Rasensaat Diese Rasensorten machen die Rasensaat zum Erfolg

Ist der Rasen sattgrün, schlägt das Gärtnerherz höher! Gut gepflegtes Gras bildet schließlich die perfekte Kulisse für die Blütenpracht in den Beeten. Damit Sie sich nicht über Moos, Unkräuter oder braune Stellen ärgern, ist die richtige Auswahl der Rasensaat entscheidend: Die Rasensorten sollten immer entsprechend Standort und Nutzung gewählt werden!

Rasensaat
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Inhalt
  1. Welche Rasensaat ist die beste?
  2. RSM: Welche Rasensaatmischung wächst am schnellsten?
  3. Was gilt es bei Rasensaat zu beachten?
  4. Die häufigsten Fragen zur Rasensaat

Saatgut kaufen, ausstreuen, wässern und warten – so einfach ist der Weg zum perfekten Rasen meist leider nicht. Für manchen Gärtner ist die Rasenpflege eine richtige Wissenschaft! Lassen Sie sich bei der Rasensaat aber nicht von Versprechen wie „Premium“ oder „Profi“ blenden. Hohen Zierwert bei möglichst geringem Pflegeaufwand und hoher Belastbarkeit wünscht sich wohl jeder – ist aber in der Realität nicht zu erreichen, egal was der Hersteller der Rasensamen verspricht!

 

Welche Rasensaat ist die beste?

Bei einer Neuanlage ist es auf jeden Fall von Bedeutung, sich ehrlich über den Standort (etwa viel Sonne, Schatten, Bodenbeschaffenheit) und die Nutzung (zum Beispiel durch spielende Kinder) klar zu werden und dementsprechend „seinen“ Rasentyp zu wählen. Als grobe Faustregel für die Auswahl gilt: Je mehr Personen sich auf einer Fläche aufhalten, desto robuster sollte er sein. Es werden grob vier Typen klassifiziert: Wenig beanspruchbarer Zierrasen, oft verwendeter Gebrauchs- und Hausrasen, sowie strapazierfähiger Sportrasen und Spezialmischungen für Trockenheit und Schatten.

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RSM: Welche Rasensaatmischung wächst am schnellsten?

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Rund 15 Grasarten werden als Rasengräser verwendet – z. B. Deutsches Weidelgras, Wiesen-Rispengras und verschiedenste Schwingelarten –, von diesen gibt es zahlreiche Zuchtformen. Bei der Verwendung von sogenannten Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) hat man eine Gewähr für gute Qualität. Denn diese setzen sich nach einer Leitlinie der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau e.V. zusammen. Die Mindestkeimfähigkeit und die Vorgaben für Reinheit sind höher als bei üblichen Billig-Mischungen (verbreitet ist etwa der sogenannte „Berliner Tiergarten“). Die Keimfähigkeit muss je nach Art bei 75 oder 80 % liegen. Das ist gesetzlich festgelegt. Qualitätsmischungen haben in der Regel eine um 10 Prozent höhere Keimfähigkeit.
So steht RSM 1.1 für besonders feinblättrigen Rasen (Zierrasen), RSM 2.2 für Gebrauchsrasen in Trockenlagen, weil die Mischung hitzeverträglich ist und eine sehr tiefe Verwurzelung ausbildet. Die Gräser sind grobblättriger als beim Zierrasen. Gebrauchsrasen ist meist unter der Bezeichnung RSM 2.3 zu finden. Diese Rasensorten sind besonders beliebt in Hausgärten, bei Spiel- und Liegewiesen. Besonders robuste Eigenschaften weist Sportrasen auf (RSM 3.1). Doch auch bei Markenprodukten, die diese Kennzeichnungen nicht tragen, können Sie von einer kontrollierten Qualität und einer sorgfältigen Zusammenstellung ausgehen. Wer es maximal pflegeleicht möchte, kann auf Landschaftsrasen oder Wiesenmischungen ausweichen. Doch erwarten Sie bei „Kräuter- und Blütenrasen“ bitte keinen aromatischen Basilikum oder ein buntes Blumenmeer!

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Was gilt es bei Rasensaat zu beachten?

Haben Sie sich für ein Produkt entschieden, sollten Sie einige Handvoll Saatgut aufbewahren. Wie lange ist Rasensaat haltbar? Rasensamen sind über Jahre lagerfähig. Allerdings sollten die Keimlinge trocken aufbewahrt und nicht zu starken Temperaturschwankungen ausgesetzt werden. Wenn es Lücken gibt, weil Sie mit der Hand ausgesät haben, die Gartenvögel hungrig waren oder die Belastung etwa nach einer Gartenparty zu groß, sollten Sie zeitnah nachsäen. Wenn Sie nichts mehr von Ihrem ursprünglichen Saatgut haben, können Sie eine spezielle Nachsaat kaufen. Meist verabschieden sich in Problemfällen nämlich zuerst die horstbildenden Grasarten; Rhizombildner können sich leichter regenerieren. Im Handel bekommen Sie spezielle Mischungen angeboten, die mit einem höheren Anteil horstbildender Gräser ausgestattet sind (Lolium perenne, Festuca rubra rubra, aber auch Poa supina). So können Sie die Löcher schnell wieder schließen.

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Die häufigsten Fragen zur Rasensaat

Aus Leserbriefen, unserem Heimwerker-Forum und via Facebook erreichen uns regelmäßig zahlreiche Fragen zur Rasensaat. Die häufigsten Unsicherheiten im Umgang mit der Rasenaussaat wollen wir hier aus dem Weg räumen:

Ab wann ist die Rasensaat möglich?

Sobald der Boden dauerhaft frostfrei ist. Die Temperaturen sollten Nachts nicht mehr unter 5 °C fallen. Dann können Sie den Rasen säen.

Wann keimt die Rasensaat?

Die Keimdauer unterscheidet sich je nach Rasensorte. Auch die Witterungsbedingungen (wie kalt/warm ist es, steht genug Feuchtigkeit zur Verfügung) haben Einfluss auf die Keimdauer. Bei den am häufigsten verwendeten Rasensorten in Deutschland variiert die Keimdauer zwischen 7 und 24 Tagen!

Wann wächst Rasen aus der Saat?

Die im Handel erhältlichen Regelsaatmischungen für Rasen berücksichtigen die unterschiedlichen Keimdauern der einzelnen Rasensorten: Es werden immer schnell keimende (aber schwache) Grassorten mit langsam keimenden (aber robusten) Sorten gemischt. So sieht der Gärtner schnell Erfolge, aber die Grasnarbe wird durch die langsam keimenden Grassorten auch dauerhaft widerstandsfähig gegenüber Unkraut im Rasen gemacht!

Rasensaat wässern – wann ist das sinnvoll?

Solange der Boden nicht natürlich feucht bleibt (durch Morgentau oder Niederschlag) sollte eine frisch eingesäte Rasenfläche bewässert werden. Praxistipp: Nutzen Sie einen computergesteuerten Viereckregner, der die Rasensaat gleichmäßig und schonend feucht hält!

Ab wann darf man frische Rasensaat betreten?

Am besten garnicht. Die jungen Halme sind noch empfindlich. Warten Sie am besten bis zur ersten Mahd, bis Sie frisch eingesäten Rasen betreten. Falls doch erforderlich: "Trampelpfade" unbedingt vermeiden!

Rasenaussaat: Wann das erste Mal mähen?

Geben Sie den Rasensamen genug Zeit zum Keimen und zur Wurzelbildung. Nur wenn die Grasnarbe fest ist, dürfen Sie mähen – sonst reißt ein (unscharfes) Mähmesser die jungen Grashalme samt Wurzeln aus der Erde. Faustregel: Erst wenn die Halme deutlich länger als 10 cm sind, darf der Rasenmäher ran!

Wie viel kg Rasensaat pro qm brauche ich?

Hochwertiges Saatgut enthält weniger hohle Samenhülsen – hier reichen in der Regel 20-25 g Rasensaat pro Quadratmeter aus. Billige Rasenmischungen erzeugen bei dieser Dosierung oft nur ein löchriges Grün, weshalb hier besser 40 g/m² ausgebracht werden sollten.

Quelle: selbst ist der Mann 3 / 2016

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