Weihnachtsbrauch Wichteln in der Weihnachtszeit

Weihnachten gehört wohl zu den wichtigsten Feiertagen in Deutschland – kein Wunder also, dass die besinnliche Zeit von zahlreichen Traditionen und Bräuchen lebt. Einer davon ist das Wichteln!

Wichteln
Der Wichtel ist eine fantasiehafte Sagengestalt, der früher für die heimlich zugesteckten Geschenke verantwortlich gemacht wurde. Heute ist er Sinnbild einer Tradition. Foto: Pixabay/Couleur

Wichteln: Ein Weihnachtsbrauch, mit dem wir als Kinder aufwachsen und den wir auch noch als Erwachsene lieben. Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit beschenken sich weltweit Millionen von Menschen auf diese spielerische Art und Weise.

 

Wichteln – Was ist das?

Die Tradition reicht zurück bis ins 18. Jahrhundert, als in Schweden das sogenannte Julklapp populär wurde. Nach und nach entwickelte sich das, was eher als Scherz gemeint war, zu der Wichtel-Tradition, die wir kennen: Innerhalb einer festgelegten Gruppe, z.B. Schulklasse, Freundeskreis, Familie wird vorab per Zufall bestimmt, welche Person wem etwas schenken muss. Außerdem muss innerhalb der Wichtelgruppe geklärt sein, in welchem Rahmen sich der Wert des Geschenkten befindet und wie die Übergabe ablaufen wird. Abgesehen davon haben sich mittlerweile eine Menge unterschiedlicher Wichtel-Varianten entwickelt – hier finden Sie die populärsten: 

Wichteln
Geschenk von Unbekannt: Je nach Variante kann sogar der Beschenkte bis zur Bescherung noch unklar bleiben. Foto: Pixabay/giftpundits

Die Standard-Variante

Bei der Standard-Variante, die wahrscheinlich die Mehrheit schon gespielt hat, wird per Los bestimmt, wer wen zu beschenken hat. So hat der jeweilige Wichtel die Aufgabe, ein besonders passendes Geschenk für die spezifische Person zu finden – der Name der zu beschenkenden Person darf allerdings nicht verraten werden! 
Bei der Bescherung können alle Geschenke dann entweder persönlich übergeben oder anonym, mit dem Namen des Beschenkten versehen, auf einem Tisch platziert werden.

Zufalls-Wichteln

Die Variante des Zufalls-Wichteln verzichtet auf das Auslosen zur Zuordnung von Schenkendem und Beschenktem – die Wichtel wissen also selbst nicht, für wen sie letztendlich ein Geschenk kaufen. Am Tag der Bescherung werden alle Geschenke auf einem Tisch platziert und nach einem Zufallsverfahren, zum Beispiel Losen oder Würfeln, verteilt. Das Zufalls-Wichteln eignet sich vor allem für mehr oder weniger homogene Gruppen, die gleiche Interessen haben, lässt sich aber auch mit dem Schrottwichteln kombinieren. 

Räuber-Wichteln

Das Räuber-Wichteln setzt eine Vorbereitung wie beim Zufalls-Wichteln voraus: Jeder kauft ein Geschenk, jedoch weiß niemand für wen. Bei der Bescherung darf dann die jüngste Person damit beginnen, sich ein Geschenk auszusuchen. Darauf folgt die zweitjüngste Person, die dann die Wahl hat, sich ein Geschenk vom Tisch auszusuchen oder aber dem Jüngeren sein Geschenk zu räubern. Die nächste Person hat wieder die Wahl zwischen neuem oder ,,geklautem" Geschenk. Da am Ende der ersten Runde wahrscheinlich einige mit leeren Händen dastehen, geht die Bescherung immer weiter bis auch das letzte Geschenk vergeben ist. 

Schrott-Wichteln 

Eine mittlerweile sehr beliebte, weil kostengünstige und nachhaltige Variante des Wichtelbrauchs ist das Schrott-Wichteln. Diese Form lässt sich sowohl als Standard- als auch als Zufalls- oder Räuber-Variante spielen – hierbei geht es lediglich um den Gegenstand, der verschenkt wird. Das Geschenk sollte etwas sein, was der Wichtel nicht mehr benötigt. Der ,,Schrott" sollte gebraucht, im Idealfall sogar unnütz oder gar hässlich sein. Beim Schrott-Wichteln geht es weniger um die materielle Freude, sondern eher um den Spaß an der Aktion selbst – und wer weiß, vielleicht ist des einen Müll des anderen Schatz.

Wohnen Wichtelgeschenke
Wichtelgeschenke: So finden Sie das Richtige!

Geschenke von Unbekannt – und trotzdem möchte natürlich jeder ein möglichst schönes Wichtelgeschenk verschenken. Der Wichtelbrauch blickt in...

Die Wichtel-Tradition kann natürlich noch viel stärker für die jeweilige Gruppe individualisiert werden. Man kann beispielsweise auch an mehreren Tagen die Wichtelgeschenke übergeben oder nach einem bestimmten Motto wie Bücher, Wellness oder der Farbe Rot wichteln. Das kann die Auswahl eines Geschenks erleichtern. Tipp: Für all diejenigen, die wichteln möchten, sich aber mit der Organisation aufgrund von Entfernung o.Ä. schwer tun, gibt es Online-Wichtel-Generatoren, mit denen Sie Ihren Wichtelspaß kinderleicht planen können: Die Generatoren verschicken Einladungen mit dem angegebenen Wichtel-Budget und eventuellem Motto und lost sogar für Sie die Wichtel und Wichtelopfer aus.

 

Weihnachtstradition – Wann wichtelt man?

Für die meisten Menschen gehört der Wichtelbrauch zur Vorweihnachtszeit, die Tradition ist mittlerweile aber auch zu anderen Zeiten im Jahr populär geworden. Man kann beispielsweise zu Nikolaus, Ostern, zum Ende des Ramadans, zu Karneval oder aber auch zu Halloween wichteln.

Wichteln
Für Schulkinder eignet sich neben dem Wichteln in der Vorweihnachtszeit auch das Geburtstagswichteln. Foto: Pixabay/Actina

Je nach Anlass gibt es dann eventuell schon ein passendes Motto für die Geschenke: An Halloween eignet sich beispielsweise das in den USA bereits häufig praktizierte Horror-Wichteln, bei dem gruselige Gegenstände oder Halloween-Dekoration, oft verbunden mit gruseligen Streichen, verschenkt werden. Aber auch ein Wichtelspiel über das ganze Jahr ist möglich, zum Beispiel beim Geburtstagswichteln. Dabei werden am Ende des Jahres Geschenke eingesammelt und jeweils zum Geburtstag übergeben. DIese Variante eignet sich vor allem für Schulklassen. 

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