Kürbissorten

Kürbis: Das rankende Gemüse ist so vielfältig, das jeder die passende Kürbissorte für sich entdecken kann. Je nach Verwendung, Geschmack und Aussehen, gibt es unterschiedliche Sorten. Welche Kürbisse sich als Speisekürbis oder nur zur Ölgewinnung eignen oder eher zur Dekoration dienen, erfahren Sie hier.

Kürbisse gehören zu den ersten Kulturpflanzen der Menschheitsgeschichte, – und zwar aus gutem Grund: Kürbisse taugen nicht nur als Speisekürbis und bieten reiche Mengen an Fruchtfleisch, Kernen und Blüten sondern machen vor allem heutzutage auch als Dekoration viel her. Die Kürbisgewächse sind so vielseitig, dass selbst Kürbismuffel die passende Kürbissorte finden.
Kürbisse wurden ursprünglich in Südamerika angebaut, vermutlich schon lange vor Bohnen und Mais: In Mexiko fand man in Gräbern rund 10.000 Jahre. alte Samen. Die Urahnen der heute angebauten Speisekürbisse wurden ausschließlich der Kerne wegen angebaut. Das Fruchtfleisch schmeckte bitter und war ungenießbar. Kürbisse lassen sich leicht miteinander kreuzen und so entstanden im Laufe der Kulturgeschichte viele Sorten mit schmackhaftem Fruchtfleisch.

 

Kürbissorten: Vielfalt im Gemüsebeet

Gestreift, gefurcht, gescheckt oder flaschenförmig, wer bisher absoluter Kürbis-Muffel war und mit den Früchten immer nur die orangefarbenen Halloween-Kürbisse oder die bunten kleinen Zier-Kürbisse aus Herbstgestecken verbunden hat, wird von der Sortenvielfalt des Kürbis begeistert sein.

Zur Gattung der Kürbisse (botanisch Cucurbita) zählen rund 15 Arten, die in über 800 Sorten angebaut werden. Wer glaubt, Kürbis schmecke wässrig, hat wahrscheinlich noch nicht die richtige Züchtung probiert. Sorten wie ‘Hokkaido’ und ‘Butternut’ lassen die Herzen von Gourmets höher schlagen und haben den Vorteil, dass sie in angenehm portionierten Größen heranwachsen. Die Vielfalt verschiedener Formen fasziniert und lohnt auch den Anbau im eigenen Garten. Raritäten wie die an Ufos erinnernden weißen Früchte der Sorte ‘Custard White’ entdeckt man selten auf dem Wochenmarkt.

 

Speisekürbis anpflanzen

Wer Kürbisse aussäen will, sollte sie im April in Töpfen vorziehen und ab Mai ins Freiland setzen, wenn die Frostgefahr endgültig vorbei ist. Die Keimtemperatur ist mit 25-30 °C recht hoch. Später als Anfang Juli sollten Sie keine Kürbisse mehr pflanzen, die Zeit bis zur Reife ist dann zu kurz, die je nach Sorte zwischen 90 und 130 Tagen dauert. IKürbisse zählen zu den so genannten Starkzehrern und brauchen von allem viel: Bekommen sie reichlich Sonne, Wärme, Wasser und Nährstoffe (zum Beispiel als Kompost), gedeihen sie und breiten sich aus. Eine einzelne Pflanze braucht durchaus zwei qm Platz.

Trotz ihrer großen Früchte und der weichen Blätter sind Kürbispflanzen aber keineswegs Schluckspechte, die man ständig bewässern muss. Auf nassen Boden reagieren die Pflanzen wesentlich beleidigter als auf völlige Bodentrockenheit. Im Sommer wird der Kürbis zum Bodendecker im Beet Angesichts dieser Wüchsigkeit kommen wenige Pflanzpartner in Frage: Eine gute Figur an seiner Seite macht die Kapuzinerkresse, die ihre Blüten wie Farbtupfer zwischen die Ranken setzt und die Stangenbohne, die ihn mühelos überragt.

Vor Schnecken müssen Kürbisse lediglich als Jungpflanzen geschützt werden. Schutz bieten bodenlose Plastikflaschen, die in den Nächten nach dem Auspflanzen über die Setzlinge gestülpt werden. Nach rund zwei Wochen sind sie kräftig genug, um den Schnecken zu trotzen. Wenn Sie mehrere Kürbisse gepflanzt haben, verteilen Sie Schneckenkorn nur am Rand, sonst locken Sie die Tiere erst recht in den Bestand hinein.
Achtung, wer am Waldrand wohnt: Wildschweine finden Kürbisse zum Anbeißen – sie wollen die Kerne. Leider gehen die Borstenviecher nicht zimperlich damit um, sie beißen in die Früchte oder zerpflücken sie gleich ganz. Die Biss–Spuren vernarben.

Geerntet wird so spät wie möglich und so früh wie nötig. Alle Arten sind frostempfindlich und sollten gepflückt werden, bevor das Thermometer unter 0 °C fällt. Wer seine Kürbisse lange lagern und einen kleinen Vorrat für den Winter anlegen möchte, sollte die Früchte so lange wie möglich an der Pflanze belassen. Vollreife Kürbisse erkennt man am verholzten Stiel und am „Klopftest“: Klingt die Frucht hohl, ist sie reif. Geerntete Früchte sollten nicht am Stiel getragen werden. Bricht er ab, fault der Kürbis an dieser Stelle schnell. Unversehrte Exemplare lassen sich bei 10 bis 14 °C monatelang lagern. Bei Zimmertemperatur halten die meisten Sorten zumindest einige Wochen und wirken nebenbei überaus dekorativ.

Wer nicht warten möchte, bis sich Früchte gebildet haben, kann schon ab dem Frühsommer ernten: Statt cremiger Suppe kommen dann die Blüten auf den Teller. Praxistipp: Achten Sie darauf, dass Sie ausschließlich die männlichen Blüten ernten, dann müssen Sie im Herbst auf keine einzige Frucht verzichten. Sie erkennen die männlichen Blüten an ihrem langen Stiel. Außerdem fehlt der verdickte Fruchtknoten hinter der Blüte.

 

Exotische Kürbisse züchten

Es ist zwar kinderleicht, Kürbis-Samen aus fremden Ländern mitzunehmen und selbst auszusäen, allerdings kann es dabei auch böse Überraschungen geben, weil einige Arten mehrjährig sind und im ersten Jahr nur Blätter bilden. Da Kürbispflanzen nicht frostfest sind, wird man aus solchen Sorten hier im vergleichsweise kalten Deutschland nie eine Frucht erhalten. Das gilt besonders für Kalebassen, deren getrocknete Früchte sich sehr gut zum Bemalen oder Basteln eignen. In der Türkei macht man aus ihnen z. B. Lampen. Die Sorten, die Alexander Stark verkauft, hat er deshalb selber ausprobiert und darauf geachtet, dass sie einjährig sind.

Fotos: Klaus-Erich Haun, Fotolia, Istockphoto

Quelle: selbst ist der Mann 5 / 2013

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