Raumgestaltung mit Farbe: Die Wischtechnik

Inhalt
  1. Die Wischtechnik braucht nur wenig Werkzeug
  2. Die Wischtechnik ergibt einen dreidimensionalen Farbeindruck
  3. Wand beim Streichen häufiger betrachten
  4. Mit Effektschwamm und Pinsel
  5. Schnell und effektvoll mit dem Pinsel
  6. Der Überraschungseffekt


Wenn Sie gern mehr Farbe in Ihren Wohnräumen haben würden, aber vor einem flächigen Deckanstrich zurückschrecken, sollten Sie die Wischtechnik ausprobieren!

Locker aus dem Handgelenk aufgetragen ergeben sich mit der Wischtechnik attraktive Effekte an der Wand. Die Fläche bleibt lebendig und kleine Unsauberkeiten fallen später überhaupt nicht auf! Ideal zum ersten Ausprobieren von farbigen Wänden in der Wohnung ...

 

Die Wischtechnik braucht nur wenig Werkzeug

Die abgebildeten Werkzeuge beweisen es: Der Wischtechnik sind kaum Grenzen gesetzt: Traditionell wird sie mit dem Flächenstreicher ausgeführt, der entweder in weiten Schwüngen, in Form einer liegenden Acht oder eines Diagonalkreuzes über die Wand gezogen wird.
Sie können aber auch mit einem normalen Haushaltsschwamm oder einem speziellen Wischhandschuh aus dem Baumarkt arbeiten.

Die einmal gewählte Wischtechnik sollte während des gesamten Farbauftrages beibehalten werden, um ein gleichmäßiges Gesamtbild zu erzeugen.

 

Die Wischtechnik ergibt einen dreidimensionalen Farbeindruck

Verwendet wird normalerweise eine Lasur. Lasuren sind durchscheinende Farben. Mehrere Schichten, meist zwei bis drei, werden übereinander aufgetragen. Jede dieser Schichten ist so transparent, dass die unteren Farbschichten durchscheinen. Zwischen den einzelnen Anstrichen muss der Voranstrich vollkommen trocken sein.

Sie können eine zur Lasur passende Grundfarbe wählen, solche Kombi-Pakete werden passend von mehreren Herstellern angeboten. So erreicht man auch mit weniger Farbschichten ein ansprechendes Ergebnis. Lasuren wirken jedoch auch direkt auf einem weißen Grundanstrich mit Dispersionsfarbe sehr attraktiv – das Weiß lässt die zarten Lasuren sehr leuchten.

Durch die Wischtechnik werden die Pigmente je nach Beschaffenheit der Wandoberfläche mehr oder weniger stark angelagert. Der endgültige Farbton entsteht erst nach mehrmaligem Auftrag als farbiger Gesamteindruck mit sanften Hell-Dunkel-Kontrasten.

Wünschen Sie einen dynamischen Gesamteindruck, bietet sich das Arbeiten mit Lammfellhandschuh oder Schwamm an, das eine großzügige Textur erlaubt.

Die Werkzeuge sollten vor dem Anstrich mit Wasser angefeuchtet und ausgedrückt werden. Nachdem die Farbe mit dem Werkzeug aufgenommen wurde, muss die überschüssige Menge grundsätzlich auf einem Stück Pappe oder Zeitung abgestreift werden, um hässliche Nasen an der Wand zu vermeiden.

 

Wand beim Streichen häufiger betrachten

Auch wenn Sie ein schwungvolles Muster wünschen, sollten Sie erst einmal behutsam vorgehen, um später nicht überrascht vor einer wilden Wand mit einem zu dynamischen Effekt zu stehen.

PRAXISTIPP: Gehen Sie lieber öfter einige Schritte zurück, um Ihr Werk zu betrachten und Unebenheiten auszugleichen. Da Lasur langsamer trocknet als Dispersionsfarbe, bleibt Ihnen genügend Zeit. Nach einmaligem Auftrag ist es normal, dass die Wand sehr unruhig erscheint. Erst mit den weiteren Aufträgen wird die Farbfläche harmonischer.

 

Mit Effektschwamm und Pinsel

1 Die Wand wird zuerst in einem frischen Grün gerollt. Einen Teil der Lasur in eine Farbwanne geben und den Effektschwamm benetzen.

2 Den Schwamm etwas ausdrücken, dann die Lasur in kleinen Strichen kreuzförmig auf der Wand verstreichen, bis ein attraktives Muster entsteht.

3 Mit einem Flachpinsel können im noch feuchten Zustand zu stark strukturierte Stellen geschlichtet werden. Die Wand erscheint danach ruhiger.

 

Schnell und effektvoll mit dem Pinsel

Wem zwar die Wischtechnik gefällt, der mehrmalige Farbauftrag jedoch zu viel Mühe ist, für den ist die Effect-Farbe von Alpina vielleicht das Richtige. Hier handelt es sich um keine Lasur, sondern um Dispersionsfarbe, mit der bei einmaligem Auftrag mit dem Pinsel eine Wischstruktur entsteht. Mit einem Wischer können Farbpigmente danach zu einer interessanten Struktur zusammengeschoben werden oder zu harte Pinselstriche geglättet werden.

1 Mit der Effect-Farbe von Alpina sind interessante Wischstrukturen schnell mit dem Pinsel aufgebracht.

2 Mit dem Wischer werden zu starke Pinselstriche geglättet und die Farbe zu einer ansprechenden Struktur verschoben.

 

Der Überraschungseffekt

Dass Überraschungen jedoch zur Gestaltung dazugehören und zudem längst nicht immer ein Misserfolg sein müssen, haben wir an den eigenen Wänden erfahren: Wir mischten ockergelbe Farpigmente, die wir vorher mit Wasser eingesumpft hatten, mit Lasur-Binder. Gewünscht war eine schwungvolle Wischtechnik auf einer Putzwand, die mit Tiefgrund und weißer Dispersionsfarbe vorbehandelt war. Trotzdem saugte der Putz die Lasur zu schnell auf, was eine lasierende Oberflächenbehandlung unmöglich machte. Die Lösung, statt Lasur eine dickere Farbe anzumischen und mit einer Rolle aufzutragen, führte zu einem sehr intensiv leuchtenden Ergebnis mit kräftiger und unregelmäßiger Streifenoptik. Das entsprach nicht dem anfänglich gewünschten, harmonischen Wandbild, passte aber perfekt zu Bodenfliesen und Einrichtung. Fazit: Nie entmutigen lassen!

1 So kann es auch gehen: Weil die Putzwand die dünnflüssige Lasur zu schnell aufsog, mischten wir mit Binder und Pigmenten eine dickere Farbe an.

2 Wenn sich Pigmente nicht vollständig lösen, ergibt sich an der Wand ein unregelmäßiges Muster, was hier für eine Streifenoptik genutzt wurde.

3 Da eine Wischtechnik nicht mehr möglich war, probierten wir verschiedene Werkzeuge aus und entschieden uns für eine kleine Rolle.

4 Mit einem breiten Schlichterpinsel wurden die Streifen anschließend noch einmal bearbeitet und verstärkt. An unserer Probewand funktionierte der Wischeffekt mit schwungvoller Pinseltechnik perfekt.

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Quelle: selbst ist der Mann

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