, einen besonders hohen Warmwasserbedarf. Ansonsten würde das Gerät abschalten, und der Haushaltsstrom müsste teuer vom Energieversorger bezogen werden.

 

BHKW mit modulierender Leistung

Vorteile haben hier Mini-BHKW mit modulierender Betriebsweise. Sie regeln bei geringer Wärmeabnahme ihre Leistung automatisch herunter, die Stromproduktion wird aufrecht erhalten. Der Wärmebedarf des Hauses im Jahresmittel stellt daher die Planungsgröße bei der Auslegung eines Mini-BHKW dar. Auch wenn ein Pufferspeicher zur Wärmebevorratung Teil der Anlage ist, sollte man einen zweiten Wärmeerzeuger bereithalten, der sich an kalten Tagen zuschaltet.

Kraft-Wärme-Kopplung hat Zukunft: Zunehmend drängen sog. Mikro-BHKW auf den Markt, auch „stromerzeugende Heizung“ genannt. Mit elektrischen Leistungen um 1 kW und weniger ermöglichen sie auch in Einfamilienhäusern lange Motorlaufzeiten. Teilweise setzen sie dabei auf alternative Antriebstechniken.

 

Mini-BHKW zu mieten

Einen völlig neuen Ansatz verfolgt das SchwarmStrom-Konzept des Ökostrom- Anbieters LichtBlick: Das Unternehmen will von Volkswagen hergestellte Mini-BHKW in 100 000 deutschen Haushalten aufstellen und zum größten deutschen Gaskraftwerk mit einer Gesamtleistung von 2000 Megawatt vernetzen, um so die schwankende Strommenge aus Windkraft auszugleichen. Der Hauseigentümer zahlt einen Installationszuschuss von 5000 Euro. Die dezentral anfallende Wärme wird zum Heizen des Hauses genutzt, der erzeugte Strom ins Netz eingespeist und vergütet. Ob ein wirtschaftlicher Betrieb der „Zuhause- Kraftwerke“ mit 20 kW elektrischer und 40 kW thermischer Leistung in Ein- bis Zweifamilienhäusern möglich ist, muss das Projekt erst noch beweisen.

 

BHKW: Kosten, Fördergelder, Einsparungen

Fotos: SenerTec, Text: Margarete Grote

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