Holzverbindungen

Holzverbindungen
Inhalt
  1. Nagelverbindungen: Einfache Verbindungen mit Nägeln
  2. Schraubverbindungen: Bauteile reversibel verschrauben
  3. Rund- und Flachdübel: Mehr Stabilität und Fixierhilfe beim Verleimen

Klassische Holzverbindungen haben viele Vorteile gegenüber verleimten und geklebten Holzbauteilen: In der Regel sind die Verbindungen belastbarer und zum Teil reversibel. Zwar wählen viele Teilzeit-Heimwerker eine schnelle, einfache Lösung mit All-in-one-Klebstoffen, richtige Holzliebhaber aber eignen sich gern solides Schreiner-Wissen an, um in der Holzwerkstatt solide und dauerhafte Holzverbindungen herzustellen. In dieser Übersicht stellen wir die wichtigsten Verbindungsarten für den Möbelbau vor.

 

Nagelverbindungen: Einfache Verbindungen mit Nägeln

Nägel – oder richtigerweise Drahtstifte – werden vor allem da angewendet, wo es nicht unbedingt auf die Optik ankommt. Dabei ist der Drahtstift als Bindeglied keinesfalls unmodern und hat vor allem im konstruktiven Holzbau seine Bedeutung. Das erforderliche Geschick ist bei der Verarbeitung von Nägeln gering, allerdings sollte man beachten, dass die Haupt-Zugbelastung im Bauteil quer zum Nagel verläuft.

  • Einfache Nagelverbindung

    Das Vernageln eines Bretts mit einer Brettkante ist relativ einfach. Um die Abzugkräfte der Bauteile zu erhöhen, werden die Nägel schräg zueinander ins Holz getrieben.

    Mit Nägeln kann man Holz schnell verbinden – wenn man es richtig macht, halten die Drahtstifte dauerhaft fest.

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  • Verschläge "durch"-nageln

    Ob Taubenschlag oder Kellerparzelle: Einfache Abtrennungen und Türen lassen sich mit Brettern und Nägeln schnell und stabil herstellen. Hier zeigen wir Ihnen die fachgerechte Anwendung.

    Wenn Sie schnell etwas vernageln wollen, können Sie diese Methode anwenden

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  • Drahtstifte als Verleimhilfe

    Aufmerksame selbst-ist-der-Mann-Leser kennen die hier gezeigte Verleimhilfe bereits als „Nageltrick“. Angewendet wird dieser vor allem bei stumpfen Verleimungen, bei denen die Holzbauteile keine sonstigen Verbindungspunkte aufweisen, die ein Aufschwimmen beim Verpressen verhindern. Denn der auf die Holzflächen aufgetragene Leim wirkt wie Eis unter einem Autoreifen: Bereits geringer seitlicher Druck reicht aus, um den Reifen zu verschieben. Genau das passiert beim Verleimen. Wurden zuvor jedoch zwei Drahtstifte in die Leimflächen eingeschlagen und abgekniffen, so bohren sich diese Spitzen in das Gegenstück.

    Damit Holzbauteile beim Verleimen nicht verrutschen, kann man den Nageltrick anwenden

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Schraubverbindungen: Bauteile reversibel verschrauben

Eine Holzwerkstatt ohne Schrauben ist heute kaum vorstellbar: Mit Spanplattenschrauben lassen sich selbst aufwendige und belastbare Holzkonstruktionen schnell und einfach errichten. Besonders in der Kombination Schrauben und Leimen sind hochfeste Holzverbindungen realisierbar. Leimzwingen werden dabei weitestgehend überflüssig, da der nötige Anpressdruck unmittelbar durch das Schraubgewinde entsteht.

 

Rund- und Flachdübel: Mehr Stabilität und Fixierhilfe beim Verleimen

Wenn Holzplatten winklig miteinander verleimt werden sollen, zum Beispiel beim Bau von Korpussen oder Schubkästen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die meist recht kleinen Leimflächen zusätzlich zu stabilisieren. Wer dabei nicht auf Schrauben zurückgreifen möchte, kann Rund- oder Flachdübel verwenden. Beide Arten gibt es in unterschiedlichen Größen, die entsprechend der Materialstärke der Hölzer ausgewählt werden. Statt fertiger Runddübel kann man zudem Dübelstangen verwenden und damit die Dübellänge selbst bestimmen. Die Oberfläche der Runddübel ist geriffelt, damit der Leim beim Einstecken des Dübels nicht komplett verdrängt wird und sich die Oberfläche des Dübels vergrößert.
Auch die Flachdübel sind aus diesem Grund beidseitig strukturiert. Sie bestehen – wie die Runddübel auch – in der Regel aus hartem Buchenholz. Die Plättchen werden zur Stabilisierung aus mehreren Furnierschichten mit gegenläufiger Maserung hergestellt. Für die Verarbeitung von Flachdübeln benötigt man eine Flachdübelfräse oder einen entsprechenden Vorsatz für den Winkelschleifer, bei Runddübeln einen Holzbohrer im Dübeldurchmesser mit Tiefenstopp und ggf. Dübel-Markierstifte.

  • Sichtbares Dübeln

    Bei dieser einfachsten Art des Dübelns bleiben die Köpfe der Holzdübel im Werkstück sichtbar. Zunächst stehen bei der Verarbeitung die Dübel vor. Sie werden zum Schluss bündig abgeschnitten und geschliffen.

  • Verdecktes Dübeln

    Wenn die Holzdübel Stabilität geben, aber nicht sichtbar sein sollen, werden sie komplett ins Holz eingelassen. Beim Bohren ist wichtig, dass die Dübellöcher exakt fluchten – nur so passt alles genau.
  • Flachdübel-Verbindung

    Sehr einfach und stabil lassen sich Bauteile mit Flachdübeln und Leim verbinden. Mit der Flachdübelfräse können Sie sehr rationell Schlitze für die hölzernen Verbindungsplättchen in die Bauteile fräsen.

Quelle: selbst ist der Mann 4 / 2016

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