Mähroboter: Praktische Helfer oder leise Igel-Killer?

Mähroboter sind eine wundervolle Erfindung: Man drückt auf einen Knopf, setzt sich auf seine Terrasse und kann mit einem kalten Getränk in der Hand zusehen, wie der Robomäher die Arbeit erledigt. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch tödlich, wie die Igel in Ihrem Garten bezeugen können.

Igel Mähroboter
© Steffi Pelz/pixelio.de

Gemütlich tuckert er über die Wiese, Reihe um Reihe kürzt er die Grashalme auf Maß und rasiert den Igeln das Stachelkleid zurecht. Als wäre das alljährliche Dröhnen der Laubsauger nicht schon genug, seit einigen Jahren müssen sich Igel im Frühjahr und Sommer auch noch vor Mährobotern in Acht nehmen! Das Tückische: Die Robomäher sind schlicht zu leise. Die Igel merken erst, dass sie in Gefahr sind, wenn es schon zu spät ist.

 
 

Mangelhafte Sicherheitsstandards

Das Problem ist nicht neu. Bereits 2016 berichtete Martina Gehret für den Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V. (LBV) über die Gefahren von Mährobotern für Igeln. Die kurzzeitige Welle der Empörung ebbte jedoch ebenso schnell ab, wie sie gekommen war. Dieses Jahr legt ein Test von Stiftung Warentest nach: Sämtliche getesteten Mäher erreichen in puncto Sicherheit maximal ein „ausreichend“, zwei fielen komplett durch. Was für Menschenfüße gerade so ausreicht, ist für Igel eindeutig mangelhaft.

Igel Mähroboter
© Peter Smola/pixelio.de
 

Igel und Mähroboter: So leben beide in Harmonie!

Aller Panikmache zum Trotz ist es schwer festzustellen, wie viele Igel jährlich den Mährobotern zum Opfer fallen. Tatsache ist: Eine Begegnung zwischen Igel und Mähroboter kann tödlich enden. Fakt ist jedoch auch: Das muss nicht sein! Gefragt sind hier in erster Linie die Hersteller, aber auch wir als Besitzer eines Mähroboters können einiges für die Sicherheit der Igel tun. Mit diesen 3 Tipps ist es für die Igel im Garten gleich viel sicherer:

  1. Tagsüber mähen: Die Hersteller weisen auf die Gefahr von Mährobotern für Kinder und Haustiere hin. Die Folge: Viele lassen den Mäher nachts laufen. Igel sind jedoch nachtaktiv und zu der Zeit besonders gefährdet. Stellen Sie das Gerät daher am besten vormittags an.
  2. Kurzer Sichtcheck: Beim Selbermähen erkennt man größere Hindernisse – wie Igel – sofort. Gehen Sie also einmal über die Wiese, bevor Sie den Robomäher einschalten. Ist kein Igel da, wird vermutlich auch keiner mehr kommen, denn tagsüber sitzen die Tierchen nur auf dem Rasen, wenn sie krank oder verletzt sind.
  3. Mäher mit ausreichend Power: Kaufen Sie ein Gerät, dass Ihrer Rasenfläche angemessen ist. So wird der Mäher schneller – und vor allem vor Einbruch der Dunkelheit – fertig.

Die größte Maßnahme, die Sie in puncto Igelschutz unternehmen können, ist jedoch viel einfacher: Stellen Sie den Igeln Futter und Lebensraum zur Verfügung! Diese werden immer knapper und das setzt der Igelpopulation mehr zu als alle Mähroboter der Welt es je könnten. Was Sie konkret tun können, erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Igel im Garten:

Gartenpflege Igel im Garten
 

Igel im Garten

Mit diesen 6 Tipps verwandeln Sie Ihren Garten in ein wahres Paradies für Igel

Schon gewusst? Auch Igel finden es nicht schlecht, wenn ein Rasen gemäht ist. Auf kurzem Gras finden Sie nämlich viel leichter Regenwürmer und Engerlinge – eine wahre Delikatesse für die kleinen Spürnasen! In hohem Gras können sie sich hingegen besser verstecken. Die Mischung macht's!

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