Begehbaren Kleiderschrank selber bauen

Aufgeräumt, gemütlich und bequem – so sollte es im Schlafzimmer sein: Um ausreichend Stauraum zu schaffen, bietet sich ein begehbarer Kleiderschrank an. Hinter den Schiebetüren versteckt sich ein kleines Ankleidezimmer, in dem auch allerlei Sperriges blickgeschützt gelagert werden kann. Wie Sie einen begehbaren Kleiderschrank selbst bauen, zeigt Schritt für Schritt unsere Anleitung.

Im Schlafzimmer sind neben Bett und Kleiderschrank oft auch ein Schreibtisch mit Computer sowie gelegentlich ein zweites Fernsehgerät und Haushaltsutensilien wie Bügelbrett und Wäscheständer untergebracht. Diese geben einen weniger schönen Anblick und lassen nur schwer Gemütlichkeit aufkommen. Hier kann beispielsweise ein begehbarer Kleiderschrank Abhilfe schaffen, in dem Kleidung und Schuhe Platz finden und der gleichzeitig auch noch genügend Stauraum für Bügelwäsche und -brett, Koffer und Taschen, Wäschebox und -ständer bietet. Am einfachsten lässt sich solch ein geräumiger Wandschrank mit Ständerwerk und Gipskartonplatten aufbauen. Optisch schön wirken später eingesetzte, großflächige Schiebetüren aus Holz.

 

Begehbaren Kleiderschrank selber bauen

Das Errichten eines Ständerwerks und dessen Beplankung mit Gipskartonplatten scheint nur auf den ersten Blick kompliziert: Die Grundkonstruktion kann entweder mit Holzbalken oder mit Metallprofilen aufgebaut werden. Für unseren begehbaren Wandschrank haben wir Wand-, Decken- und Bodenprofile aus Metall gewählt. Wichtig ist, dass das Ständerwerk auf einem festen Untergrund errichtet wird. Bodenbeläge wie Teppiche, Parkett, Laminat oder Kunststoffbeläge müssen Sie vorher im Bereich des UW-Bodenprofils entfernen. Zunächst wird der Bereich ausgemessen und markiert, in dem der Schrank später stehen soll. Die Rückseite der Profile, die an Boden, Wand und Decke verdübelt werden, muss mit einem selbstklebenden, schalldämmenden Dichtband versehen werden. Dieses verhindert, dass die Metallträger zu Schallbrücken werden, und helfen bei der Schallisolierung. So lassen sich Trennwände oder auch Einbauschränke ganz individuell und den räumlichen Gegebenheiten entsprechend aufbauen.

Beginnen Sie mit der Montage der Bodenprofile (UW-Profil), in die die Wandprofile (CW-Profil) gesetzt und anschließend an der Wand verdübelt werden. Fehlen noch die Deckenprofile (UW-Profil), deren Position mit einer zwischen den Wandprofilen gespannten Schlagschnur angezeichnet wird. Den Unterschied zwischen UW- und CW-Profil erkennen Sie leicht: Das UW-Profil, das an den Seiten glatt verläuft, dient als Boden- und Deckenschiene. CW-Profile sind an den offenen Kanten nach innen geknickt. Die einzelnen Wand-, Decken- und Bodenprofile lassen sich mit einer Blechschere auf das gewünschte Maß ablängen. Alternativ eignet sich auch eine Eisensäge. Praxistipp: Um ein Verrutschen der Ständer zu verhindern, werden die CW-Profile mit einer Crimpzange an Boden- und Deckenträgern befestigt. Alternative: mit Schnellbauschrauben provisorisch fixieren.

Sind alle nötigen Profile an Boden, Wand und Decke montiert, setzen Sie in diese Rahmenkonstruktion Zwischenständer (CW-Profil). Der Abstand der einzelnen Profile hängt von der späteren Beplankung mit Gipskartonplatten ab. Demzufolge muss der Abstand auf die Plattenbreite bzw. -länge abgestimmt sein. Bei Querbeplankung und einer Plattenlänge von 125 cm beträgt der Ständerabstand 62,5 cm, bei einer Plattenlänge von 260 cm sollten es 52 cm sein, und bei einer Plattenlänge von 150 cm misst der Abstand 50 cm (Maße beziehen sich auf Mitte zu Mitte CW-Profile). Achten Sie darauf, dass der Gipskarton eine Mindeststärke von 12,5 mm aufweist, stabilere Gipsfaserplatten können dagegen in einer Stärke von 10 mm verbaut werden.

Ist das Ständerwerk komplett errichtet, schrauben Sie zunächst von der Innenseite aus die Gipskartonplatten an. Verwenden Sie hierfür Schnellbauschrauben, die sich ohne Vorbohren in das Metallprofil drehen lassen. Die erste Schraube setzen Sie idealerweise in der Plattenmitte oder in einer -ecke an, um Stauchungen innerhalb der Platte zu vermeiden. Die Schraubenabstände sollten an der Wandfläche etwa 25 cm, an der Decke 17 cm und am Boden rund 30 cm betragen. Auf die gleiche Weise beplanken Sie anschließend die Außenseite des Ständerwerks. Eine Dämmung zwischen den Gipskartonplatten ist nicht notwendig, da der so entstehende Raum nur als Kleiderschrank genutzt wird und keine zusätzliche Schall- und Wärmeisolierung erfordert.
Als nächstes bringen Sie an den Außenecken Kantenschutzprofile an und verspachteln diese sowie die Schraubenköpfe und die Plattenfugen. Nach dem Anschleifen der überspachtelten Stellen, können Sie mit der dekorativen Wandgestaltung beginnen. Hierbei ist eine vorherige Grundierung des stark saugenden Gipskartons unbedingt notwendig.

 

Begehbarer Kleiderschrank mit Schiebetüren

Der Durchgang zum begehbaren Wandschrank wird von zwei Schiebetüren verdeckt, deren Maße jeweils 800 x 2330 mm betragen. Beim Festlegen der Blatthöhe sind unten 3 mm Luft zur Bodenschiene und oben mind. 10-15 mm Einstand für das U-Profil an der Decke einzuplanen. Anstatt Massivholz zu verwenden, haben wir die Türblätter aus Laminatpaneelen gebaut. Diese werden auf eine beidseitig klarlackierte Trägerplatte aus 4-mm-Sperrholz geklebt. Die Holzplatte sollte mind. 20 mm länger und 20 mm breiter als das geplante Türmaß sein, da die Platte nach dem Verlegen des Laminats zugeschnitten wird, um bündige und gerade Kanten zu erhalten. Ob Sie die Laminatpaneele senkrecht oder waagerecht verlegen, hängt vom persönlichen Geschmack hinsichtlich des Dekors ab.

Achten Sie beim Längsverlauf darauf, dass Sie das Laminat – wie am Boden auch – im Versatz verlegen. Bringen Sie das erste Paneel mit Montagekleber bündig auf die Trägerplatte, klicken Sie nacheinander alle weiteren Paneele zusammen. Nach dem Aushärten des Klebers schneiden Sie die beiden Türblätter mit der Handkreissäge und einer Führungsschiene auf das richtige Maß. Danach erfolgt der Einbau der Edelstahl-Radscheiben und -Griffmuscheln. Die Räder müssen mindestens 8 mm über die Türkante überstehen. Prüfen Sie direkt nach der Montage, ob die Radscheiben sauber und rund laufen. Auf die Oberkanten der Türen kleben Sie beidseitig Filzstreifen, damit sich die Türblätter später leicht im U-Profil an der Decke bewegen lassen. An die Längsseiten der Türen setzen Sie ebenfalls mit Montagekleber U-Profile aus Aluminium.

Die Bodenschiene wird zuerst montiert und muss sauber fluchtend und absolut eben eingebaut sein. Das Deckenprofil wird an der Bodenlaufschiene ausgerichtet und verschraubt. Beide Führungen sind exakt parallel zueinander zu montieren. Nach dem Einsetzen der Schiebetüren dürfen diese nicht verkanten, nicht streifen und vor allem nicht aus der oberen Führung kippen. Halten Sie die Nuten der Bodenschiene immer sauber.

Quelle: selbst ist der Mann

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