Muskelhypothek ist Eigenkapital So finanzieren Sie die Modernisierung Ihrer Wohnung

Es gibt viele Gründe, bei Neubauten oder Modernisierungen selber Hand anzulegen. Einer davon: Banken rechnen die Eigenleistung auf die Finanzierung an. Wenn solide geplant wird, sparen Sie viel Geld mit einer Muskelhypothek bei der Modernisierung!

Modernisierung mit Muskelhypothek
Foto: BHW / Fein

Die Wände streichen, Fliesen im Bad legen oder eine Leichtbauwand im Dachgeschoss einziehen – das sind Eigenleistungen am Bau, die Bauherren auch ohne großes handwerkliches Können umsetzen können. Der Vorteil: Eigenleistungen reduzieren den Kreditbedarf. Aber: Wer mit anpackt muss wissen: Für selbst ausgeführte Arbeiten gibt es keine Gewährleistung!

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Spielregeln für die Muskelhypothek

Die Bank bewertet bei Eigenleistungen den Gegenwert der Lohnkosten eines Handwerkers wie Eigenkapital. Materialkosten sind dabei nicht eingeschlossen. Wichtige Voraussetzung: Bauherren müssen ihre zeitlichen und handwerklichen Möglichkeiten realistisch einschätzen. „Neubauvorhaben und größere Sanierungsprojekte, bei denen über 20 Prozent der Baukosten durch Eigenleistungen bestritten werden sollen, unterziehen wir einer genauen Prüfung“, sagt Michael Wiercioch von der BHW Bausparkasse. Dies gilt auch, wenn Leistungen im Wert von mehr als 30.000 Euro erbracht werden sollen. BHW verpflichtet Eigenleister in diesen Fällen, sich von einem Architekten oder Bauingenieur fachlich betreuen zu lassen.

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Wo sich Eigenleistung lohnt – und wo nicht

Wer bei Bau- oder Modernisierungsprojekten die Ärmel hochkrempelt, kann sein Baubudget deutlich entlasten. Ersparte Lohnkosten für Handwerker erkennt die Bank als Eigenkapital an. Die Tätigkeiten am Bau sollten aber für Laien gut umsetzbar sein – nach Feierabend, an Wochenenden oder im Urlaub.

Realistisch bleiben

Um mehr Transparenz für sich und den Kreditgeber zu schaffen, sollten Baufamilien die eigenen Arbeiten mit dem Bauunternehmen, Architekten oder Fertighaushersteller schriftlich vereinbaren. „Eigenleister brauchen einen soliden Fahrplan und eine klare Abgrenzung, welche Leistungen das Bauunternehmen übernimmt. Für selbst ausgeführte Arbeiten gibt es natürlich keine Gewährleistung“, sagt Michael Wiercioch. Außerdem unerlässlich: eine Versicherung für sich und helfende Freunde!

Viel Einsparpotenzial

Welche Einsparpotenziale Amateur-Handwerker mit ausgewählten Eigenleistungen erzielen können, hat der Verband privater Bauherren am Beispiel eines unterkellerten Reihenendhauses mit drei Stockwerken und 140 Quadratmeter Wohnfläche in München errechnet. Insgesamt ergibt sich dort eine Ersparnis von 18.867 Euro bei Baukosten von 253.482 Euro – bei stolzen 476 Arbeitsstunden. Dies entspricht einem Anteil an Eigenleistungen von knapp 7,5 Prozent. „Die Arbeiten sollten umsichtig in den Bauablauf integriert werden, damit keine Verzögerungen für die Profis entstehen“, betont Michael Wiercioch von der Bausparkasse BHW. Sonst ist der finanzielle Vorteil schnell dahin. „Wie viel Muskelhypothek der Bauherr einbringen kann, hängt auch von der Größe und der handwerklichen Kompetenz des Helfer-Netzwerks ab.“

Auch kleine Maßnahmen zählen

Als Tätigkeit mit dem geringsten Umfang gilt das Setzen von Fensterbänken mit jeweils drei Stunden und einer Ersparnis von 124 Euro. Deutlich mehr Geschick erfordert der Trockenbau mit Dämmung von Dachflächen. Diese Maßnahmen senken die Kosten um 4.085 Euro. Allerdings sind auch 102 Arbeitsstunden für diese Arbeiten anzusetzen. Tapezierarbeiten schlagen mit 1.238 Euro bei 31 Stunden zu Buche.

Da müssen Profis ran

Sich an Elektro- und Installationsarbeiten oder Dachabdeckungen zu versuchen, um die Handwerkerkosten weiter zu reduzieren, kann für Bauherren schnell zum Eigentor werden. Dafür gibt es triftige Gründe: Die Risiken sind hoch, etwa wenn eine Gasleitung leckt. Auf fehlerhaft umgesetzte Eigenleistungen gibt es keine Gewährleistung. Und schließlich muss, wer pfuscht, am Ende auf eigene Kosten ein undichtes Dach kostspielig nachbessern.

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