Grüner Knollenblätterpilz

Die Gefahr für Pilzsammler geht vom Grünen Knollenblätterpilz vor allem davon aus, dass sie den Grünen Gift-Wulsting irrtümlich für einen Grünen Täubling oder einen Champignon halten. Auf dieses Risiko soll mit der Wahl zum Pilz des Jahres 2019 erneut hingewiesen werden.

Grüner Knollenblätterpilz Pilz des Jahres 2019
Grüner Knollenblätterpilz Foto: stux / pixabay

Sein Aussehen gab dem Grünen Knollenblätterpilz seinen Namen: Sein Fruchtkörper wird gekrönt von einem ca. 5 - 12 cm großen Hut, auf dessen Unterseite sich deutlich die von Blätterpilzen bekannten feinen, weißen Lamellen abzeichnen. Zunächst ist sein Hut halbkugelig geformt, der mit zunehmender Reife "aufschirmt" (= flacher wird). Die Farbe des Hutes reicht von blass gelbgrün bis zu olivgrün oder braunoliv und blasst zum Rand hin aus.

Weiteres Erkennungsmerkmal: Der Grüne Knollenblätterpilz hat einen angenehm süßlichen, an Kunsthonig bzw. Invertzuckercreme erinnernden Geruch. Der Stiel des Amanita phalloides entwächst einer sackartig umhüllten, knolligen Basis.

 

Wo wächst der Grüne Gift-Wulstling

Die Fruchtkörper des Grünen Knollenblätterpilzes findet man zwischen Juli und Oktober unter Eichen, Rotbuchen und Esskastanien. Er bevorzugt nährstoffreiche und mäßig-feuchte Böden. Mit den Bäumen über ihm pflegt der Pilz ein "mykorrhitisches" Verhältnis, d. h. sein Mycel verwächst mit den Wurzeln des Baumes. Damit steigt die nutzbare Wurzeloberfläche um das 1000-fache, über die die Pflanzen Wasser und Nährstoffe aufnehmen kann – als Gegenleistung für diese Hilfe erhält der Pilz Zuckerverbindungen (aus der Photosynthese des Baums).

Garten Grüner Knollenblätterpilz Pilz des Jahres 2019
Grüner Giftzwerg ist Pilz des Jahres 2019

Mit der Wahl zum Pilz des Jahres will die Deutsche Gesellschaft für Mykologie zeigen, "wie wichtig gerade die Pilze im Ökosystem sind und welch...

 

Vergiftungen durch den Grünen Knollenblätterpilz

Schon 50 Gramm seines Fruchtkörpers genügen, um einen Menschen zu töten! Die im Grünen Knollenblätterpilz enthaltenen Gifte (Amatoxine und Phallotoxine) führen unbehandelt in etwa einer Woche zu tödlichem Leberversagen. Erste Symptome sind unstillbares Erbrechen, choleraartige Durchfälle und heftigste Leibschmerzen (innerhalb von 24h nach dem Verzehr). Darauf klingen die gastrointerologischen Beschwerden meist ab – eine trügerische Pause. Unbehandelt zeigen sich dann nach wenigen Tagen Gelbsucht, Leberschwellung, Blutgerinnungsstörung und Magen- und Darmblutungen (Multi-Organversagen).

Für die meisten tödlichen Pilzvergiftungen wird der Grüne Knollenblätterpilz verantwortlich gemacht. Im englischen Sprachraum wird er daher auch schlicht „deathcap“ (= Todeskappe) genannt.

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