Digitalis Fingerhut pflanzen

Mit diesen Tipps pflanzen Sie Fingerhut im Garten und sorgen dafür, dass sich die Digitalis-Pflanze dauerhaft wohlfühlen und vermehren.

Fingerhut pflanzen
Weiße Sorten kommen vor dunklem Hintergrund am besten zur Geltung. Foto: sidm / TH
Inhalt
  1. Wo wächst Fingerhut?
  2. Ist Fingerhut giftig?
  3. Wann sollte man Fingerhut pflanzen?
  4. Wie vermehrt sich Fingerhut?

Fingerhut ist robust, pflegeleicht und ein absoluter Blickfang, aber als zweijährige Pflanze von Natur aus kurzlebig. Eine Besonderheit der Pflanzen sorgt dafür, dass Fingerhut jedes Jahr an einer anderen Stelle im Garten auftaucht. Was Sie tun müssen, um im Garten Fingerhut zu pflanzen, erfahren Sie hier.

Fingerhut pflanzen

Die Pflanzen wachsen aufrecht und werden mit ihren Blütenkerzen zwischen 150 und 180 Zentimeter hoch. Genügsam, vermehrungsstark, aber nicht aufdringlich: Fingerhut ist eine zweijährige Pflanze, im ersten Jahr wächst eine immergrüne, flache Blattrosette, aus der erst im zweiten Jahr die unverwechselbaren Blütenstände mit ihren auffälligen, glockenförmigen Einzelblüten wachsen. Einmal in den Garten gepflanzt, versamt sich Fingerhut in den folgenden Jahren dank unzähliger, vom Wind verbreiteten Samen meist von selbst. Die Samen fallen nicht stur auf den Boden, sondern werden auch vom Wind verteilt, sodass Fingerhut immer wieder woanders auftaucht. Wer das nicht mag, gräbt einfach die Jungpflanzen aus und setzt sie an eine andere Stelle ins Beet. Aber möglichst im ersten Jahr, bevor die Pflanzen ihre tiefen Wurzeln bilden. Achtung: Junger Fingerhut hat noch keine Blattrosette und kann leicht für Unkraut gehalten werden.
Praxistipp: Digitalis purpurea – der Purpur-Fingerhut – ist der bekannteste Fingerhut und als Wildart Stammvater vieler Zuchtsorten mit weißen Blüten oder in diversen Rosa-, Rot-, oder Apricot-Tönen. Die wohl bunteste Mischung von Digitalis purpurea wird als "Fingerhut Excelsior-Hybriden" verkauft.

Daneben gibt es auch noch den Großblütigen Fingerhut (Digitalis grandiflora), den Rostfarbigen Fingerhut (Digitalis ferruginea) und den ebenfalls heimischen Gelben Fingerhut (Digitalis lutea), der mit 60 Zentimetern aber deutlich kleiner ist. In Punkto Pflege und Standort sind die Arten alle ähnlich, der Gelbe Fingerhut liebt allerdings Kalk und warme Standorte.

 

Wo wächst Fingerhut?

Ob Bauerngarten oder Gehölzrand – Fingerhut zieht alle Blicke auf sich und ist als Selbstaussäer ein echter Wanderer im Beet. Wild wachsender Fingerhut fühlt sich auf Waldlichtungen und an Gehölzrändern wohl. Pflanzen Sie Fingerhut daher auch im Garten an halbschattige Standorte mit nahrhaftem, humosem und gerne immer leicht feuchtem Boden. Kalkhaltige Standorte meidet der Fingerhut, sonnige Plätze akzeptiert er nur bei dauerfeuchtem, aber nicht nassem Boden. Vollsonnige Rabatten sind allerdings ungeeignet, da Fingerhut keine direkte Mittagssonne verträgt.

Fingerhut pflanzen

Einmal am Standort etabliert, muss man sich um Fingerhut eigentlich nicht mehr kümmern. Er braucht keine Extraportion Dünger und bei geeignetem Boden auch keine zusätzlichen Wassergaben.

 

Ist Fingerhut giftig?

Ja, und wie. Das ist auch im Prinzip der einzige Haken beim Fingerhut, alle Pflanzenteile sind sehr giftig, seine Inhaltsstoffe finden in der Medizin Verwendung. Daher sollten Sie den Fingerhut nicht in Gärten pflanzen, in denen Kinder spielen oder Zutritt zum Garten haben. Die Blätter und anderen Pflanzenteile schmecken zwar bitter, sodass man sie gleich wieder ausspuckt, aber sicher ist sicher. Eigentlich sind die Blütenstände auch eine tolle Zutat für Blumensträuße – mit der giftigen Einschränkung eben.
Wie giftig Fingerhut wirklich ist, zeigt auch dieses Video:

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Wann sollte man Fingerhut pflanzen?

Fingerhut wird meist blühend in Töpfen verkauft, sodass Sie ihn im Frühjahr wie eine einjährige Pflanze pflanzen und dann in den Folgejahren auf die Selbstaussaat setzen können. Selbst angezogenen Fingerhut setzen Sie im Juni oder Juli direkt an die vorgesehene Stelle ins Beet.

 

Wie vermehrt sich Fingerhut?

Fühlt sich Fingerhut am Standort wohl, versamt er sich immer wieder von selbst und wird auf diese Weise zum Dauergast im Garten. Sie selbst müssen gar nichts weiter tun. Die verblühten Blütenstände müssen nur stehen bleiben und zu Samenreife kommen. Bei wilder Selbstaussaat wachsen die neuen Pflanzen allerdings auch überall, wo sie wollen. Sie können die Samen natürlich auch sammeln und gezielt aussäen. Kappen der Blütenstände beendet die Selbstaussaat.

Gartenpflege
Fingerhut

Die hohen Blütenkerzen schmücken jeden Zaun, im Klostergarten war die Giftpflanze auch Medizin

Fingerhut ist ein Lichtkeimer, vermischen Sie die feinen und sehr leichten Samen am besten mit Sand, streuen Sie an fein geharkte Stellen ins Beet, drücken sie leicht an und wässern vorsichtig. Noch kontrollierter geht es, wenn Sie die Samen in kleine Töpfe säen und dann die Jungpflanzen direkt ins Beet pflanzen.

Wenn der Fingerhut verblüht ist, also im Zeitraum von Juni bis August, ist die beste Zeit zum Säen, dann bildet der Fingerhut noch bis zum Herbst die überwinternde Blattrosette. Eine Vorbehandlung der Samen ist nicht nötig, Sie säen direkt ins Beet. Wenn Sie Samen kaufen, bekommen Sie gleich Pflanzen für mehrere Quadratmeter, die dann dicht gesät zu einem leuchtenden Blütenmeer heranwachsen. Gekauftes Saatgut säen Sie von April bis Juni ins Freiland, ab März für die Vorkultur in Töpfen.

Thomas Heß

Als Gartenbau-Ingenieur ist Thomas Heß der Fachmann für alles, was im Garten grünt und blüht: Unser Autor erklärt Ihnen, wann der beste Zeitpunkt für Aussaat, Düngegabe oder das Winterquartier ist und wie man Staunässe verhindert. Profitieren Sie von seinem Expertenwissen!

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