Zeckenbiss

Inhalt
  1. Zeckenbiss behandeln
  2. Zeckenbiss: Wann zum Arzt?
  3. Zeckenimpfung gegen FSME

Sobald die Temperaturen konstant über 7 °C klettern, machen sie sich wieder auf die Suche nach unserem Blut. Beim Spaziergang im Wald, picknicken auf der Wiese oder bei der Gartenarbeit kann man sich dann leicht einen Zeckenbiss zuziehen. Wie entfernt man die Zecke in einem solchen Fall und bei welchen Symptomen sollte man lieber einen Arzt aufsuchen?

Es dauert nur eine Sekunde, doch diese Sekunde kann lebenslange Folgen mit sich bringen. Die Zecke greift mit ihren Krallen zu und schon sitzt sie auf der Kleidung oder der Haut. Findet man sie dann nicht, bevor sie zubeißen, können Zecken die Erreger der Lyme-Borreliose und der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Zumindest gegen letztere schützt eine Impfung.

Gartenpflege Zecken-Warnschild
 

Zecken

In der warmen Jahreszeit sind Zecken besonders aktiv: So schützen Sie sich vor Zecken

 

Zeckenbiss behandeln

Hat es Sie einmal erwischt, kommt es für die Vermeidung von Krankheitserregern unter anderem darauf an, dass Sie den Zeckenbiss behandeln. Je schneller das geschieht, desto besser. Verwenden Sie zum Entfernen eine Zeckenzange, Zeckenkarte oder eine Pinzette mit einem möglichst dünn zulaufenden Ende. Greifen Sie das Tier am Kopf, möglichst nah an der Haut, und ziehen Sie sie langsam und ohne die Zecke zu drehen heraus.

Vorsicht: Verwenden Sie niemals vermeintliche Hausmittel wie Öl oder Nagellackentfernen. Diese führen nur dazu, dass die Zecke sich übergibt und auf direktem Weg sämtliche Krankheitserreger in die Wunde befördert.

Mehr Infos zum Thema Zecken entfernen, finden Sie hier:

Gartenpflege Zecken entfernen
 

Zecken entfernen

Um Krankheitserreger zu vermeiden, müssen Sie die Zecke vorsichtig und korrekt entfernen

 

Zeckenbiss: Wann zum Arzt?

Ist die Zecke entfernt, ist das Gröbste noch nicht überstanden. Ob durch den Zeckenbiss Krankheitserreger übertragen wurden, stellt sich meist erst Wochen nach dem Biss heraus. Stellen Sie die im folgenden beschriebenen Symptome fest, suchen Sie umgehend einen Arzt auf!

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Die FSME ist eine durch Viren ausgelöste Form der Hirnhautentzündung und tritt vorwiegend im süddeutschen Raum auf. Für Einwohner und Besucher dieser Regionen bietet eine Impfung Schutz. Findet eine Übertragung ohne Impfung statt, erkranken gut ein Drittel aller Betroffenen gut ein bis drei Wochen nach dem Biss an grippeähnlichen Symptomen (Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber). Nach weiteren drei Wochen treten die Symptome erneut auf. Dieses Mal begleitet von Schwindel, Übelkeit und möglicherweise Lähmungen und Sprachstörungen verursacht durch eine Entzündung von Hirnhaut und/oder Hirn und Rückenmark.

Lyme-Borreliose

Die Borreliose-Bakterien können in allen gemäßigten Klimazonen weltweit von der Zecke übertragen werden. Hierfür ist kein Impfschutz verfügbar, eine Borreliose-Infektion muss mit einer langzeitigen Einnahme von Antibiotika behandelt werden. Infiziert werden gut fünf Prozent aller gebissenen Menschen. Einige Tage bis Wochen nach dem Biss kann sich die sogenannte Wanderröte bildet. Sie ähnelt einer Zielscheibe mit der Bissstelle in der Mitte. Tritt keine Wanderröte auf, heißt das jedoch nicht, dass keine Infektion stattgefunden hat. Zusätzlich treten Kopf- und Gelenkschmerzen auf sowie Fieber und Müdigkeit. Nach einigen Monaten kommen grippeähnliche Symptome sowie teilweise Lähmungen dazu. Je früher mit Antibiotika behandelt wird, desto besser.

 

Zeckenimpfung gegen FSME

Eine Impfung ist derzeit nur gegen den FSME-Virus möglich. Borreliose-Bakterien werden hingegen mit Antibiotika behandelt. Die FSME-Impfung muss nach 3 Monaten und nach einem Jahr aufgefrischt werden, um danach etwa alle drei bis fünf Jahre. Ob eine Impfung sinnvoll ist, ist Ermessenssache. Die hauptsächlichen Risikogebiete sind: Bayern und Baden-Württemberg und die südlichen Gebiete von Sachsen, Thüringen und Hessen sowie Teile Skandinaviens und Osteuropas.

Zeckenbiss
© Dieter Schütz / pixelio.de

Die Einteilung in Risikogebiete bedeutet im Übrigen nicht, dass eine Ansteckung außerhalb dieser Gebiete nicht möglich ist, sie ist nur wesentlich unwahrscheinlicher. Zecken, die FSME übertragen, finden sich beinahe überall in Deutschland, lediglich ihre Anzahl ist in einigen Gebieten wesentlich geringer als in anderen. So kommt es auch außerhalb der Risikogebiete immer wieder vereinzelt zu Fällen von FSME. Verbringen Sie viel Zeit bei der Gartenarbeit oder im Wald sollten daher auch Bewohner Mittel- und Norddeutschlands über eine Impfung nachdenken.

Ausführliche Informationen zum Thema „Zeckenimpfing“ finden Sie auf PraxisVita.

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