Holzboden

Holz – vielseitiger und dauerhafter Bodenbelag
Inhalt
  1. Holzboden: Massivholz, Parkett oder Laminat
  2. Holzboden verlegen
  3. Verlegerichtung von Holzböden
  4. Interview Trittschall

Ein Holzboden ist nicht einfach ein beliebiger Bodenbelag, auf den man seine Füße setzt. Holz vermittelt Geborgenheit und Wärme. Es symbolisiert Natur, Individualität und Wohngesundheit.

Der Boden nimmt eine zentrale Rolle in einem Raum ein. Er liefert mehr Berührungspunkte als jede andere Oberfläche, setzt die Inneneinrichtung in Szene und prägt als Hauptreflektionsfläche für Licht ganz erheblich die Atmosphäre eines Raumes. Kein Wunder also, dass Holz mit seiner natürlichen Ausstrahlung und seinen feuchteregulierenden Eigenschaften ausgesprochen beliebt ist. Wir verraten Ihnen alles, was Sie über Holzböden wissen müssen.

 

Holzboden: Massivholz, Parkett oder Laminat

Bodenbeläge aus Holz gibt es in vielen Varianten. Durchgängig aus ein- und demselben Holz sind massive Holzböden gefertigt: Massivparkett und Massivholzdielen. Fertigparkett ist hingegen ein Mehrschichtparkett, üblicherweise dreischichtig aufgebaut. Die oberste Lage besteht aus Vollholz, meist werden dafür Laubhölzer verwendet. Mittellage und Rückzugsfurnier sind aus schnell nachwachsenden Nadelhölzern oder anderen Holzwerkstoffen gefertigt. Da der Anteil wertvollen Holzes geringer ist, verbucht Fertigparkett unter ökologischen Aspekten Pluspunkte. Und es ist preiswerter.

Noch sparsamer mit den natürlichen Ressourcen geht Furnierparkett um. Seine dünne Nutzschicht lässt sich allerdings nicht mehr abschleifen. Sie macht dafür die Verwendung edler Hölzer wie Kirsche, Mahagoni oder Nussbaum möglich, die bei der Verarbeitung zu Fertig- oder erst recht Massivparkett kaum zu bezahlen wären.

Fußboden
 

Holzdielen

Auch Fertigparkett nennt sich Holzboden, aber nur Holzdielen sind vollständig aus Holz

Mit einer Oberfläche aus einer Holz imitierenden Dekorfolie, aber einem Innenleben aus Holzwerkstoff wartet der Laminatboden auf. Aus dem Schatten der Parkettböden ist der äußerst strapazierfähige, budgetfreundliche Bodenbelag längst herausgetreten. Die neuen Dekore bieten anspruchsvolle, naturgetreue Optik. Die Reproduktion der Holzmaserung entspricht mehr denn je ihrem natürlichem Vorbild - auf Wunsch sogar inklusive Fugenoptik. Auch Nachbildungen tropischer Hölzer sind erhältlich.

 

Holzboden verlegen

Musste man den hölzernen Elementen früher mit viel Leim oder Nägeln auf den Leib rücken, um sie auf dem Untergrund zu befestigen, lassen sich Holzböden heute meist schwimmend verlegen. Für leisere Schritte sorgen separate Dämmmatten oder aufkaschierte Trittschalldämmungen. Fertigparkett wird üblicherweise an Nut und Feder verleimt. Inzwischen erobern den Parkettmarkt neue leimlose Klick-Systeme, die ihre Bewährungsprobe bereits bei Laminat bestanden haben. Selbst massive Dielen, sonst ein Fall für den Profi, kann man heutzutage bei einigen Systemen schwimmend verlegen.

Viele Fachleute halten bei Holzböden jedoch der Verklebung die Treue. Sie ist zwar aufwendiger, bietet aber unter anderem einen gut hörbaren Vorteil – sie reduziert erheblich den Trittschall. Ob schwimmend verlegt oder fest verklebt, ab zehn Metern am Stück bzw. an Türübergängen, wo auch der Estrich eine Fuge aufweist, sollten Dehnungsfugen eingeplant und mit geeigneten Profilen überdeckt werden. Mittlerweile gibt es auch elastische Dichtungsmassen in Holzfarbtönen.

Wer Handwerker mit der Verlegung des Holzbodens beauftragt, sollte auf jeden Fall mehrere Angebote einholen. Die Preisspannen sind gro§ und richten sich in vielen Betrieben gestaffelt nach der Größe der zu verlegenden Fläche und natürlich nach der Art der Verlegung. Fertigparkett wird für rund 20 Euro, Laminat für etwa 10 Euro pro Quadratmeter verlegt. Bei Mosaikparkett wird es deutlich kostspieliger. Und der Englische Verband macht wiederum weniger Arbeit als Fischgräte. Beim Preis zu beachten: Verklebung ist nicht unbedingt teurer als schwimmende Verlegung. Übrigens: Ein Holzboden ist pflegeleicht. Übel nimmt er nur eins: Nässe. Stehendes Wasser ist also zu vermeiden.

Fußboden
 

Dielenboden verlegen

Sechs Varianten haben sich für die Verlegung von Massivholzdielen bei Heimwerkern bewährt

 

Verlegerichtung von Holzböden

Werden Holzdielen in einem Zimmer quer verlegt, erscheint der Raum hinterher optisch etwas breiter. In Längsrichtung verlegte Dielen bewirken dafür eine optische Verlängerung des Raumes. Wichtig für die Optik ist auch, ob die Dielen fortlaufend verlegt werden oder ob außerhalb des Raumes ein Wechsel stattfindet. Fortlaufend verlegte Holzböden verbinden Räume harmonisch miteinander und lassen kleine Zimmer gro§zügiger wirken. Ein Wechsel von Holz zu Stein betont die Eigenständigkeit der Räume. Dennoch sind beides natürliche Materialien.

 

Interview Trittschall

Bruno Hülsbusch, Produktmanager von Meister-Leisten Schulte

BAUIDEE:Was ist der Unterschied zwischen Raumschall und Trittschall?
Bruno Hülsbusch: Raumschall bezeichnet die Schallabstrahlung in dem Raum, in dem der Boden verlegt ist. Er wird als "Laufgeräusch im Raum" wahrgenommen. Die beim Begehen eines Bodens erzeugten Schallwellen dringen au§erdem über die Bauteile in benachbarte und vor allem in darunter liegende Räume. Das ist der eigentliche Trittschall.

BI:Welche Aussagekraft haben die Produktwerte zur Schalldämmung?
B.H.: Bis heute sind die entsprechenden Prüfmethoden noch nicht eindeutig in einer DIN-Normung festgeschrieben. Die Bewertungen einzelner Böden können daher, je nach Prüflabor und Prüfmethode, unterschiedlich ausfallen. Zwei Dinge sollten eigentlich in die Bewertung einflie§en: die rein technisch messbaren Werte und die subjektive Wahrnehmung. Das Ausschütten einer Spielzeugtonne mit Steinen kann beispielsweise technisch gleich laut mit dem Herunterfallen eines Gegenstandes sein, wirkt aber störender.

BI: Wie lässt sich ein Holzboden wirkungsvoll dämmen?
B.H.: Viele Laminate oder Mehrschicht-Parkettböden sind heute werkseitig mit einer Kaschierung versehen. Der Boden ist schneller installiert, da das Auslegen einer separaten Dämmung entfällt. Die Kaschierung ist mit der Diele verbunden. Das kann den Wirkungsgrad gegenüber einer lose untergelegten Dämmung erheblich erhöhen. Die Produkte sind als "System" aufeinander abgestimmt.

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