Maltechniken

Traditionelle Wandmaltechniken erleben zur Zeit eine neue Blüte – moderne Farbsysteme machen es möglich. Wir zeigen, wie auch Sie Ihren Räumen zur individuellen Note verhelfen können – an nur einem Wochenende!

Dass weiße Wände nicht das Nonplusultra der kreativen Raumgestaltung sind, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Geschickt eingesetzt, können Farben triste Ecken aufhellen, kleine Räume größer erscheinen lassen, lange unbehagliche Flure unterteilen, kurz: Sie erhöhen das Wohlgefühl in den eigenen vier Wänden. Sie machen Wohnungen individueller und gemütlicher und das relativ preiswert. Um eine spezielle Wandmaltechnik einzusetzen, braucht man weder Profi noch Künstler zu sein, nur etwas Geduld und Geschick sollte man mitbringen.

 

Maltechniken

Unabhängig davon für welche Wandfarbe Sie sich entscheiden, spielt auch die Maltechnik eine entscheidende Rolle. Ob Stupf-, Wisch-, Wickel- oder Folientechnik – jede Variante bietet Vor- und Nachteile:

Für welche Maltechik sich entscheiden, hängt letztlich nicht nur von Ihren Vorlieben ab, sondern auch von Ihren malerischen Fähigkeiten. Letztlich gibt es aber für alle Techniken eine einfache Lösung, denn auch die Malerwerkzeuge wurden dem modernen Gebrauch angepasst: Wem etwa die Wickeltechnik mit einem Lappen zu mühsam ist, der findet in den Regalen der Baumärkte genügend Alternativen, um etwa mit einer Spezialrolle einen ähnlichen Effekt herzustellen.

Doch bevor Sie loslegen, prüfen Sie den Untergrund, der bemalt werden soll. Auf einem abblätternden Putz ist die schönste Effektmalerei vergebene Mühe. Die Wand sollte trocken, sauber und staubfrei sein. Viele Effekte wie die Wisch- oder Schwammstupftechnik können jedoch auch ohne Probleme auf Raufaser ausgeführt werden. Möchten Sie eine Maltechnik auf glatter Wand ausführen und dabei einen Untergrund benutzen, der wieder entfernt werden kann, ist Vliesfaser-Tapete geeignet. Sie lässt sich bei einer späteren Renovierung trocken abziehen. Unsere orangefarbene Wand in Schwammstupftechnik wurde darauf gefertigt.

 

Die Psychologie der Farben

Haben Sie sich für eine Maltechnik entschieden, bleibt noch die nicht ganz unwichtige Frage nach der richtigen Farbe. Mit Farbe kann man einem Raum schnell und preiswert ein neues Gesicht geben. Aber die Vielfalt an Farben erschwert oftmals den Umgang mit ihnen. Die Farbenlehre kann dabei als nützliches Ordnungssystem helfen.

Der Farbkreis

Die Basis der Farbenlehre bildet der Farbkreis. Er besteht aus den drei Primärfarben Rot, Gelb und Blau. Primärfarben lassen sich nicht durch Mischungen anderer Farben herstellen. Die Farben zweiter Ordnung nennt man Sekundärfarben, sie entstehen durch das Mischen von zwei Primärfarben: Diese sechs Farben bilden die Basis für die Entstehung der unendlichen Farbnuancen, die man immer weiter untereinander mischen kann.

Bei den vielen Farbvariationen spielen Schwarz und Weiß eine wichtige Rolle. Die hellen Farbtöne entstehen durch Zugabe und Mischen von Weiß, dunkle Farbtöne erzielt man durch Mischen mit Schwarz. Beispiel: Rot mit Weiß ergibt Rosa, mit Schwarz entsteht ein dunkles Burgunderrot. In der Raumgebung erzeugen dunklere Farben eher eine gemütliche, helle Farben eine offene und leichte Farbstimmung. Daneben haben helle Farben die Eigenschaft, Räume optisch zu vergrößern, dunklere Töne lassen Räume kleiner erscheinen.

Warme Farben, kalte Farben

In der Farbenlehre unterscheidet man warme und kalte Farben. Auf den Farbkreis bezogen sind Rot, Orange, Gelb warme und Grün, Blau, Violett kalte Töne. So kann man einem Raum durch die Wahl der Farben einen warmen oder kühlen Charakter geben. Warme Farben haben zusätzlich die Eigenschaft mehr Nähe zu vermitteln, sie wirken aktiver und lebendiger. Kalte Farben schaffen Distanz und wirken ruhiger und ausgeglichener.

Kombinationen von Farben

Die Farbenlehre bietet ein hilfreiches Instrumentarium bei der Zusammenstellung von Farben. Die Farben, die sich im Farbkreis gebenüberliegen, eignen sich sehr gut, wenn man Farben im Raum miteinander kombinieren möchte. Man nennt diese Farbenpaare Komplementärfarben oder Ergänzungsfarben.

Diese Farbenpaare ergänzen sich optimal, da beide Farben voll zur Geltung kommen und sich gegenseitig in ihrer Ausdruckskraft unterstützen. Bei Farbgestaltungen ist es generell empfehlenswert, sowohl warme wie kalte Farben zu wählen. Neben den Komplementärfarben kann man gut Gelb- und Blautöne oder Grün- und Orangetöne kombinieren. Solche Farbkompositionen erzeugen eine angenehme harmonische Spannung.

Fotos: sidm / Archiv

Quelle: selbst ist der Mann

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