Konnys Tipp: Trennscheiben für Fliesen, Keramik und Stein

Auswanderer Konny Reimann hat wieder einen Heimwerker-Tipp für Euch – diesmal: Trennscheiben zum Fliesen schneiden.

Bei dickeren oder sehr harten Fliesen ist mit der üblichen Fliesenschneidemaschine kein Durchkommen mehr. Dann arbeitet Ihr am besten mit einem Trennschleifer. Als Einsatzwerkzeug kommen für mich allerdings nur Diamantscheiben in Frage.

Der Trend zu besonders feinen und großformatigen Fliesen beschert so manchem Heimwerker ein Verarbeitungsproblem: Feinsteinzeug ist nämlich besonders hart und deshalb mit einfachen Fliesenschneider kaum zu knacken. Und falls doch, entsteht oft eine recht unregelmäßige Bruchkante, die nur schwer zu glätten ist. Achtet vor allem darauf, die für Eure Maschine in Durchmesser und Geschwindigkeit passende Scheibe zu wählen und nur mit dem Originalflansch zu montieren. Handschuhe und Schutzbrille sind bei jeder Anwendung Pflicht.

Aufbau von Keramik- und Diamant-Trennscheiben

Eigenschaften von Diamanttrennscheiben

Aus meiner Sicht alternativlos, auch gegenüber Steintrennscheiben, sind Diamant-Trennscheiben, mit denen sogar Betonstein getrennt werden kann. Die hohe Trennleistung wird mit Industriediamanten erreicht, die in die schneidenden Außensegmente der Scheiben eingelagert sind. Hohe Standzeiten werden dadurch erreicht, dass beim Verschleiß des Segmentmaterials stumpf gewordene Diamanten ausbrechen und nach und nach immer neue, tiefer im Segment eingebettete Diamanten zum Eingriff kommen.

Faustregel: Je dicker die Beschichtung, desto haltbarer die Scheibe. Die Segmente werden mit verschiedenen Verfahren am Stammblatt befestigt: Mit Laser geschweißte Blätter sind thermisch hoch belastbar und deshalb auch für den Trockenschnitt geeignet. Beim Sintern wird das Stammblatt mit den Segmenten unter sehr hohem Druck bei hoher Temperatur verpresst – die thermische Belastbarkeit solcher Scheiben ist eher gering, sie sind meist nur für den Nassschnitt geeignet. Das gilt auch für hartgelötete Scheiben, da das Lot bei hohen Temperaturen wieder erweichen kann. Scheiben, die für den Trockenschnitt geeignet sind, könnt Ihr übrigens auch für den Nassschnitt nutzen (andersherum gilt das nicht!).

Der Vorteil dieser Arbeitsweise ist eine staubfreie Materialtrennung – ideal in Innenräumen. Allerdings benötigt Ihr für diese Arbeitsweise eine spezielle Maschine, die eine Kühlmittelzuführung am Schnittkanal sicherstellt. Außerdem vergesst nicht, dass der Scheibenumlauf für das Schneiden von Fliesen durchlaufend sein muss, während der Umlauf von Scheiben, mit denen man Beton schneidet, unterbrochen sein müssen, der Diamantring also nicht rund um die Scheibe gehen darf. Langlebige Diamanten haben natürlich auch in Scheibenform ihren Preis: Während Steintrennscheiben ab rund zwei Euro zu haben sind, muss man für eine gute lasergeschweißte Diamantscheibe wenigstens 40 Euro ausgeben.

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Quelle: selbst ist der Mann

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