Unkrautvernichter

Unkräuter lassen den Garten nicht nur ungepflegt wirken, sondern entziehen den übrigen Pflanzen auch wichtige Nährstoffe und Wasser. Neben regelmäßigem Jäten hilft gegen Unkraut auf dem Rasen und im Beet nur der gezielte Einsatz chemischer Unkrautvernichter.

Chemische Unkrautvernichter (im Hobbygartenbau meist als flüssige Suspensionen) greifen in den Stoffwechsel der Pflanzen ein: Die enthaltenen Herbizide werden über die Blätter der Pflanze aufgenommen und in die Wurzeln transportiert und bekämpfen so auch fieses Unkraut wie Löwenzahn und Disteln. Achtung: Der Gesetzgeber verbietet, Unkrautvernichter auf befestigten Wegen anzuwenden – zu groß ist hier die Gefahr, dass die Unkrautvernichter in den Herbiziden in die Kanalisation abgeschwemmt werden.

 

So wirken Unkrautvernichter

Das Unkrautvernichtungsmittel Roundup (chemisch: Glyphosat) z. B. hemmt die Bildung einer Aminosäure, die in Tieren und Menschen nicht vorkommt. Allerdings ist der Wirkstoff umstritten: Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass das weltweit meist verkaufte Unkrautvernichtungsmittel krebserregend ist. Die erneute Zulassung von Glyphosat in der EU steht gerade in der politischen Diskussion.

Von anderen Herbiziden wird der Photosynthese-Prozess unterbrochen, sodass die Pflanzen keine energiehaltigen Kohlenhydrate mehr bilden kann. Früher wurden zur chemischen Unkrautbekämpfung auch sogenannte Wuchsstoffherbizide eingesetzt. Sie beschleunigen das Pflanzenwachstum, woraufhin die Pflanzen aufgrund von Nährstoffmangel eingehen.

Die allermeisten Unkrautvernichtungsmittel werden über die grünen Pflanzenteile (nicht die Wurzeln) aufgenommen. Daher sollten Herbizide nur an trockenen Tagen verwendet werden, damit die Herbizide nicht abgewaschen werden. Praxistipp: Unkrautvernichtungsmittel wissen nicht, was sie bekämpfen! Gelangt chemischer Unkrautvernichter auf Gemüse oder Zierpflanzen (z. B. durch Verwehung des Herbizid-Nebels) sterben auch Ihre Kulturpflanzen ab. Wenn Sie Unkrautvernichter ausbringen, dann immer sparsam und gezielt – umstehende Pflanzen am besten mit Pappen oder Folien abdecken & schützen.

 

Glyphosat: Umstrittener Vernichter

Den Begriff Glyphosat konnte man seit 2015 und vor allem in den vergangenen Wochen und Monaten oft hören und lesen: Das weltweit am häufigsten eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel (1974 von Monsanto unter dem Namen Roundup auf den Markt gebracht) wird heftig kritisiert: Die Substanz könne Mensch und Tier schaden, sogar Krebs auslösen. Anlass für die Diskussion war die anstehende Wiederzulassung des Wirkstoffs in der EU. Doch die Mitgliedsstaaten konnten sich nicht einigen, die Genehmigung wurde nur bis Ende 2017 verlängert. Nun hat die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) auf Basis bereits bestehender Studien Glyphosat als nicht krebserregend eingestuft – allerdings als schädlich für die Augen und giftig für Organismen im Wasser. Die Debatte um die Genehmigung wird damit aber wohl nicht beendet sein.

Fotos: Hersteller 

Quelle: selbst ist der Mann

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