Erdbeeren überwintern

Erdbeeren benötigen nur wenig Pflege und lassen sich sowohl im Freiland als auch auf dem Balkon leicht kultivieren. Ebenso leicht können Sie die Erdbeeren überwintern.

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Erdbeeren (Fragaria) sind hierzulande heimisch und mehrjährig und somit grundsätzlich winterhart. Über etwas Hilfe in den kalten Monaten sind sie dennoch froh und bedanken sich dafür im nächsten Sommer mit zahlreichen leckeren Früchten. Die erste Frage, die Sie sich beim Erdbeerpflanzen überwintern immer stellen müssen, ist: Handelt es sich bei meinen Pflanzen um einmal, zweimal oder immertragende Erdbeeren?

  • Einmal tragende Erdbeeren: Diese Erdbeer-Pflanzen tragen nur einmal im Jahr und je nach Sorte von Mai bis spätestens Juli ihre großen Früchte.
  • Zweimal tragende Erdbeeren: Die Früchte zweimal tragender Erdbeersorten können Sie zweimal im Jahr ernten – einmal zwischen Juni und Juli und ein zweites Mal zwischen Mitte August und September.
  • Immertragende Erdbeeren: Immertragende Sorten gehören strenggenommen nicht zu den Gartenerdbeeren, sondern zur Art der Walderdbeere. Die Erntezeit der vergleichsweise kleinen Früchte reicht vom Juni bis in den Herbst hinein.

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Wie kann ich Erdbeeren überwintern?

Grundsätzlich gilt: Erdbeeren sind winterhart und sollten daher auch nicht in ein Winterquartier eingeräumt werden. Dort stellen Sie ihr Wachstum häufig nicht komplett ein und treiben deshalb zu früh aus, was sich negativ auf die Ernte im kommenden Jahr auswirkt. Erdbeeren überwintern Sie daher am besten einfach im Garten oder auf dem Balkon.

Erdbeeren mit Frost
Erdbeeren sind winterhart. Nach dem Frost liefern sie im Folgejahr wieder reichlich Ertrag. Foto: VSFP / iStock

Erdbeere überwintern im Beet

Erdbeeren, die im Freiland gepflanzt werden, sind frosthart und benötigen daher nur in kälteren Regionen einen zusätzlichen Winterschutz. Da ihre Wurzeln besonders flach an der Erdoberfläche verlaufen, überwintern die Erdbeerpflanzen hier am besten mit einer losen Schicht aus Mulch und Stroh. Es muss jedoch für eine ausreichende Luftzirkulation gesorgt sein, da Pilzkrankheiten in dem feuchten Milieu ansonsten leichtes Spiel haben. Aus dem gleichen Grund muss der Frostschutz sobald es warm wird, wieder entfernt werden.

Erdbeeren überwintern im Hochbeet

Ähnlich gestaltet sich auch die Überwinterung von Pflanzen, die im Hochbeet wachsen. Zum Schutz vor Witterung und Kälte decken Sie das frisch gesäuberte Beet am besten entweder mit einer Schicht Laub und Reisig oder einer wasserdichten Regenfolie ab. Bietet Ihr Hochbeet keine gute Isolierung, können Sie es von außen zusätzlich mit Styroporplatten verkleiden. Die Erdbeerpflanzen brauchen eine solche Zusatz-Isolierung zwar nicht, andere Pflanzen in Ihrem Beet könnten sich darüber jedoch freuen.

Erdbeeren überwintern auf dem Balkon

Wer keinen eigenen Garten hat, kann trotzdem frische Erdbeeren aus eigenem Anbau genießen, denn immertragenden Erdbeersorten reicht im Normalfall ein Kübel oder Topf. Stellen Sie den Kübel, Topf oder Balkonkasten in der Nähe der Hauswand auf eine Holz- oder Styroporplatte. So friert die Erde nicht so schnell durch und die empfindlichen Wurzeln werden geschützt. Wird es es ein besonders kalter Winter können Sie die Pflanze auch mit einer Schicht aus Reisig oder Stroh bedecken. Diese darf jedoch nicht zu dick sein, da die Erdbeeren sonst zu feucht werden. Entfernen Sie den zusätzlichen Schutz erst dann vollständig, wenn Sie sichergehen können, dass keine Gefahr durch Spätfrost besteht.

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Praxistipp: Vorsicht an besonders sonnigen und kalten Tagen. Durch die Sonneneinstrahlung benötigen die Erdbeeren mehr Wasser, das sie allerdings bei gefrorener Erde nicht bekommen können. Die Folge: Die Erdbeeren vertrocknen! Stellen Sie die Pflanzen daher am besten an einen schattigen Ort an der Hauswand.

 

Erdbeeren überwintern: die richtige Pflege zählt

Damit Ihre Erdbeerpflanze unversehrt durch den Winter kommt und den kalten Temperaturen trotzt, ist eine ganzjährig ideale Pflege notwendig – angeschlagene Pflanzen haben in der kalten Jahreszeit häufiger Probleme. Gießen, Düngen, Schneiden – befolgen Sie diese Tipps für eine rundum gesunde Erdbeer-Pflanze.

Erdbeeren gießen

Erdbeerpflanzen legen hohen Wert auf eine regelmäßige Wasserversorgung. Die oberste Erdschicht darf zwischen den Wassergaben leicht antrocknen, die Pflanze sollte jedoch nie komplett trocken stehen. Idealerweise verwenden Sie Regenwasser, mindestens aber kalkarmes Wasser zum Gießen Ihrer Erdbeere. Bemühen Sie sich, das Wasser auf die Wurzeln und nicht auf die ganze Pflanze zu geben. Die vielen Blätter der Erdbeer-Pflanze bieten eine hohe Angriffsfläche für Pilze – besonders, wenn sie dauernd befeuchtet werden. Im Sommer macht es vor allem an sonnigen Standorten Sinn, die Pflanzen in den frühen Morgenstunden zu wässern. Im Winter wird weniger und ausschließlich an frostfreien Tagen gegossen.

Erdbeeren schneiden

Erdbeeren werden nach der Ernte – spätestens im Juli – zurückgeschnitten. Entfernen Sie mit einer scharfen Gartenschere sämtliche Ausläufer sowie das komplette Laub. Das „Säubern“ der Erdbeeren dient als Schutz vor Pilzkrankheiten, die sich auf den Blättern eingenistet haben, aber noch nicht sichtbar sind. Entfernen Sie daher auch Blätter, die auf dem Boden liegen. Lediglich an spättragenden Erdbeersorten darf das Laub nicht entfernt werden. Die Pflanzen haben dann nicht mehr genug Zeit, um neue Blätter und Blüten auszubilden, was sich negativ auf den Ertrag im folgenden Jahr auswirkt.

Erdbeeren im Winter
Die Blätter von spättragenden Erdbeeren sollten vor dem Winter nicht abgeschnitten werden.Foto: travelview / iStock

Praxistipp: Im Freiland können Sie sich das Schneiden erleichtern, indem Sie mit einem Rasenmäher auf höchster Stufe über die Pflanzen fahren. Aber Vorsicht – das sogenannte Herzblatt in der Mitte der Pflanze darf dabei nicht beschädigt werden!

Erdbeeren düngen

Der Nährstoffbedarf von Erdbeer-Pflanzen ist vergleichsweise gering. Düngen Sie Ihre Pflanzen nach der Ernte im Herbst mit organischem Langzeitdünger, um die Blütenbildung zu unterstützen und im Frühjahr, um bei der Fruchtbildung zu helfen. Immertragende Pflanzen düngen Sie regelmäßig von Frühjahr bis Herbst etwa alle zwei Wochen. Achtung: Im Gegensatz zu organischem Dünger ist die Konzentration an Nährsalzen in mineralischem Dünger zu hoch – die Erdbeere reagiert dann mit ungewollt starkem Blattwachstum und vernachlässigt dafür die Ausbildung von ihren süßen Früchten.

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Erdbeere: Standort

Zum Erdbeere pflegen gehört natürlich auch die Wahl des perfekten Standortes. Wer die mehrjährigen Pflanzen anbauen möchte, sollte im Garten Ausschau nach einem sonnigen bis halbschattigen Standort mit lockerem und humusreichem Boden halten. In einen Kübel gepflanzte Erdbeeren haben den Vorteil der Standortflexibilität – platzieren Sie die Kübelpflanzen grundsätzlich aber geschützt vor Regen, um Staunässe zu vermeiden. Welcher der ideale Zeitpunkt zur Aussaat von Erdbeerpflanzen ist und wie Sie Erdbeeren Schritt für Schritt in Beet oder Kübel pflanzen können, erklären wir hier:

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Erdbeere: Krankheiten und Schädlinge

Besonders von zwei tierischen Schädlingen sind Erdbeerpflanzen relativ häufig betroffen: einerseits vom Erdbeerblütenstecher und andererseits von Spinnmilben. Aber auch Viren-, Bakterien- und insbesondere Pilzkrankheiten dürfen Sie nicht unterschätzen. Das beste Mittel ist die Vorbeugung:

  • sorgen Sie für einen durchlässigen Boden
  • pflanzen Sie die Erdbeere an einen hellen und warmen Standort
  • entfernen Sie regelmäßig abgeschnittene oder verwelkte Pflanzenteile
  • gießen Sie die Pflanze nur morgens
  • setzen Sie neue Pflanzen nicht zu tief in die Erde
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