Werkstatt-Verbandskasten

Nach einer Verletzung beim Heimwerken oder in der Werkstatt ist sicheres und korrektes Handeln wichtig. Schmerzen werden so gelindert und der spätere Heilungsverlauf gefördert. Wichtigste Regel: Bleiben Sie ruhig! Das Verbandsmaterial zur Erstversorgung der Wunden sollten Sie im Werkstatt-Verbandskasten griffbereit lagern.

Werkstatt-Verbandskasten
Inhalt
  1. Was gehört in den Werkstatt-Verbandkasten?
  2. Werstatt-Verbandskasten: Für welche Verletzungen?
  3. Praxistipp: Abgetrennte Finger nicht wegwerfen!

Eine Heimwerker-Apotheke gehört in jede Werkstatt. Damit der Werkstatt-Verbandskasten seinen Nutzen auch erfüllt, sollte er komplett ausgestattet sein – genauso wie der Werkzeugkoffer.

 

Was gehört in den Werkstatt-Verbandkasten?

  1. Kältespray: Lindert Schmerzen durch Kühlung bei Prellungen und Verstauchungen.
  2. Dreieckstuch: Zur Fixierung des Verbandes, Polsterung oder Tragehilfe.
  3. Medizinische Handschuhe: Zur Vermeidung der Übertragung von Krankheitserregern.
  4. Rettungsdecke: Schützt bei allen Unfallsituationen vor Kälte und Hitze.
  5. Sprühpflaster: Schützt die Wunde vor Wasser, Schmutz und Bakterien.
  6. Desinfektion: Verhindert die Infektion der Wunde mit Krankheitserregern.
  7. Mullbinde: Unsteriler Verband zum Fixieren keimfreier Wundauflagen.
  8. Erste-Hilfe-Schere: Ideal als Verband- und Kleiderschere, korrosionsbeständig.
  9. Klebeband: Zum Fixieren von Verbandmaterial.
  10. Augenbad: Zum Ausspülen von Verunreinigungen. Zur Nachbehandlung bei Verätzungen.
  11. Verbandstuch: Zur Abdeckung von Wunden. In verschiedenen Größen erhältlich.
  12. Augenkompresse: Oval geformt. Stark saugende Wundauflage und Polsterung.
  13. Brandsalbe: Wirkt kühlend bei kleinflächigen leichten Hautverbrennungen.
    Wund- und Heilsalbe: Unterstützt die Wundheilung kleinerer Hautschädigungen.
  14. Pflaster: Verschiedene Pflastertypen und -größen für kleine Schnittverletzungen.
  15. Pinzette: Zur Entfernung von Splittern und grobem Schmutz aus der Wunde.
  16. Kompresse: Nicht klebende Wundauflage, gut saugend, atmungsaktiv, nicht fasernd.
  17. Netzverband: Schlauchnetzverband zum Fixieren von Wundauflagen an Arm und Bein.
  18. Arterienabbinder: Unelastisches Gurtband. Schutz gegen Verbluten.
  19. Fingerkuppen-Pflaster: Auch als Fingerverband und Fingerknöchel-Pflaster.

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Werstatt-Verbandskasten: Für welche Verletzungen?

  • Prellungen: Dabei werden Blutgefäße verletzt, und es entwickeln sich sichtbare Blutergüsse unter der Haut. Auch Schwellungen sind Begleiterscheinungen einer Prellung. Kühlen Sie die betroffene Stelle etwa 20 Minuten. Dazu Umschläge mit kaltem Wasser oder Eis (nicht direkt auf die Haut!) verwenden. Lagern Sie die verletzte Stelle hoch, wenn es möglich ist. Wenn die Schwellung auch durch das Kühlen nicht verschwindet oder das betroffene Körperteil auch nach Tagen noch schmerzt, suchen Sie einen Arzt auf.
  • Schnittwunden: Kleine Schnittwunden können mit Pflastern vor Schmutz und äußeren Einflüssen geschützt werden. Verletzt man sich an einem verunreinigten Gegenstand, muss die Wunde desinfiziert werden. Starke Blutungen lassen sich mit einem Druckverband stoppen. Legen Sie dazu eine sterile Kompresse auf die Wunde und umwickeln die betroffene Stelle straff mit einer Mullbinde. Der Druck darf die Durchblutung des Körperteils nicht behindern! Schnittwunden, die breiter als 1-2 Zentimeter sind, und solche, bei denen tiefere Hautschichten, Gefäße, Nerven oder Sehnen verletzt sind, gehören in ärztliche Behandlung. Tetanus-Schutz nicht vergessen!
  • Knochenbrüche: Knochenbrüche sollten Sie mit geeignetem, weichem Polstermaterial ruhigstellen und möglichst nicht bewegen. Beengende Kleidung öffnen. Decken Sie offene Bruchstellen mit keimfreien Verbänden ab. Zur Schmerzbekämpfung und gegen die Schwellung können bei geschlossenen Brüchen kalte Umschläge angewendet werden. Bei Knochenbruch im Bereich der unteren Extremität oder mehreren Brüchen den Rettungsdienst verständigen!

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Praxistipp: Abgetrennte Finger nicht wegwerfen!

Im schlimmsten Fall: Wenn alle Vorsichtsmaßnahmennicht verhindern konnten, dass Sie sich beim Umgang mit einem Elektrowerkzeug einen Finger abgeschnitten haben, sollten Sie zunächst Ihre Wunde versorgen und dann nach dem abgetrennten Finger suchen (lassen).

Abgetrennten Finger nicht säubern. Höchstens abdecken. Wichtig ist die sofortige Kühlung. Den Finger in eine Plastiktüte legen, verschließen und sie dann in eine weitere Tüte voll Eis legen. Direkter Kontakt mit dem Eiswasser ist tabu, sonst „erfriert“ der Finger. Eine Replantation ist dann nicht mehr möglich. Gut gekühlt lässt sich der Finger noch nach zwölf Stunden annähen. Die Wunde selbst mit einem sterilen Tuch abdecken, um die Blutung zu stoppen. Sofort den Notarzt rufen!

Quelle: selbst ist der Mann

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