Zimmerpflanzen

Ficus, Gummibaum und Orchidee zählen wohl zu den beliebtesten Zimmerpflanzen der Deutschen. Doch Zimmerpflanzen sehen nicht nur gut aus, viele Grünpflanzen unterstützen das allgemeine Wohlbefinden durch optimale Luftfeuchtigkeit, verbesserten Sauerstoffgehalt und vorteilhaftes Raumklima. Um lange Freude an Ihren Grünpflanzen zu haben, ist neben ausreichender Pflege auch der Standort von Gummibaum & Co. entscheidend.

 
 

Positive Eigenschaften von Zimmerpflanzen

Grünpflanzen wirken dank der von ihnen betriebenen Photosynthese (Stoffwechsel der Pflanzen, bei dem CO2 in Sauerstoff und Wasser umgewandelt wird) luftbefeuchtend: Als „grüne Lunge“ im Zimmer liefern sie wertvollen Sauerstoff und filtern Schadstoffe aus der Luft: Schwertfarn gilt als bester Bio-Entgifter für Formaldehyd (dünstet aus alten Spanplatten-Möbeln oder PVC-Böden aus) und Efeutute kann eine der wenigen Pflanzen sogar Nikotin abbauen. So sind Palmen, Farne und Blattschmuckpflanzen nicht nur dekorative Mitbewohner, durch ihre hohe Verdunstung verbessern sie die Luftfeuchtigkeit und senken die Schadstoffkonzentration in der Atemluft deutlich.

Auf die Psyche wirken auch Blühpflanzen: Mit ihren farbigen Akzenten erfreuen sie uns, auch wenn sich die Natur draußen trostlos, kahl und grau zeigt. Klassische Blühpflanzen wie Zimmerazaleen Alpenveilchen, Primeln oder Usambaraveilchen müssen regelmäßig mäßig gegossen werden – am besten sie bekommen ein lauwarmes "Fußbad" (Pflanzenuntersetzer für ca. 15 Minuten mit Wasser füllen, was die Blühpflanze nicht aufsaugt anschließend weggießen).

Zimmerpflanzen sollten immer nach den jeweiligen Raumbedingungen ausgesucht werden, damit sie sich gut entfalten können. Dabei ist gut zu wissen, dass sich die speziellen Standortvorlieben der Grünpflanzen von ihrem Ursprung ableiten. So wachsen Sonnenanbeter wie Kakteen in warmen, trockenen und hellen Zimmern am besten, weil sie eigentlich in der Wüste zuhause sind. Grünpflanzen wie die Calathea (Korbmarante), die aus dem brasilianischen Dschungel stammt, mögen es entsprechend feucht und warm. Ein beliebter Platz für diese Zimmerpflanzen ist daher das Bad, sofern ausreichend Helligkeit vorhanden ist.

 

Zimmerpflanzen für wenig Licht

Um Photosynthese betreiben zu können, brauchen Grünpflanzen Licht: Daher schätzen die meisten Zimmerpflanzen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Hinter der schützenden Fensterscheibe wird es aber schnell zu warm, sodass die Zimmerpflanze leidet. Achten Sie darauf bei der Auswahl der Grünpflanzen für Ihr Fensterbrett!

In schattigen Raumecken kommen Zimmerpflanzen für wenig Licht groß heraus: Zimmerpflanzen, die mit wenig Licht auskommen, haben meist auch einen weiteren praktischen Vorteil: Ihr Stoffwechsel läuft langsam, daher brauchen Sie wenig Licht und wenig Wasser – häufiges Gießen & Düngen sind also überflüssig! Bekannt für ihre Genügsamkeit ist die Schusterpalme, die auch in dunklen Ecken für einen grünen Farbklecks in der Wohnung sorgt. Praxistipp: In der dunklen Jahreszeit freuen sich alle Zimmerpflanzen über eine extra Portion Licht. Selbst schattenliebende Grünpflanzen sollten etwas Richtung Fenster gerückt werden, um an diesem helleren Platz den Winter zu überstehen.

 

Pflegeleichte Zimmerpflanzen

Die Klassiker wie die Birkenfeige, der Gummibaum, die Zamioculcas und die Fischschwanzpalme eignen sich für warme Räume, die über ein Ost- oder Westfenster verfügen. Sie stehen zwar gerne hell, aber besser im Halbschatten, denn direkte Sonneneinstrahlung schadet ihnen. Die optimale Zimmertemperatur für sie beträgt zwischen 18 bis 25 °C. So passen sie zum Beispiel gut ins Wohnzimmer oder in die Küche.

Yuccapalme, Bergpalme und Drachenbäume benötigen einen hellen bis halbschattigen Standort – begnügen sich aber mit einer geringeren Lufttemperatur. Der Elefantenfuß hingegen mag es hell und warm. Er gedeiht auch bei direkter Sonneneinstrahlung, weil er sehr schmale Blätter hat und Feuchtigkeit in seinem Stamm speichert. Sso lassen sich selbst Südfenster mit dieder Grünpflanze dekorieren.

Auch das Schlafzimmer kann zur grünen Oase werden, denn bestimmte Zimmerpflanzen sind auch nachts wahre Frischluftspender. Die Echte Aloe und Bromelien bevorzugen kühle Temperaturen und nehmen im Dunkeln Kohlendioxid auf, statt es abzugeben. Ob Souterrainwohnung oder nach Norden gelegene Zimmer – auch dunkle Räume lassen sich floral beleben. Hier fühlen sich zum Beispiel die Grünlilie und die wenig anspruchsvolle Efeutute bei einer Raumtemperatur zwischen zwölf und 14 Grad am wohlsten.

Zimmerpflanzen sind im Prinzip alle pflegeleicht, wenn man Standort und Pflegemaßnahmen auf die Grünpflanze abgestimmt hat: Eingerollte Blätter, vertrocknete Blüten oder Schimmel auf dem Pflanzsubstrat zeigen deutlich an, dass hier der Gärtner etwas falsch gemacht hat. Zuviel Sonne oder zu wenig Licht? Zu viel gegossen oder zu wenig? Auf falsche Pflanzenpflege reagieren Zimmerpflanzen besonders sensibel, da ihnen nur ein begrenzter Wurzelraum im Übertopf zur Verfügung steht. Zu den "toleranten" Zimmerpflanzen, die auch so manchen Pflege-Fehler wegstecken, zählen langlebige Grünpflanzen wie die Schefflera, Efeutute, Zebrakraut, Bogenhanf oder die Zamie (Zamioculcas)!

 

Zimmerpflanzen pflegen

Mit dem Beginn der Heizperiode im Herbst verfärben sich häufig auch die Blätter von Zimmerpflanzen. Die Blattränder werden braun oder die Blätter rollen sich ein – ein deutliches Zeichen für eine zu geringe Luftfeuchtigkeit und zu trockene Heizungsluft. So schützen Sie Ihre Zimmerpflanzen vor zu großer Trockenheit.

Gerade tropische Palmen leiden unter trockener Zimmerluft – schließlich sind sie das feucht-warme Tropenklima gewöhnt. Mehr Gießen ist keine Lösung. Beim Gießen ist nun Fingerspitzengefühl gefragt: Das Pflanzsubstrat darf nicht komplett austrocknen, aber zu viel Wasser (oder gar Staunässe!) ist genauso schädlich – dann faulen die Wurzeln. Per Fingerprobe testen Sie, ob die Pflanze Gießwasser braucht, oder ob der Wurzelballen noch ausreichend feucht ist.

Gegen trockene Heizungsluft sind klassische Luftbefeuchter auch keine Lösung (Achtung: Schimmelgefahr!). Ein einfaches Hausmittel schützt Ihre Zimmerpflanzen vor dem Austrocknen: Die Wedel möglichst oft, am besten täglich, mit kalkarmem Wasser einsprühen. Das gilt besonders für Zimmerpflanzen mit besonders feinen zarten Blättern (wie bei Farnen oder Maranten). Sie können kräftige Palmen auch einfach in die Dusche stellen und mit lauwarmen Wasser abbrausen – anschließend Pflanztopf gut abtropfen lassen (Staunässe vermeiden!).
Eine weitere Möglichkeit ist es, den Pflanztopf unten mit Blähton zu füllen, dann Wasser auf den Blähton zu geben und die Pflanze mit Innentopf darauf zu stellen. Steht die Pflanze dann über der Heizung, verdampft das Wasser ganz langsam und hält so die Luftfeuchtigkeit hoch.

Zimmerpflanzen
 

Orchideen pflegen

Orchideen sind beliebte, aber auch eigensinnige und pflegebedürftige Zimmerpflanzen

Praxistipp: Orchideen brauchen besondere Pflege! Orchideen sind tropische Pflanzen, denen der kalte Winter zu schaffen macht. Vorsichtiges Einnebeln der Pflanze mit einer Blumenspritze pflegt die Zimmerpflanze. Ideal zum Überwintern der Regenwald-Blumen sind helle Bäder: Hier ist es feucht und warm! Es gibt aber auch robuste Orchideen-Sorten, die auch kühlere Standorte zwischen 14-10 °C vertragen – diese Orchideen überwintern auch in einem hellen Treppenhaus (Zugluft vermeiden)! Außerdem: Kalte Füße mögen Topfpflanzen gar nicht. Auf Fensterbänken aus Stein sollten Sie daher im Winter eine Unterlage aus Filz, Holz oder Styropor unter den Übertopf legen, damit der Wurzelballen besser gegen Kälte geschützt ist.

Fotos: Max Bahr

Quelle: selbst ist der Mann

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