Schimmelgefahr Gut gedämmte Häuser schwitzen im Sommer

Bei hohen Außentemperaturen kommen vor allem gut gedämmte Neubauten ins Schwitzen! Während man in der "Übergangszeit" und erst recht im Winter für das Them "Schimmel in Wohnräumen" sensibilisiert ist, unterschätzen gerade im Sommer viele Immobilienbesitzer die Gefahr durch die unsichtbaren Pilzsporen!

Nach Erfahrung der Sachverständigen des Vereins zur Qualitäts-Controlle am Bau e.V. (VQC) entstehen Jahr für Jahr immense Schäden, die durch falsches Lüften verursacht werden. Und das nicht nur bei älteren, sondern auch gerade bei hoch modernen, sehr gut gedämmten Häusern. Wie Sie die Schimmelgefahr im Sommer reduzieren, erfahren Sie hier:

Gesund wohnen
 

Schimmelpilz

Schimmel ist ein Pilz, der eine Gefahr für Ihre Gesundheit ist und zügig entfernt werden sollte

Außen warm, innen kühl: Da fühlt sich Schimmel wohl Die Ursache ist dabei immer die gleiche. Wenn im Sommer die Außentemperatur spürbar steigt, bleiben gut abgedichtete und gedämmte Häuser im Innern vergleichsweise kühl. Wenn dann Fenster oder Türen unkontrolliert geöffnet werden, strömt die warme und sehr feuchte Luft in die kühlen Räume. Durch das Abkühlen dieser warmen Luft kondensiert Feuchtigkeit und schlägt sich meist an den Wandoberflächen nieder. Auf Dauer kann dies die Bildung von gefährlichem Schimmel fördern. Aus diesem Grund weist Dipl.-Ing. Udo Schumacher Ritz, Vorstand des VQC darauf hin, dass sich Bewohner von modernen, gut gedämmten Häusern unbedingt an einige Spielregeln halten sollten: „Häuser sollten am besten in den Morgenstunden gelüftet werden, wenn die Außentemperatur noch recht niedrig ist. Das gleiche gilt für die Abendstunden. Bevorzugt werden sollte – wie auch im Winter – eine kurze aber effektive Stoßlüftung.“

Schimmel
Verborgen hinter raumhohen Schränken wächst Schimmel oft unbemerkt heran. © Thorben Wengert / pixelio.de
 

Tipp zum richtigen Lüften im Sommer

  • Neue, sehr gut gedämmte Häuser und Wohnungen mindestens drei Mal am Tag stoßlüften. Ältere Häuser (Baujahr vor 2000) mindestens zwei Mal pro Tag.
  • Beim Stoßlüften auch die Innentüren öffnen, damit der Durchzugseffekt verstärkt wird.
  • Im Sommer am besten morgens oder in den Abendstunden lüften, wenn sich die Lufttemperatur abgekühlt hat. Diese Regel gilt besonders für Kellerräume.
  • Besonders bei älteren Häusern sollte im Keller ein Hygrometer die Luftfeuchtigkeit kontrollieren. Von den Messergebnissen hängt maßgeblich das Lüftverhalten ab.
  • Ständig gekippte Fenster sollten vermieden werden. Das erhöht im Winter die Heizkosten, im Sommer befördert der ständige Luftaustausch (außen warm/innen kühl) Schimmelbildung.
  • Ein während der Nacht gekipptes Schlafzimmerfenster reduziert die Gefahr von Schimmelbildung, tagsüber sollte auch dieses geschlossen sein.
  • Bei Neubauten und nach Sanierungen ist Baufeuchte ein Thema. Bis zu zwei Jahre kann es dauern, bis sich diese verflüchtigt hat. In dieser Zeit muss besonders intensiv gelüftet werden.

Große Aufmerksamkeit sollten Sie zudem auf den Kellerbereich lenken. Hier sollte während der warmen Tage auf Grund des großen Temperaturunterschiedes besser gar nicht gelüftet werden. Und wenn, dann ist es zu empfehlen, in den sehr frühen Morgenstunden und spät abends stoß zu lüften. Praxistipp: Die optimale relative Luftfeuchtigkeit sollte möglichst zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Wer sich nicht sicher ist, ob die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist, kann dies mit einem handelsüblichen Hygrometer kontrollieren. Sollte die Luftfeuchtigkeit höher sein, kann der Einsatz eines Raumluftentfeuchters sinnvoll sein.

Keller
 

Richtig Keller lüften

Unbedingt beachten: Im Sommer besser nur bei kühler Witterung den Kellerraum lüften!

Beliebte Inhalte & Beiträge
Copyright 2018 selbst.de. All rights reserved.