Handwerker-Knigge So arbeiten Handwerker schnell, sauber & günstig

Wer kennt das nicht: Im Haushalt steht eine Reparatur an und der Handwerker muss kommen. Ist er dann da, wissen wir oftmals nicht, wie wir uns dem Fremden gegenüber richtig verhalten sollen.

Handwerker-Knigge
Foto: Robert Kneeschke / Fotolia

Kann darum gebeten werden, die Schuhe auszuziehen? Wirkt es unhöflich, ihm bei der Arbeit über die Schulter zu schauen? Und gibt es eine feste Regelung für Trinkgeld? Hier finden Sie einen kleinen Handwerker-Knigge für den richtigen Umgang mit dem Profi.

Schuhe müssen leider draußen bleiben – Das geht nicht immer.
Bei dem Anblick von staubigen Handwerker-Schuhen ist es verständlich, dass Auftraggeber den Schmutz nicht in der Wohnung haben möchten. Grundsätzlich kann darum gebeten werden, dass Schuhe ausgezogen werden sollen. Jedoch kann es sein, dass der Handwerker aus arbeitsrechtlichen Gründen angewiesen ist, die Schuhe zu tragen, um sich vor Verletzungen zu schützen. Ein professioneller Handwerker aber behält die Sauberkeit im Blick und deckt seinen Arbeitsbereich vorab mit einer entsprechenden Unterlage ab – und beugt somit unschönen Flecken auf dem Teppich vor.

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Wer will fleißige Handwerker sehn, der muss nur daneben stehn – oder doch nicht?
Auch wenn es im ersten Moment vielleicht unangenehm wirkt, ist es nicht falsch, den Handwerker zu beaufsichtigen. Das heißt nicht, ihm ununterbrochen über die Schulter zu schauen, denn dem Fachmann sollte das Vertrauen zugesprochen werden, dass er weiß, was er tut. Jedoch ist es gut, als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen und ab und zu nach dem Rechten zu schauen – das vermeidet mögliche Missverständnisse. Wer nicht zu Hause bleiben kann, kann den Nachbarn bitten, gelegentlich zu schauen, ob alles in Ordnung ist und ihn dem Handwerker als Ansprechpartner vorstellen.

Stimmt so! Ist Trinkgeld geben ein Muss?
Wegen der niedrigen Stundenlöhne ist es bei vielen Dienstleistungen üblich, die Arbeit mit einem Trinkgeld zu honorieren. Bei Handwerkern ist das jedoch anders. Ein Trinkgeld ist zwar sicherlich gern gesehen, aber viele Handwerker freuen sich mehr über einen Kaffee oder eine kleine Stärkung, da sie in ihrem stressigen Job nie wissen, wann sie in Ruhe eine Pause einlegen können. Wer nichts dagegen hat, kann den fleißigen Arbeitern bei größeren Aufträgen auch anbieten, ihre Pause entspannt in den eigenen vier Wänden zu machen, damit das Mittagessen nicht im Auto gegessen werden muss. Jedoch sollte es nicht persönlich genommen werden, falls dies dankend abgelehnt wird, weil bereits der nächste Termin ansteht.

Getränke anbieten – Ein warmer Kaffee hebt die Motivation
Sicherlich müssen dem Handwerker keine Snacks serviert werden, schließlich ist er auf Arbeit und nicht auf einer Party. Getränke sollten aber trotzdem zum guten Ton gehören und steigern die Motivation. Am besten stehen eine Kanne Kaffee, gemeinsam mit Zucker und Milch, und eine Flasche Wasser zur Selbstbedienung bereit. Jedoch sollte es mit der Gasfreundschaft nicht übertrieben werden: Alkohol am Arbeitsplatz ist tabu. Das ist für die meisten vermutlich eine Selbstverständlichkeit, jedoch galt es früher als höflich, dem Handwerker ein kühles Bier anzubieten. Die meisten Dienstleister werden wohl eh dankend ablehnen, denn das Klischee des ständig trinkenden Handwerkers ist längst überholt.

Wo gehobelt wird, fallen Späne - aber wer macht sie weg?
Handwerker müssen unnötige Verschmutzungen vermeiden und dürfen keine Schäden, wie beispielsweise Kratzer, hinterlassen. Professionelle Arbeiter beseitigen den Dreck direkt im Anschluss oder passen von Beginn an auf, nicht zu viel Unordnung zu machen. Der Handwerker muss seine Arbeitsstelle besenrein verlassen. Geht der Grad der Unsauberkeit allerdings über ein akzeptables Maß hinaus, oder wurde sogar etwas beschädigt, dann ist dieser Mangel zu dokumentieren und unverzüglich dem Betrieb zu melden.

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Gilt auch bei der Arbeit: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold
Ein kleiner Smalltalk kann sehr nett sein, bei manchen Handwerkern geht die Redefreudigkeit jedoch zu weit: Der Chef wartet schon ungeduldig im Büro und der Besuch im Blaumann redet ohne Punkt und Komma. In solchen Situationen hilft nur eines: sagen, wie es ist. „Ich muss jetzt los zur Arbeit. Rufen Sie mich bitte an, wenn es Probleme gibt“ oder „Ich sitze nebenan, falls Sie Fragen haben“ sind völlig akzeptable Aussagen, um das Gespräch zu unterbrechen. Schließlich ist der Dienstleister zum Arbeiten da und wird pro Stunde bezahlt. Wichtig ist nur, immer höflich zu bleiben.

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Für den Handwerker-Knigge haben wir mit Ferdinand Seulen, Geschäftsführer von blauarbeit.de gesprochen. Die Plattform hilft dabei, für alle anfallenden Arbeiten des täglichen Lebens kostenfrei den passenden Handwerker oder Dienstleister zu finden. Blauarbeit setzt dabei auf eine ehrliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die durch das Bewertungssystem und die eingetragenen Zertifizierungen gefördert wird. Das Unternehmen wurde 2004 gegründet und hat seinen Sitz in Köln.

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