Pilze sammeln

Pilze sammeln macht nicht nur Spaß, die kleinen Schwammerl aus dem Wald sind köstlich und kostenlos – wenn man ein paar Regeln beim Pilzesammeln befolgt!

Speisepilze im Wald sammeln
Foto: BauerStock / Kzenon / stock.adobe
Inhalt
  1. Hier finden Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Pilze sammeln:
  2. Was ist beim Pilze sammeln zu beachten?
  3. Ist Pilze sammeln nicht Diebstahl?

Immer wieder hört man von Vergiftungen durch den Verzehr von Pilzen. Das schürt die Angst, dass man beim Pilze sammeln im Wald statt der essbaren Pilze ihre giftigen Doppelgänger pflückt. Und ja: Wer im Bestimmen von Pilzen nicht geübt ist, sollte einen fachkundigen und erfahrenen Experten mit in die Pilze nehmen. So sind Sie sicher, dass sich die Mühe im Unterholz lohnt und lernen ganz nebenbei selbst, wo Sie Pilze finden, wann die größten Pilze wachsen und wie Sie Pilze selbst sammeln!

 

Hier finden Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Pilze sammeln:

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Wann kann man Pilze sammeln?

Ab wann es Pilze zu sammeln gibt, hängt von der Witterung und der Pilzart ab. Wie Blumen und Pflanzen auch hat jeder Pilz seinen bevorzugten Wachstumszeitraum. Die Hoch-Saison für Pilze ist von Ende August bis Ende Oktober. Aber auch danach lässt sich noch so mancher Waldpilz finden. Damit wäre auch die Frage geklärt, bis wann man Pilze sammeln kann. Mit den ersten massiven Frösten im November sterben die oberirdischen Fruchtkörper des unterirdisch wachsenden Pilzmyzels ab – oder wurden bereits Beute von hungrigen Sammlern!

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Wie viele Tage nach Regen ist der beste Zeitpunkt, um Pilze zu sammeln?

Pilze, also die sichtbaren Fruchtkörper des Myzels, schießen aus dem Boden, wenn dieser warm und feucht ist. Wenn also im September der Boden vom Sommer noch warm ist und regelmäßiger Herbstregen den Waldboden dauerhaft durchfeuchtet, herrschen für Pilze optimale Bedingungen. Etwa drei Tage dauert es erfahrungsgemäß, bis die Pilze nach einem kräftigen Landregen erntereif im Wald auf Sie warten!
Es darf übrigens auch nicht zu kalt sein! Temperaturen zwischen 10 und 20 °C sind ideal für heimische Pilzarten!

Wo Pilze sammeln?

"Wo kann man Pilze finden?" müsste die Frage eigentlich lauten. Denn nur, wo pilze Wachsen, kann man Pilze finden. Andernfalls ist das Pilze sammeln bloß ein Waldspaziergang! Viele Pilze brauchen totes organisches Material, um zu leben. Im Boden verborgenes Totholz ist für Waldpilze der ideale Nährboden. Manche Pilze haben sich auf bestimmte Wirts-Hölzer spezialisiert (z. B. der Fichten-Steinpilz), andere Pilze sind Generalisten und wachsen sowohl unter Laub- als auch unter Nadelbäumen (wie der Pfifferling).

Pilzarten
Foto: BauerStock / mihi / Fotolia

Als gute Fundstellen für Pilze gelten:

  • Lichte Laubwälder mit Eschen, Ulmen und Pappeln
  • alle Waldrandlagen wie Waldränder, Lichtungen, bewaldete Südhänge und Wiesen
  • einzeln stehende, aber groß gewachsene (also viel Schatten spendende) Birken, Lärchen, Kiefern und Fichten sind wahre Pilz-Freunde
  • Meiden Sie dicht bewachsenen Waldboden: Wucherndes Farn, Kraut und Buschwerk machen Pilzen das Leben schwer – und Ihnen die Suche
  • Praxistipp: Stehen um Sie herum vor allem Linden, Erlen und Eschen, lohnt das Suchen nach Pilzen nicht! Speisepilze meiden diese Baumarten!
 

Was ist beim Pilze sammeln zu beachten?

Neben den "idealen Jagdgründen" muss der Pilzsammler auch die wichtigsten Regeln und Handgriffe beherrschen, um erfolgreich zu sein. Diese Tipps zum Pilzesammeln sollten Sie kennen:

Wie Pilze sammeln?

Machen Sie sich früh auf, um Pilze zu sammeln. Ausreichend Tageslicht erleichtert die Bestimmung der Pilzarten und nach Einbruch der Dunkelheit sollte man nicht mehr allein im Wald umherstreifen. Gehen Sie nicht allein in die Pilze, so dass jemand im Notfall Hilfe holen kann. Ansonsten gelten die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen zum Wandern abseits befestigter Wege.
Denken Sie an ausreichend Proviant, denn Pilze sammeln macht hungrig. Und vergessen Sie die Freunde an diesem schönen Hobby nicht!

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Worin Pilze sammeln?

In einem luftigen Weidenkorb sind Ihre selbst gesammelten Pilze am besten aufgehoben. Loser Waldboden rieselt einfach hinaus und die Pilze lagern locker nebeneinander, ohne Druckstellen zu bekommen.

Warum soll man Pilze nicht in einer Plastiktüte sammeln?

In der Plastiktüte sammelt sich Feuchtigkeit und die Pilze beginnen zu schimmeln und zu faulen, noch bevor Sie den Wald verlassen haben. Wer keinen Korb zum Pilze sammeln nutzen will, sollte zumindest einen Stoffbeutel nehmen, um die Pilze zu transportieren. Wirklich praktisch ist so ein Jutebeutel aber eigentlich auch nicht – das merken Sie spätestens, wenn Sie große Exemplare versuchen unbeschadet "einzutüten".

Wie viele Pilze darf man sammeln?

Als Faustregel gilt: So viele Pilze, wie Sie (und ihre Familie) innerhalb der Haltbarkeit von Pilzen essen können. Rechnet man mit 250 gr. pro Portion, sollten Sie nicht mehr als 2 kg Pilze aus dem Wald mitnehmen – legt man eine durchschnittliche Haltbarkeit von 2-3 Tagen für Pilze zu Grunde. Damit wäre der Eigenbedarf einer 4-köpfigen Familie gedeckt!

 

Ist Pilze sammeln nicht Diebstahl?

Wer mehr als diese ungefähren Höchstgrenzen an Pilzen sammelt, begeht Pilz-Diebstahl. Denn natürlich gehören die Pilze als Früchte des Waldes dessen Besitzer oder Pächter – ob Land, Kommune oder Privatbesitzer! Allerdings erlaubt die sogenannte Handstraußregelung im Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 Abs. 3 BNatSchG) das Pilzesammeln für den Eigenbedarf – gewerbliches Pilzesammeln ist verboten und wird mit hohen Geldbußen bestraft. „Wer aber nur für den privaten Gebrauch sammelt, braucht keine Angst zu haben“, sagt Alexander Zeihe von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW).
Pilze sammeln ist also erlaubt – wenn man sich an die Regeln hält!

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