Mietvertrag kündigen

Mietvertrag kündigen
Inhalt
  1. Wohnung kündigung – Fristen wahren:
  2. Wohnungsmietvertrag: Verschiedene Vertragsarten möglich
  3. Wohnungskündigung & Kaution

Damit Sie Ihren Mietvertrag wirksam zum gewünschten Datum kündigen können, müssen Sie bei der Kündigung ein paar Dinge beachten: Worauf Sie achten müssen, wenn Sie einen Mietvertrag kündigen, erfahren Sie hier im selbst.de-Umzugsplaner. Musteranschreiben für Wohnraum-Kündigungen gibt's kostenlos >>

 

Wohnung kündigung – Fristen wahren:

Als Mieter darf man eine Wohnung in der Regel mit einer Frist von drei Monaten kündigen – egal wie lange man dort gewohnt hat. Die früher üblichen, von der Mietdauer abhängigen Kündigungsfristen, gibt es nicht mehr. Selbst wenn solche Klauseln noch im Mietvertrag stehen, gilt die Dreimonatsfrist. Bei befristeten Verträgen und Untermietverträgen gelten Sonderbestimmungen. Fristlos kündigen darf ein Vermieter nur, wenn die Miete nicht bezahlt wird. Der Mieter kann seinerseits fristlos kündigen, wenn sich beispielsweise Schadstoffe in der Wohnung befinden.

Formal richtig kündigen:

Die Kündigung muss von allen Personen unterschrieben werden, die im Mietvertrag aufgeführt sind. Grundsätzlich sollte man sie als Einwurf-Einschreiben auf dem Postweg verschicken. Wichtig: Die Kündigung muss spätestens am dritten Werktag eines Kalendermonats beim Vermieter eintreffen.

Ein Vermieter muss sich auf einen Nachmieter nur einlassen, wenn dies im Mietvertrag steht. Anders ist es allerdings bei Zeitmietverträgen, die Mieter nicht vor Ende der Laufzeit kündigen können oder wenn ein Kündigungsausschluss besteht. Dann darf der Mieter einen Nachmieter suchen, wenn er ein „berechtigtes Interesse“ an einem Auszug hat. Etwa, wenn er berufsbedingt in eine andere Stadt zieht. Doch auch so haben Mieter eine Chance, aus ihrem langfristigen Vertrag herauszukommen: Sie können den Vermieter um Erlaubnis bitten, einen Untermieter einziehen zu lassen. Lehnt er ab, können Mieter mit der üblichen Frist von drei Monaten kündigen.

Mietvertrag kündigen
Mietvertrag ist nicht gleich Mietvertrag – auf's Kleingedruckte kommt es an! Foto: VRD / Fotolia.com
 

Wohnungsmietvertrag: Verschiedene Vertragsarten möglich

Einen Mietvertrag zu unterschreiben ist einfach. Aber was muss eigentlich im Mietvertrag drinstehen und was bringen eigentlich Staffel- und Index-Mietverträge?
Ein Überblick über die verschiedenen Arten von Mietverträgen.

Die Rechtssprechung im Bereich des Mietrechts ist sehr vielschichtig, sodass unsere Tipps rund um Ihren Umzug nur eine allgemeine Einführung in das Thema darstellen können, die ggf. nicht für jeden Einzelfall die passende Lösung bietet. Der selbst.de-Umzugsratgeber ist keine Rechtsberatung. Um spätere Streitigkeiten mit dem Vermieter zu vermeiden, können Sie Ihren Mietvertrag auch den Beratern des Mieterschutzbundes, der Verbraucherzentralen oder Ihrem Anwalt zur Durchsicht vorlegen.

Das gehört in jeden Mietvertrag:

  • Alle Mietvertragsparteien müssen namentlich genannt sein und den Vertrag unterschreiben
  • vereinbarte Miethöhe, gegebenenfalls unterteilt in Nettomiete und einzelne Betriebskosten
  • das Mietobjekt muss genau beschrieben werden. Dazu zählen mitvermietete Nebenräume, Garage, Gartenanteil, Kellerräume, Autoabstellplätze usw. Achtung: Werden Wohnung und Garage im gleichen Mietvertrag aufgelistet, gelten sie als EINE Mietsache. Die spätere Kündigung nur eines Teiles der Mietsache (z.B. nur der Garage) ist nicht möglich!
  • Beginn und - bei befristeten Mietverträgen - das Ende des Mietverhältnisses
  • Beispiel-Mietverträge vom Deutschen Mieterbund >>

Mündliche Mietverträge:

Mietverträge können theoretisch auch mündlich abgeschlossen werden. Es muss nur feststehen, wer der Mieter und wer der Vermieter ist, welche Immobilie vermietet wird, zu welchem Mietbetrag und wann das Mietverhältnis beginnt. Der Vorteil: Wenn nichts anderes vereinbart ist, gelten immer die Regeln aus dem BGB. Das bedeutet zum Beispiel, dass Mieter keine Schönheitsreparaturen machen und auch keine Nebenkosten zahlen müssen.

Staffelmietvertrag:

Der Staffelmietvertrag ist ein schriftlicher Mietvertrag, in dem nicht nur die Anfangsmiete, sondern auch schon die zukünftigen jährlichen Mietsteigerungen festgelegt werden. Staffelmietverträge werden normalerweise als Zeitmietverträge vereinbart. Während der Laufzeit des Vertrages kann der Vermieter nicht kündigen. Der Mieter hat ein Sonderkündigungsrecht. Er darf erstmals zum Ablauf des vierten Jahres kündigen; danach immer mit der gesetzlichen Kündigungsfrist (3 Monate).

Indexmietvertrag:

Die allgemeinen Lebenshaltungskosten steigen schneller als die Mietpreise. Viele Vermieter legen Mietern deshalb bei der Neuvermietung einer Wohnung einen so genannten Indexmietvertrag vor. Maßstab für die Entwicklung der Miete ist der vom Statistischen Bundesamt ermittelte Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland. Die Miete kann aber erst nach einem Jahr erhöht werden.

Praxistipp: Wenn Sie Zweifel haben, ob der vorgelegte Mietvertrag (versteckte) Klauseln zu  Ihren Ungunsten enthält, lassen Sie ihn von einem Fachanwalt für Mietrecht, den Verbraucherschützern oder dem Mieterbund lesen. Blockt der zukünftige Vermieter oder drängt er Sie zur Unterschrift, lassen Sie lieber die Finger von der Wohnung – Mietstreitigkeiten sind hier vorprogrammiert.

Mietkaution
Die Mietkaution sollte insolvenzsicher auf einem eigenen Konto – getrennt vom Vermögen des Vermieters – zu den üblichen Zinsen angelegt werden. Foto: Marco2811 / Fotolia.com
 

Wohnungskündigung & Kaution

Spätestens bei der Schlüsselübergabe fordern Vermieter eine Kaution. Die Mietkaution beträgt in der Regel drei Monats-Kaltmieten. Was Sie über die Mietkaution wissen sollten.

Funktion der Mietkaution:

Die Mietkaution dient als Sicherheit für den Vermieter, falls der Mieter seinen Verpflichtungen aus dem Mietvertrag nicht nachkommt. Das gilt beispielsweise für nicht bezahlte Mieten oder Schäden, die durch den Mieter verursacht wurden.

Höhe der Kaution:

Eine Mietkaution darf drei Monatsmieten nicht übersteigen. Nebenkosten bleiben bei der Berechnung der Mietkaution unberücksichtigt. Tipp: Wer die Kaution nicht sofort bezahlen kann, darf sie laut Gesetz auch in drei Monatsraten leisten. Überhaupt müssen Mieter eine Kaution an den Vermieter weder in bar zahlen, noch auf ein privates Konto überweisen. Stattdessen können sie darauf bestehen, die Mietkaution nur auf ein insolvenzfestes Konto zu überweisen. Der Vorteil: Bei einer möglichen Insolvenz des Vermieters bleibt sie so vor einem möglichen Zugriff durch Gläubiger geschützt.

Kautionsrückzahlung:

Nach der Wohnungsübergabe muss der Vermieter die Kaution an den Mieter zurückzahlen. Dafür hat er bis zu sechs Monate Zeit. Außer es steht noch eine Nebenkostenabrechnung aus und der Vermieter rechnet mit einer Nachforderung. Dann darf er einen Teil der Kaution bis zum Ende der Abrechnungsperiode - also bis zu einem Jahr - behalten.

Foto: © Fotolia.com

Quelle: selbst ist der Mann

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