Glatte Wände Wände glatt spachteln

Glatte Wände sind die Voraussetzung für ein optimales Ergebnis beim Tapezieren. Wie Sie Wände glatt spachteln, zeigt die folgende Anleitung.

Bei einem Neubau oder einer Renovierung spielt die Bearbeitung der Zimmerwände eine große Rolle. Vor allem wenn sie glatt werden sollen, müssen alle Unebenheiten sowie Kanten, Risse oder Löcher sorgfältig ausgeglichen sein. Hier die Schritte vom Spachteln der Wand bis zum Streichen der Tapete.

 

Anleitung: Wände spachteln

Alle beim Wände glatt spachteln erforderlichen Handgriffe, können Sie auch Schritt für Schritt in der Bildergalerie oben nachvollziehen.
Praxistipp: Benötigtes Werkzeug zurechtlegen und gleich nach dem Verspachteln säubern, ehe die Spachtelmasse am Werkzeug festbackt!
Für schöne gleichmäßige Wände sind in der Regel die folgenden Arbeitsschritte nötig:

  1. Wände spachteln: Grobe Oberflächen-Vertiefungen wie Gipsplattenstöße, Leitungsschlitze, Dehnungsrisse und Bohrlöcher zuerst füllen, danach die gesamte Wand sauber überspachteln, Masse leicht anziehen lassen und mit Reibebrett abreiben und glätten.
  2. Wände schleifen: Eine glatte Wand erreichen Sie oft nur, indem Sie Putz bzw. Spachtelmasse nach Durchtrocknung abschleifen, erst mit Schleifgitter, dann mit Schleifpapier der Körnung 80 bis 120.
  3. Einkleistern: Mit Vliestapete bleibt die Wand lange glatt, denn Glattvlies behält seine Form, dehnt sich beim Streichen weder aus, noch schrumpft es beim Trocknen. Dafür den Kleister satt auf die Wand auftragen.
  4. Tapezieren: Bahnen zuschneiden, an die Wand ins Kleisterbett legen und mit Andrückroller und Tapetenbürste glätten.
    Praxistipp: Schon vorm Tapezieren und beim Streichen sämtliche Oberflächen mit Vlies oder Folie abdecken. Auch Heizkörper, Fenster, Leisten etc. sorgfältig abkleben!
  5. Malerrolle auswaschen: Um Flusen zu vermeiden, die Walze vorher auswaschen und auswringen, leicht feucht kann sie auch gut die Farbe aufnehmen.
  6. Wände streichen: Für feine Strukturen eignen sich Großflächenwalzen mit geringer Polhöhe. Kurze Fasern (9 bis 12 mm) sind bei glatten Oberflächen besser geeignet, da die Walze anfängt zu schmieren, wenn sie gesättigt und kein saugfähiger Untergrund vorhanden ist. Keine zu kleinen Walzenkerndurchmesser wählen, da sich die Walze sonst zu schnell dreht und es spritzt.
  7. Tipp: Klebeband im 90-Grad-Winkel abziehen, so lange die Farbe feucht ist.

Wie lassen sich Wände glatt spachteln?

Wie stark der Innenputz beschädigt ist, zeigt sich meist erst, wenn man die Tapete vollständig entfernen konnte. Meist genügt es dann, die Schadstellen wie Risse, Bohrlöcher oder Putzteile, die an der Tapete kleben geblieben sind, mit einer Spachtelmasse aufzufüllen und mit einem Spachtel oder einer Putzkelle plan abzuziehen.
Praxistipp: Bei tiefen Löchern in mehreren Arbeitsschritten arbeiten, weil die Füllmasse beim Trocknen schrumpft und sich so schnell wieder eine leichte Delle bildet.

Das anschließende, zusätzliche komplette Abspachteln der ganzen Putzwand ist in der Regel nur nötig, wenn Sie den alten Putz direkt streichen wollen. Wird vor dem Streichen ohnehin noch tapeziert, kann man sich das Abziehen der ganzen Wand meist sparen.
Praxistipp: Sind die Schäden an der Wand größer als ein dünner Riss im Putz oder das obligatorische Bohrloch, sind ggf. umfangreichere Arbeiten nötig, um die Wand wieder zu glätten:

Wände
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Womit kann ich Wände glatt spachteln?

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Das kommt zum einen auf den Untergrund an und darauf wie groß die Schäden oder Ihr handwerkliches Geschick sind.
Für kleine Schäden und schnelle Repraraturen ginbt es im Handel gebrauchsfertige Dispersionsspachtel, die ohne Zusatz von Wasser direkt aus der Tube in das Bohrloch oder den Putzriss gespritzt und einfach mit den Malerspachtel abgezogen werden. Das ideale Material für Heimwerker, um kleine Schäden in der Wand gleichmäßig und sauber zu verspachteln.
Klassisch wie der Maler verschließen Sie Putzschäden mit selbst angerührtem Gips. Vorteil und Nachteil zugleich: Gipsspachtel trocknet recht schnell aus – nur kleine Mengen anrühren!
Es gibt auch spezielle Trockenbau-Flächenspachtel, die optimal auf die Verwendung auf Gipskartonplatten abgestimmt sind, um dort die raumhohen Stoßfugen beizuspachteln. Sie eignen sich auch zum Verspachteln der Decke im Trockenbau (z. B. bei Dachausbauten).

Warum sind Wände nicht glatt?

Was heißt denn "nicht glatt"? Auf gestrichenen Putzwänden sieht man im Gegenlicht jede Unebenheit. Deswegen sind gespachtelte Wände in der höchsten Qualitätsstufe Q4 auch so teuer – es sind halt viele Arbeitsschritte nötig, um die Oberfläche so exakt plan zu verputzen. Die anderen Qualitätsstufen bei Putzwänden sind einfacher herzustellen und damit günstiger: von Q1 Grundverspachtelung über Q2 Standardverspachtelung bis zu Q3 Sonderverspachtelung.

Dann gibt es noch die üblichen Unebenheiten, die durch den alltäglichen Gebrauch entstehen (wie Dübellöcher, Risse und Dellen). Diese Schäden können Sie wie oben in der Bildergalerie beschrieben leicht selbst glätten.

Uneben im Sinne von "krumm, schief, nicht lotrecht" sind Wände, wenn beim Aufmauern der Wand nicht sorgfältig gearbeitet wurde oder das (alte) Haus "sich gesetzt hat". Verformungen an der Bausubstanz etwa durch Setzungen können mit Spachtelmasse allein nicht ausgeglichen werden.

Quelle: selbst ist der Mann 2 / 2021

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