Schädlingsbekämpfung

Fliegen, Motten und Silberfische sind jedem Haus- und Wohnungsbesitzer ein Dorn im Auge. Blattläuse, Dickmaulrüssler und Schnecken machen sich im Garten über unsere Zierpflanzen, Beete und Bäume her. Wenn Sie die Problem mit den lästigen Insekten kennen, ist die Schädlingsbekämpfung eine Lösung.

Schädlingsbekämpfung
Inhalt
  1. Schädlingsbekämpfung: Gibt es vorbeugende Maßnahmen?
  2. Schädlingsbekämpfung
  3. Professionelle Schädlingsbekämpfung statt Chemie
  4. Was tun bei Schädlingsbefall?

Treten sie nur vereinzelt auf, werden sie noch widerwillig akzeptiert. Gegen einen Massenbefall von Schädlingen muss jedoch etwas unternommen werden. Doch auf was ist bei der Schädlingsbekämpfung zu achten?

Der Begriff Schädling ist durch die subjektive Betrachtung des Menschen entstanden, der alle Tiere als schädlich ansieht, die ihm Schaden zufügen. Laut Deutschem Schädlingsbekämpfer Verband sind Schädlinge tierische Organismen, welche die wirtschaftlichen Güter, d. h. Materialien und Vorräte, in ihrem Wert mindern oder unbrauchbar machen bzw. das Wohlbefinden oder die Gesundheit des Menschen und seiner Haustiere beeinträchtigen. Spinnen gehören übrigens nicht zur Kategorie der Schädlinge. Sie sind Nützlinge.

Entsprechend ihrer Schadwirkung werden Schädlinge in Material-, Vorrats- und Gesundheits- und Hygieneschädlinge eingeteilt. Häufigste Schadwirkungen: Tote Tiere, Häutungsreste, Kot, Urin, Spinnfäden oder (bei Nagetieren) Haare machen Nahrungsmittel ungenießbar und verursachen Gesundheitsschäden. Dazu gehören Hauterkrankungen, Allergien, Störungen im Darmtrakt oder Augenschäden. Darüber hinaus können Schädlinge Mikroorganismen (Bakterien und Pilze) übertragen. Auch diese können im schlimmsten Fall Krankheiten hervorrufen. So werden Salmonellen und Streptokokken beispielsweise von Fliegen, Schaben oder Ratten übertragen.

Mehr um Thema

Weitere Schäden umfassen die Zerstörungen von Materialien. Nicht selten werden Verpackungen zerfressen, wenn Schädlinge an ein Nahrungsmittel heran wollen oder sich aus einer befallenen, verpackten Ware herausarbeiten. Ferner dienen Möbel, Textilien oder Bücher als Verpuppungsort oder als Material für den Nestbau. Pflanzen dienen den Schädlingen als Nahrungsquelle. Sie zapfen den Pflanzensaft ab oder fressen die Blätter. Einige Schädlinge entlauben sogar komplette Wälder.

 

Schädlingsbekämpfung: Gibt es vorbeugende Maßnahmen?

Um Schädlingsbefall vorzubeugen, sollten undichte Stellen an Türen und Fenstern abgedichtet und Spalten als Verstecke für Schädlinge vermieden oder beseitigt werden. Fußböden, Arbeitsflächen und Mülleimer müssen regelmäßig gereinigt werden. Vor allem Biomüll wird schnell zum Aufenthaltsort vieler Kleinstlebewesen. Offene Lebensmittel in dicht schließenden Behältern aus Glas, Metall oder Kunststoff aufbewahren – Vorräte mit langem Haltbarkeitsdatum laufend überprüfen. Grundsätzlich ist es hilfreich, das älteste Lebensmittel immer zuerst aufzubrauchen. Lange Lagerzeiten werden so vermieden.

Auch regelmäßiges Lüften beugt Schädlingsbefall vor. Schimmel, der einigen Vorratsschädlingen als Nahrungsquelle dient, wird so verhindert. Niedrige Luftfeuchtigkeit verlängert außerdem die Entwicklungsdauer von Schädlingen. Vorräte sollten daher möglichst kühl und trocken lagern. Gegen fliegende Eindringlinge von außen schützen die bekannten Fliegengitter. Außerdem immer daran denken, dass Futterreste in Tiernäpfen nicht nur Ihrem Hund gefallen.

Schädlinge im Garten

Auch im Garten lässt sich ein Schädlingsbefall vorbeugen: Wohl dosiertes Düngen, regelmäßiger Fruchtwechsel und die richtige Wahl des Pflanzstandortes können einen Befall vermeiden. Mischkulturen mit verschiedenen – vor allem duftenden – Pflanzen sorgen dafür, dass beispielsweise Blattläuse fern bleiben. Mit selbst gebauten Insektenhotels fördern Sie die Ansiedlung von nützlichen Insekten im Garten.

 

Schädlingsbekämpfung

Abschreckende Wirkung zeigen Duftstoffe, die Schädlinge nicht mögen. Dazu gehören Lavendel, Zitrone, Lorbeeren oder Wacholder. Auch die Verwendung von Kleiderbügeln aus Zedernholz stößt Insekten ab. Treten die Plagegeister trotzdem vermehrt auf, muss man darauf achten, dass die im Handel erhältlichen chemischen Bekämpfungsmittel sowohl im Haus als auch im Garten nur äußerst vorsichtig eingesetzt werden. Achtung: Die aggressiven Wirkstoffe lagern sich auf Wänden, Böden und Einrichtungsgegenständen ab und werden nach und nach unkontrolliert wieder an die Raumluft abgegeben. Dies kann gesundheitliche Auswirkungen auf die Bewohner behandelter Räume haben.

Michelle Wittkop, Schädlingsexperte der Futura GmbH, schätzt die Zahl der Gesundheitsbeschwerden durch unsachgemäßen Gebrauch von Schädlingsbekämpfungsmitteln auf mehrere 10.000 pro Jahr. Problematisch ist auch, dass im privaten Haushalt eingesetzte Schädlingsbekämpfungsmittel keine Prüf- und Zulassungsverfahren durchlaufen müssen. Mit anderen Worten: Solche Mittel können von jedermann ohne staatliche Prüfung auf Wirksamkeit und Unbedenklichkeit auf den Markt und dann in unbeschränkter Menge zur Anwendung gebracht werden. Bei unnötig häufiger Anwendung besteht außerdem die Gefahr, dass die Schädlinge gegen die Wirkstoffe resistent werden.

 

Professionelle Schädlingsbekämpfung statt Chemie

Am besten ist es also, wenn im Falle eines Falles ein anerkannter Schädlingsbekämpfer mit der Beseitigung beauftragt wird. Auch wenn dieser nicht umsonst arbeitet, Ihre Gesundheit sollte es Ihnen wert sein. Qualifizierte Experten zur professionellen Schädlingsbekämpfung vermitteln die örtlichen Gesundheitsämter. Schreiten Sie dennoch selbst zur Tat, sollten Sie Mittel verwenden, die auf Pheromon-Basis wirken. Diese Botenstoffe dienen der Kommunikation zwischen Lebewesen. Eine erhöhte Pheromon-Konzentration verwirrt männliche Tiere, macht sie orientierungslos, und sie finden nicht mehr zum Weibchen. Dadurch wird die Vermehrung eines Schädlings behindert. Übrigens: Einfache Werkzeuge zur Schädlingsbekämpfung besitzt fast jeder Haushalt: Staubsauger, Mausefalle und Fliegenklatsche helfen hervorragend gegen Schädlinge.

Merken

 

Was tun bei Schädlingsbefall?

Interview mit dem Schädlingsexperten Reiner Pospischil, Bayer CropScience

Selbst: Woran liegt es, dass Schädlinge trotz gestiegener Hygiene im Haushalt immer noch regelmäßig vorkommen?
Pospischil: Ein hoher Hygienestandard ist eine Grundvoraussetzung, um das Risiko von Schädlingen zu reduzieren. Aber auch in den saubersten Räumen sind geringe Reste an Nahrungsmitteln vorhanden, an denen sich ein Befall entwickeln kann. Außerdem bieten moderne Einrichtungen mit Einbaumöbeln vielen Arten gute Verstecke, in denen sie nur schwer bekämpft wer den können. Des Weiteren sind viele Schädlinge im Winter auf kontinuierlich beheizte Gebäude angewiesen. Zentralbeheizte Räume bieten gute Lebensbedingungen.

Selbst: Warum ist Schädlingsbekämpfung eine Sache für den Experten und nicht für den Laien zu Hause (abgesehen von vorbeugenden Maßnahmen und dem Einsatz von nicht-chemischen Mitteln)?
Pospischil: Die fachgerechte Durchführung einer Bekämpfung setzt die Kenntnis des jeweiligen Schädlings sowie seiner Lebensweise und geeigneter Bekämpfungsverfahren voraus. Nur durch entsprechende Fachkenntnisse über die in Frage kommenden Bekämpfungsmittel und die Bereiche, in denen sie angewendet werden dürfen, führt Schädlingsbekämpfung zum Erfolg.

Selbst: Was ist bei der Auswahl des richtigen Schädlingsbekämpfers zu beachten?
Pospischil: Die Schädlingsbekämpfung richtet sich nach zahlreichen rechtlichen Vorgaben. Tätigkeiten in der Schädlingsbekämpfung dürfen nur von Personen berufsmäßig ausgeführt werden, die eine entsprechende Ausbildung abgeschlossen haben und damit sachkundig sind. Dazu gehören u. a. Kenntnisse über Gefahrenstoff- und Lebensmittelrecht sowie Arbeits- und Umweltschutz. Bei der Vergabe eines Auftrages zur Schädlingsbekämpfung sollte unbedingt nach einem entsprechenden Nachweis gefragt werden.

Fotos: Reiner Pospischill

Beliebte Inhalte & Beiträge
Gartenpflege

Ameisen

Ameisen sind mehr als ein ästhetisches Problem: Erfahren Sie, wie Sie Ameisen bekämpfen

Gartenpflege

Igel

Das nachtaktive Säugetier mit den tausend Stacheln ist bei Gärtnern sehr beliebt

Gartenpflege

Insekten-Pension bauen

Vielen Insekten fehlt in unseren "modernen" Gärten ein Unterschlupf, um sesshaft zu werden

Gartenpflege

Insektenschutz: Fliegengitter

Insektenschutzgitter verhindern zuverlässig, dass Stechmücken & Co in die Wohnung gelangen

Gartengestaltung Mücken

Mücken

Bevor Sie einen effektiven Schutz gegen Mücken auswählen, muss zunächst geklärt werden, wovon Mücken überhaupt angezogen werden. Darüber gibt es im...

Gartenpflege

Schädlinge

Insekten machen sich gerne an unseren Pflanzen zu schaffen – und zerstören sie

Gartenpflege

Schnecken: Nacktschnecken bekämpfen

Nacktschnecken richten im Beet große Fressschäden an: Das können Sie tun

Gartenpflege Schneckenabwehr

Hausmittel, wie Sie Schnecken erfolgreich abwehren

Die meisten Hausmittel zur Schneckenabwehr sind nutzlos! Aber Gott sei Dank gibt es Alternativen, um Schnecken erfolgreich abzuwehren und vom...

Gartenpflege Schneckenschutz

So schützen Sie das Gemüsebeet vor Schnecken

Zur selben Zeit, wenn im Beet die Setzlinge austreiben, fallen nachts Scharen von Nacktschnecken über die Jungpflanzen her und fressen ganze Beete...

Gartenpflege Schneckenfalle

Bierfalle: Schnecken mit Lebendfallen fangen

Die gefräßigen Tiere haben es vor allem auf die jungen Triebe von Salaten, Kohlsorten, Erdbeeren aber auch von vielen Zierpflanzen abgesehen. Schon...

Gartenpflege

Schnecken bekämpfen mit Schneckenkorn

Bei richtiger Dosierung führt Metaldehyd schnell und zuverlässig zum Tod der Schnecken

Gartenpflege

Schneckenzaun aufbauen

Dieser Zaun soll Schnecken wirksam von Ihren Beeten fernhalten, verspricht der Hersteller

Gartenpflege

Schnecken bekämpfen

Mit diesen Haushaltstipps kämpfen Sie erfolgreich gegen Schneckenbefall im Gemüsebeet

Gartenpflege Schmetterlingshaus

Schmetterlingshaus

Schmetterlinge sind schön anzusehen und eifrige Blumen-Bestäuber – Grund genug ihnen ein schützendes Haus zu bauen

Gartenpflege

Insektenhaus

Insekten sind nützliche Gartenhelfer. Geben Sie Taubenschwanz und Co. ein Zuhause!

Gartenpflege Bienenhotel

Bienenhotel bauen

Unser Bienenhotel mit Löchern von 5 bis 10 mm lockt vornehmlich Wildbienen- und Wespenarten an

Gartenpflege Marienkäferhaus

Marienkäferhaus

Marienkäfer sind nicht nur schön anzusehen, sie vertilgen auch jede Menge Blattläuse

Copyright 2020 selbst.de. All rights reserved.