Wurzelnackte Gehölze Hecken, Rosen, Sträucher im Herbst einpflanzen

Im Oktober ist die beste Zeit, um wurzelnackte Gehölze einzupflanzen: Zum einen haben die Ziersträucher dann noch genug Zeit, um vor dem Winter anzuwachsen, zum anderen sind nun wurzelnackte Gehölze besonders günstig zu haben!

Wurzelnackte Rosen
Wurzelnackte Gehölze wie z. B. Rosen werden mit der Veredelungsstelle 2-3 fingerbreit unter die Erde gepflanzt Foto: Hersteller / GPP/Kordes

Ob Rosen, Ziersträucher oder Heckenpflanzen – ab Oktober (bis zum ersten Frost) beginnt die Pflanzzeit für wurzelnackte Gehölze: In Gartencentern und Baumschulen finden Sie in dieser Zeit eine große Auswahl – frisch vom Feld und wegen des großen Angebots auch deutlich günstiger als die Containerware aus dem zurückliegenden Sommer.

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11 praxiserprobte Tipps, wie Sie wurzelnackte Gehölze einpflanzen:

  1. Nutzen Sie die Vegetatiosphase: Wenn oberhalb der Erde nichts mehr wächst und sprießt, kann die Pflanze IM Erdreich dennoch munter wachsen und wurzeln. Im Herbst gesetzte Rosen bilden schon ein feines Wurzelgeflecht aus, das ihnen beim Start in die Wachstumsperiode den entscheidenden (Nährstoff-)Vorsprung gegenüber Pflanzen sichert, die erst im nächsten Frühjahr eingepflanzt wurden.
  2. Wurzeln beim Transport feucht halten: Damit die nackten Wurzeln nicht eintrocknen, müssen sie auch beim Transport (z. B. mit feuchten Lappen oder in einer Kiste voll nassem Sand) feucht gehalten werden.
  3. Zuhause vor dem Einpflanzen werden die wurzelnackten Gehölze erstmal für eine Stunde in ein Wasserbad gestellt, damit sich die Pflanze "satt trinken" kann. Wurzelnackte Pflanzen am besten sofort nach dem Kauf in die Erde setzen – die ungeschützten, erdlosen Wurzeln vertragen keine Wartezeit!
  4. Vor dem Pflanzen erfolgt zwingend ein Pflanzschnitt: Dabei entfernen Sie beschädigte und kranke Wurzelteile und kappen die oberirdischen Triebe um ca. ein Drittel, so dass ein Gleichgewicht zwischen ober- und unterirdischen Pflanzentrieben entsteht.
  5. Großes Pflanzloch ausheben: Damit die Wurzeln nicht gequetscht werden, sollten Sie das Pflanzloch mindestens 40-60 cm tief ausheben. Auch in der Breite nicht zu sparsam sein. Graben Sie den Boden am besten großflächig um die Pflanzstelle herum um.
  6. Lockerer Boden ist ein Muss: Die Erde im Pflanzloch muss gut aufgelockert sein, damit wurzelnackte Gehölze gut anwachsen. So stellt Staunässe keine Gefahr dar, da Wasser gut ablaufen kann, und auch Sauerstoff erreicht die jungen Wurzeln.
  7. Wenn Sie diese zwei Punkte nicht befolgen, droht der sogenannte "Blumentopf-Effekt": Im Pflanzloch findet die frisch gepflanzte Rose zwar gutes Substrat, aber die Wände zum umgebenden Erdreich sind steil und fest. Die Wurzeln haben nur die ausgehobene Kuhle zur Verfügung und schaffen es nicht in die harte Umgebung vorzudringen. Das macht das Gehölz sturmanfällig und begünstigt insgesamt einen kümmerlichen Wuchs.
  8. Pflanzloch tief genug ausheben, sodass die Veredelungsstelle (z. B: von Rosen) mindestens 2-3 fingerbreit von Erde bedeckt ist. Praxistipp: An der Verfärbung am Stamm kann man gut erkennen, wie tief die Pflanze in der Baumschule in der Erde saß: Mindestens genauso tief im eigenen Garten einpflanzen!
  9. Beim Auffüllen des Pflanzlochs mit lockerer Erde das Gehölz immer wieder leicht rütteln, damit sich das Pflanzszubstrat gut zwischen den Wurzeln verteilt. Erde nur leicht andrücken und nach dem (kräftigen) Wässern ggf. mit frischer Blumenerde auffüllen, bis das Beet-Niveau wieder erreicht ist.
  10. Gegen starke Winde hilft ein Pflanzstab: Kurz geschnittene Gehölze wie wurzelnackte Rosen brauchen ihn nicht, kleine Hochstämmchen oder der frisch gesetzte Hausbaum profitieren aber enorm von der zusätzlichen Stütze!
  11. Anwachshilfe durch Mulchschicht: Bedecken Sie die Baumscheibe rund ums Pflanzloch mit Rindenmulch oder Grasschnitt. Das schützt vor konkurrierendem Unkraut (und Verdunstung – die ist im Oktober aber nicht das Hauptproblem). Wichtig: Denken Sie gerade bei veredelten Rosen auch gleich an den Frostschutz durch Anhäufeln!

Pflanzen überwintern

Heimische, robuste Gehölze trotzen der Kälte: „Grundsätzlich kann man von ausreichender Frosthärte der im hiesigen Klima gezüchteten und langjährig getesteten Gartenrosen ausgehen – die beste Vorbereitung für dauerhafte Rosenfreude ist darüber hinaus die richtige Pflanzung und rechtzeitiger Winterschutz", erklärt Thomas Proll, Züchtungsleiter bei W. Kordes´ Söhne. Wer also seine Rosen fachgerecht mit der Veredlungsstelle 2-3 fingerbreit unter die Erde gepflanzt hat und zudem noch im Herbst fleißig angehäufelt hat, d. h. die Basis der Rose mit einem kleinen Erdhügel bedeckt hat, der wird kaum eine Pflanze ganz verloren haben.

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Pflanzzeit verpasst? Kein Problem

Haben Sie im Herbst verpasst, neue Rosen zu pflanzen, können Sie auch im kommenden Frühjahr noch tätig werden: Bis Anfang Mai erhalten Sie über Rosenschulen im Onlinehandel noch die kostengünstigeren wurzelnackten Pflanzen, bevor dann wieder die eingetopften Containerrosen auf den Markt kommen.

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