Kompostieren

Kompost ist ein Tausendsassa: Er düngt und ist als Humus eine Verwöhnkur für den Boden. Das Vorurteil, dass der Kompost stinkt, hält sich hartnäckig. Zu unrecht – denn wird der Kompost richtig zusammengestellt und nicht einfach als Müllhalde benutzt, riecht er nicht und zieht so auch keine Ratten an. Wenn Sie für das Kompostieren die geeigneten Rohstoffe aufgeschichtet lagern und immer mal wieder vermengen, gewinnen Sie biologischen Dünger und reichhaltigen Humus für ihre Pflanzen.

Kompost tut jedem Boden gut: Leichte Sandböden können das Wasser besser halten und Dünger rauscht nicht mehr einfach so in den Boden, schwere Lehmböden werden gelockert und belüftet. Generell ist Kompost Nahrung für Regenwürmer und Mikroorganismen, ohne die im Gartenboden gar nichts läuft. Eine Kompostmiete braucht einen Platz im Schatten und eine feste, aber unbedingt luftdurchlässige Umrandung, die sich zur Entnahme an einer Seite leicht öffnen lässt. Wichtig ist beim Kompostieren ein direkter Kontakt zum gewachsenen Gartenboden, damit Sickerwasser abfließt und Regenwürmer & Co schnell einziehen können.

 

Kompostmiete anlegen

Um allerdings Mäuse und andere ungebetene Gäste vom Kompost auszuschließen, sollten Sie den Boden der Miete lückenlos mit engmaschigem Draht auslegen. Wenn möglich, geben Sie gleich am Anfang der Kompostierung ein bis zwei Schaufeln reifen Kompost hinzu, um die neue Miete gleich mit Mikroorganismen zu impfen.

Richtig angelegt, gehen vom Kompost keinerlei Gerüche aus. Er sollte aus optischen Gründen aber dennoch in eine der hinteren Gartenecken verbannt werden, wo er allerdings gut mit der Schubkarre erreichbar sein sollte. Thermokomposter sind für kleine Gärten ideal, da die Rotte in den Kunststoff-Tonnen schnell hohe Temperaturen erreicht und der Humus oft schon nach einem halben Jahr nutzbar ist. Der Kompost wird über eine Klappe in der Seitenwand oder im Boden entnommen. In offenen Mieten ist Kompost nach einem Jahr fertig.

Gartengestaltung
 

Komposter

Kompost ist der beste Naturdünger – Gartenabfäller werden hier zu wertvollem Humus

 

Wann Kompost anlegen?

Als Zeitpunkt ist der Herbst ideal, da hier viel Rasenschnitt, Laub und Baumschnitt gleichzeitig anfallen. Entscheidend für den Erfolg beim Kompostieren ist das richtige Aufsetzen des Komposthaufens. Locker muss der Haufen sein, denn die Abfälle verrotten nur, wenn sie Sauerstoff bekommen und Kohlendioxid abgeben können. Bekommen sie keine Luft, geht die Rotte in Fäulnis über – und stinkt zum Himmel. Holzige Abfälle fördern die Durchlüftung. Eine Durchmischung der Abfälle ergibt sich gewöhnlich von selbst, da nach und nach verschiedene Stoffe auf dem Haufen landen. 

Grasschnitt oder Blätter sollten, wenn sie in größeren Mengen anfallen, mit anderen Stoffen oder mit einigen Schaufeln reifem Kompost oder Erde vermischt werden. Spezielle Kompoststarter sind überflüssig, wenn Sie eine wenig fertigen Kompost unter den neu angelegten Kompost mischen. Bewährt hat sich bei einem frei aufgeschichteten Komposthaufen eine Sohlenbreite und Höhe von etwa 120 cm, die Länge richtet sich nach der anfallenden Menge der Abfälle.

Bei Kompostsilos genügt in der Regel ein Rauminhalt von etwa einem Kubikmeter. Für eine optimale Kompostierung sind mehrere Haufen oder Silos nötig. Ideal sind drei Kammern: eine für frische Abfälle, eine, in der die Abfälle in Ruhe rotten können und eine für den reifen Kompost. Bis zur ersten "Kompost-Ernte" dauert es bei leicht verrottbaren Abfällen in der Regel etwa ein halbes Jahr.

 

Was kompostieren – und was nicht?

Grundsätzlich können alle organischen und verrottbaren Abfälle aus Haushalt und Garten kompostiert werden

  • Rasenschnitt; Laub, Schnitt von Bäumen, Sträuchern und Hecken – aber möglichst zerkleinert
  • Giftpflanzen und fauliges Obst
  • ungekochte Obst- und Gemüsereste
  • Blumen, Balkon- und Zimmerpflanzen

In geringen Mengen dürfen auf den Kompost:

  • Kaffeesatz und Teebeutel, Eierschalen, verdorbene Nahrung
  • Holzasche, Sägespäne und Sägemehl
  • Zeitungspapier (nur unbeschichtet und nicht farbig bedruckt)
  • Wildkräuter (ohne Samen)

Nicht empfehlenswert sind:

  • behandelte Schalen von Bananen oder Zitrusfrüchte

Völlig ungeeignet sind:

  • samentragende Unkräuter, besonders hartnäckige Wurzelunkräuter; Pflanzen mit Viruserkrankungen
  • Fleisch, Fisch und Knochen
  • Speisereste wie Teigwaren
  • Milch- und Saftverpackungen sowie Verbundpackstoffe
  • alle Farbdrucke
  • Lacke, Farbreste Medikamente, Chemikalien, Batterien und Altöle
  • Glas, Metall und Kunststoffe

Praxistipp: Kompost, der nur aus Laub entstanden ist, kommt Rhododendren und anderen Moorbeetpflanzen zugute. Purer Laubkompost hat einen niedrigen pH-Wert und wirkt sauer. Er lässt sich als Torfersatz auch für Kübelpflanzen verwenden, die ein saures Substrat brauchen, wie beispielsweise Azaleen, Heidelbeeren oder Erika-Arten – das sollten Sie beim Kompostieren bedenken. Wenn Sie Laub mit anderen Abfällen kompostieren, sollte der Anteil des Laubs nicht mehr als 20 Prozent betragen.

 

Kompost sieben

Bevor der Biodünger allerdings in den Garten darf, muss er sich einer Grundreinigung unterziehen: Werfen Sie den Kompost dafür schaufelweise durch ein schräg gestelltes Gitter mit 1-2 cm Maschenweite, z. B. Hasendraht. Das Gitter fischt Zweige und Steine aus dem Kompost und lässt ihn locker und gebrauchsfertig zurück.

 

Komposter zum Kaufen und Selbstbauen

  • Stahlblech-Komposter: Verrottungsfest und stabil ist dieses Fertigmodell aus beschichtetem Stahlblech mit herausnehmbarem Gitterrost
  • Kunststoff-Komposter: In diversen Formen und Farben, mit und ohne Löcherboden sind Komposter aus Recycling-Kunststoff zu haben
  • Komposter aus Metallgitter: Wühlmaussicherer Komposter aus Metall-Gitterrosten. Diese gibt es in verschiedenen Abmessungen im Baumarkt
  • Komposter aus Maschendraht: Eine einfache Lösung: Aus verzinktem Maschendrahtgewebe ist dieses Modell für Laubkompost entstanden
  • Komposter aus Flechtwerk: Komposter aus Weide lassen sich selbst flechten. Die beste Zeit zum Schneiden der Ruten: die Saftruhe im Winter
  • Komposter aus Holz oder Beton: Natürliche Schattierung: Der Komposter aus Betonstützen und Holzbrettern ist mit Kapuzinerkresse begrünt
  • Thermokomposter: Thermokomposter sind geschlossene Kompostiersysteme. Sie werden in verschiedenen Materialien angeboten
  • Komposthaufen: Ein Komposthaufen sollte an der Basis 120 cm breit und maximal 120 cm hoch sein. Die Länge ist beliebig

Fotos: Thomas Hess, Fotolia

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