Gefahr aus dem Garten Diese Zierpflanzen schädigen den Wald besonders

Es ist kein Geheimnis mehr: Eingeschleppte Pflanzen (Neophyten) bedrohen unsere heimische Artenvielfalt. Die invasiven Pflanzen verdrängen die angestammten Arten aus ihrem Lebensraum und verändern so die Natur nachhaltig. Die "Gefahr aus dem Garten" pflanzen viele Gartenbesitzer sogar unbeabsichtigt selbst an!

Neophyten im Garten
Foto: Hersteller / PEFC

Nicht alles, was gerade in unseren Gärten aufblu?ht, ist ökologisch willkommen. Immer öfter stellt die bunte Pracht im Beet eine ernstzunehmende Gefahr für heimische Pflanzen dar: Goldrute, Traubenkirsche und Co. sind als Zierpflanzen eingewandert, haben hier bei uns keine natu?rlichen Konkurrenten und verdrängen in und außerhalb der Gärten wertvolle heimische Arten. Die Waldschutzorganisation PEFC erklärt, welche Pflanzen aus unserem Garten dem Wald besonders schaden.

 

Invasive Pflanzen sind eine Gefahr für den Wald

Einige dieser Pflanzenarten sind als Zierpflanzen (ehemals für Innenräume) bereits vor vielen Jahren in unsere Gärten und Parks eingewandert und erobern sich mehr und mehr Raum. „Nicht jede hu?bsche und wohlriechende Pflanze ist jedoch auch gut fu?r unser heimisches Ökosystem“, warnt Dirk Teegelbekkers, Geschäftsfu?hrer der Waldschutzorganisation PEFC, und ergänzt: „Einige fremdländische Pflanzenarten, sogenannte Neophyten, haben hier bei uns keine natu?rlichen Konkurrenten und bedrohen somit die heimische Artenvielfalt.

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Viele dieser invasiven (einwandernden) Pflanzen haben sich in den letzten Jahren so stark vermehrt, dass sie sich u?ber den Gartenzaun hinweg bis in unsere Wälder ausbreiten. Möglich ist dies vor allem durch ihre Tausende von Samen, die u?ber den Wind viele Kilometer weit bis in die Wälder hinein transportiert werden können. Auf dem Waldboden wachsen sie zu neuen, dichten Beständen heran. Völlig unkontrolliert nehmen sie anderen Pflanzen-, Strauch- und Baumarten den Platz und das Licht weg und stören dadurch die Naturverju?ngung (eigenständiges Nachwachsen der Arten) im Wald.

Der Aufbau und Erhalt von Mischwäldern mit standortgerechten Baumarten ist eines der Hauptziele von PEFC, einer Art „Wald-TÜV“. Bereits zwei Drittel der Wälder in Deutschland tragen das PEFC-Zertifikat und werden regelmäßig kontrolliert. Die Pru?fer achten dabei besonders darauf, dass fremdländische Baumarten (wie z.B. Schwarznuss, Tulpenbaum, Atlaszeder oder Riesenlebensbaum) heimische Baumarten nicht verdrängen. Neben einer natu?rlichen Ausbreitung von Neophyten u?ber den Wind beobachtet Dirk Teegelbekkers noch eine weitere Gefahr: „Ein großes Problem sind Menschen, die ihre Gartenabfälle illegal im Wald entsorgen. Dadurch können sich fremde und invasive Arten in unseren Wäldern ungehindert verbreiten. Gartenabfälle im Wald zu entsorgen, ist deshalb nicht nur verboten, sondern absolut fahrlässig“, so Teegelbekkers.

 

Diese 6 Neophyten sind besonders gefährlich

Folgende Pflanzen aus dem Garten schaden dem Wald besonders und sollten deshalb an ihrer Vermehrung und Ausbreitung gehindert werden:

  1. Riesenbärenklau
    Der Riesenbärenklau, auch Herkulesstaude genannt, ist eine weißblu?tige Staude, die eine Höhe von u?ber zwei Meter erreichen kann. Einmal im Garten, ist sie nur schwer und nur mit Hilfe von Schutzkleidung wieder loszuwerden. Ihr giftiger Pflanzensaft fu?hrt in Kombination mit Sonnenlicht zu schweren Hautverbrennungen. Die Vermehrung erfolgt u?ber die Samen, von denen pro Blu?tenstand mehrere 10.000 Stu?ck heranreifen und die sich bis zu zehn Jahre in der Erde halten können.
     
  2. Dru?siges Springkraut
    Das Dru?sige Springkraut stammt urspru?nglich aus dem Himalaja und kann bis zu zwei Meter hoch werden. Ihre purpurroten bis blassrosafarbenen Blu?ten erinnern ein wenig an Orchideen und produzieren sehr viel Nektar. Was den Bienen gut tut, wird anderswo zum Problem: Im Wald breitet es sich seit einigen Jahren rasant aus und verhindert dort die natu?rliche Verju?ngung der Waldbäume.
  3. Japanischer Staudenknöterich
    Bis zu drei Meter empor klettert der japanische Staudenknöterich. Seine feinen, aber weitverzweigten Wurzeln dringen selbst in kleinste Ritzen von Mauern ein und „sprengen“ Bodendenkmäler im Wald wie beispielsweise Burgruinen. Durch seine dichten Bestände unterdru?ckt er einheimische Pflanzen und nimmt ihnen den natu?rlichen Lebensraum.
  4. Armenische Brombeere
    Häufig als Gartenbrombeere verkauft, wächst sie binnen kurzer Zeit zu dichten, dornenbewehrten Gebu?schen heran und u?berwuchert und verdrängt die heimische Flora, auch in unseren Wäldern. Abgetrennte Triebe bilden neue Wurzeln und breiten sich so weiter aus. Daher besser im Hausmu?ll entsorgen, nicht auf dem Kompost.
  5. Spätblu?hende Traubenkirsche
    Nicht nur Stauden, auch Bäume können unsere heimische Natur gefährden, wenn sie sich zu stark ausbreiten, wie z.B. die Späte Traubenkirsche. Ihre fast undurchdringliche Strauchschicht hindert andere Gehölze und Sträucher zu wachsen. Aufgrund ihrer großflächigen selbstständigen Ausbreitung im Wald wird sie von Forstleuten bezeichnenderweise „Waldpest“ genannt.
  6. Kanadische und Späte Goldrute
    Seit dem 19. Jahrhundert verbreiten sich die nordamerikanischen invasiven Pflanzenarten erst in den Gärten und dann in der freien Natur. Beide Arten wachsen bis zu 1,5 Meter hoch und blu?hen von Ende Juli bis Oktober. Die Pflanzen können sich sowohl u?ber ihre flugfähigen Samen (bis zu 15.000 pro Spross) als auch u?ber ihre Rhizome sehr gut vermehren und u?berwachsen schwächere, lichtliebende Arten.

Quelle: PEFC e.V.

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