Holunderblüten Von der Blüte bis zur Beere: Holunder ist lecker!

Wenn der Strauch verschwenderisch voller Holunderblüten steht, dürfen Sie sich ohne Reue bedienen. Hier erfahren Sie, wie Sie Holunderblüten ernten, welche Holunder-Rezepte Sie unbedingt kennen sollten und wie viele Holunderblüten Sie besser stehen lassen, damit die Ernte der Holunderbeeren nicht ins Wasser fällt!

Holunderblüten
Foto: sidm / Fotolia
Inhalt
  1. Holunderblüten ernten
  2. Holunderblüten-Rezepte
  3. Holunder pflanzen: Blüten & Beeren im Überfluss

Ende Mai ist es wieder so weit: Der Holunder öffnet seine großen Blütenteller. In Mitteleuropa sind drei Holunderarten heimisch: Traubenholunder (Sambucus racemosa), Zwergholunder (Sambucus ebulus) und Schwarzer Holunder (Sambucus nigra). Letzterer ist mit Abstand die häufigste Art und diejenige, die in der Küche und Hausapotheke genutzt wird.

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Auf dem Land wächst Schwarzer Holunder auf fast jedem Hof, auch alte knorrige Exemplare sind häufig. Das hat seinen Grund: Holunder galt früher als Glücksbringer und wurde deshalb neben dem Stall gepflanzt. Ansonsten sollte man die Sträucher möglichst unbehelligt lassen, sonst könnten sie sich vom Glücks- zum Unheilsbringer wandeln. Einem alten Volksglauben zufolge darf man einen Holunder auf keinen Fall verstümmeln oder roden, da im Strauch Waldgeister und gute Feen wohnen. Tut man es trotzdem, wird man dem Glauben nach vom Pech verfolgt.

 

Holunderblüten ernten

Geerntet werden die Blüten, wenn sie voll aufgeblüht sind. Praxistipp: Damit das Aroma nicht verwässert, sollten Sie die Blüten nicht waschen, sondern lediglich leicht schütteln und so von kleinen Käfern und Fliegen befreien.

Holunderblüten
Holunder wächst bis zu fünf Meter hoch. Zur Ernte ist eine Leiter hilfreich. Foto: sidm / Monika Nonnenmacher

Die Ernte der cremefarbenen Blütendolden hat Tradition. Schon lange bevor die Menschen den Holunderblütensirup für modische Sommer-Cocktails entdeckten, war es eine der Aufgaben der Bäuerinnen, im Mai und Juni Blüten zu ernten. Häufig wurden sie einfach getrocknet und als natürliche Medizin genutzt. Denn die Heilkraft der Holunderblüten gehört nicht ins Reich der Fabeln, sondern kann gezielt genutzt werden. Ein Tee aus den getrockneten Blüten des Hollerbusches wird bei Fieber eingesetzt und stärkt das Immunsystem.

 

Holunderblüten-Rezepte

Holunderblüten
Kinderleicht: Für Holundergelee wandern die Blüten einfach für 24 Stunden in frisch ausgepressten Orangensaft. Foto: sidm / Monika Nonnenmacher

Holunderblüten schmecken als Sirup, als Gelee oder fritiert als Nachspeise! Ab Mai verströmen die Blüten des Holunders – auch Hollerstrauch genannt – ihren betörenden süßlichen Geruch. Dieses Aroma lässt sich auch in der Küche verwenden: Ob als Sirup, in Marmelade, beim Backen oder pur in Bierteig ausgebacken – im frühen Sommer sollten Sie unbedingt ein Holunderblüten-Rezept ausprobieren.

Hier haben wir die 10 beten Rezepte für Holunderblüten für Sie zusammengetragen >>

 

Holunder pflanzen: Blüten & Beeren im Überfluss

Falls in Ihrem Garten kein Holunder wächst, lohnt es sich nachzuschauen, ob Sie nicht doch noch einen Platz für ihn finden. Zumal in den letzten Jahren neue Züchtungen auf den Markt gekommen sind, die nicht so ausladend wachsen wie die Wildform. Allen voran die 2003 erstmals vorgestellte Sorte Black Lace. Mit ihren purpurfarbenen, geschlitzten Blättern wurde sie zum Verkaufsschlager. Wie alle Holunder gedeiht er gut an einem sonnigen bis halbschattigen Platz und mag stickstoffreiche Böden.

Holunder
„Haschberg“: Diese Sorte trägt besonders viele der blauschwarzen Holunderbeeren. Foto: sidm / Fotolia

Einige Blüten sollten Sie am Strauch hängen lassen. Schließlich lassen sich aus den Beeren im August und September auch noch leckere Marmeladen und Säfte machen. Die sind ebenfalls gesund, müssen aber beim Verarbeiten erhitzt werden. Roh könnte das in den Beeren enthaltene Sambunigrin Bauchweh auslösen. Aber nun genießen Sie erstmal die Blütezeit!

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Text: Stefanie Syren

Quelle: Sonderheft 2 / 2016

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