Gartentier des Jahres Libelle zum Gartentier des Jahres 2019 gewählt

In einer Abstimmung unter Gartenliebhabern hat die Heinz Sielmann Stiftung das Gartentier des Jahres 2019 bestimmt: Die Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) wurde von 1.033 Naturfreunden gewählt.

Blaugrüne Mosaikjungfer
Foto: Andreas Thomas Hein / libellenwissen.de

Das Insekt zählt zu den häufigsten Großlibellen in Deutschland und hat sich klar (mit 33,4 % der Stimmen) gegen die anderen Kandidaten zur Wahl zum Gartentier des Jahres durchgesetzt. Mit der Aktion möchte die Heinz Sielmann Stiftung auf den dramatischen Rückgang der biologischen Vielfalt in unserer Kulturlandschaft hinweisen.

Das Gartentier des Jahres 2019 gehört zur Familie der Edellibellen. Mit einer Körperlänge von bis zu acht Zentimetern und einer Flügelspannweite von bis zu elf Zentimetern gehört die Art zu den größten Libellen. Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist gut an den ovalen, grün gefärbten Flecken auf dem Rücken zu erkennen. Auf dem schwarzen Hinterleib der Männchen sind oberseits grüne oder blaue Flecken sehr charakteristisch angeordnet. Bei den Weibchen sind alle Flecken braunschwarz-grün.

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Riesenlibellen schon vor Millionen Jahren auf der Erde

Libellen sind echte Urviecher. Die ältesten Vorfahren der heutigen Arten umschwirrten schon im Karbon vor 358 bis 298 Millionen Jahren die Sumpfwälder, die heute als Steinkohle abgebaut werden. Dabei waren diese Vertreter deutlich größer. Fossilien belegen Flügelspannweiten bis zu 72 Zentimeter. Der Körperbau und die Lebensweise der Libellen haben sich in den letzten 150 Millionen Jahren kaum noch verändert. Die großen Facettenaugen bestehen aus bis zu 30.000 Einzelaugen. Auf der Kopfoberseite liegen zusätzlich drei kleine Punktaugen, die als Gleichgewichtsorgan schnelle Flugbewegungen koordinieren können. Dank der unabhängigen Anordnung der vier Flügel, können sie sogar rückwärts fliegen.

 

Libellen sind nützliche Teich-Anwohner

Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist ein geschickter Jäger. Sie fängt ihre Beute im Flug. Mücken, Fliegen und anderen Fluginsekten, manchmal auch andere Libellen, stehen auf ihrem Speiseplan. Entlang des Gartenteichs, aber auch weiter entfernt auf Wiesen und an Waldrändern ist sie aktiv unterwegs, auf der Suche nach der nächsten Mahlzeit. Zur Paarungszeit patrouillieren die Männchen entlang des Gewässers. Sie bleiben häufig im Flug in der Luft stehen, um nach Weibchen Ausschau zu halten.

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Hartnäckig hält sich das Gerücht, Libellen würden stechen. Sie sind völlig harmlos und besitzen keinen Stachel. Allerdings sind einige Arten recht neugierig und umkreisen Menschen oder Objekte, um sie von allen Seiten betrachten zu können. Dabei verharren Sie oft im Flug oder ändern abrupt die Richtung.

 

Botschafter für gefährdete Libellenarten

Von den 79 heimischen Libellenarten werden 35 Spezies auf der Roten Liste der gefährdeten Insekten aufgeführt. Das Gartentier des Jahres 2019 steht noch nicht auf der Roten Liste. Denn die Blaugrüne Mosaikjungfer ist eher genügsam. Den Großteil ihres Lebens verbringt sie nicht als Fluginsekt. Die Larven leben bis zu drei Jahre lang im Wasser, bevor sie sich in die schillernde Libelle verwandeln. Sie tolerieren auch Sauerstoffmangel und Frost. Selten gelingt die Entwicklung der Larve zur Libelle sogar in Regentonnen. Die Ansprüche an die Gewässerqualität sind nicht sehr hoch. Dennoch ist diese häufige Libelle Botschafter für ihre gefährdeten Artgenossen.

Blaugrüne Mosaikjungfer
Foto: Dr. Hannes Petrischak / Heinz Sielmann Stiftung

Jeder kann etwas für die Artenvielfalt tun: Jeder zweite Haushalt besitzt einen Garten, das sind etwa 20 Millionen Gärten in Deutschland. Allein alle Kleingärten, etwa eine Million insgesamt, bedecken eine Gesamtfläche von 40.000 Hektar. Mit einer naturnahen Gestaltung können sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten. Im naturnahen Garten sollte auf Insektizide, Pflanzenschutzmittel und chemische Dünger verzichtet werden. "Wilde Ecken" im Garten bieten Nahrung und Rückzugsräume für Tiere. Totholzstapel etwa werden zum Winterquartier für Erdkröte oder Igel. Blumenwiesen statt Golfrasen locken Nützlinge wie Schmetterlinge, Käfer oder Hummeln in den Garten und bedeuten Zeitersparnis für den Gärtner.

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Quelle: Heinz Sielmann Stiftung

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